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	<title>The Flowers Are Gone &#187; Wien</title>
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		<title>Die Buskampagne dreht sich</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Jul 2009 14:01:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
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Nun gibt es sie also doch, die Atheisten-Kampagne in &#214;sterreich, wenngleich entgegen des gefl&#252;gelten Wortes nicht mehr als &#8220;Buskampagne&#8221;, sondern auf den City Lights der GEWISTA. Auch das entsprechende Echo lie&#223; nicht lange auf sich warten &#8211; so tituliert die Gratis-Postille heute bereits diesen Morgen ihre aktuelle Ausgabe mit der (rhetorischen?) Frage: &#8220;Plakate gegen Gott: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:center;"><img src="http://www.theflowersaregone.at/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/Kampagne.jpg" alt="Kampagne.jpg" border="0" width="495" height="150" /></div>
<p>Nun gibt es sie also doch, die Atheisten-Kampagne in &#214;sterreich, wenngleich entgegen des gefl&#252;gelten Wortes nicht mehr als &#8220;Buskampagne&#8221;, sondern auf den <i>City Lights</i> der GEWISTA. Auch das entsprechende Echo lie&#223; nicht lange auf sich warten &#8211; so tituliert die Gratis-Postille <i>heute</I> bereits diesen Morgen ihre aktuelle Ausgabe mit der (rhetorischen?) Frage: &#8220;Plakate gegen Gott: Darf das denn sein?&#8221; und schreibt mit der gewohnt fehlenden Objektivit&#228;t von einer Kampagne &#8220;F&#220;R Atheismus und GEGEN Gott&#8221;. Zu Wort kommen l&#228;sst sie einen der &#8220;Hunderten ver&#228;rgerten Wiener&#8221;, der den Initiatoren r&#228;t, doch mit &#8220;&#8216;Allah ist tot&#8217;-Plakaten durch Bagdad zu fahren&#8221; und dabei unbewusst die religi&#246;se Ignoranz einer Theokratie mit dem Klima hierzulande vergleicht. Zugute halten kann man <i>heute</i> nur, dass sie den &#8220;sch&#228;rfsten&#8221; Slogan (&#8221;Es gibt keinen Gott &#8211; Gutes tun ist menschlich&#8221;) gro&#223;formatig neben der Geschichte abdruckt und somit f&#252;r weitere direkte Werbung sorgt.<br />
Besser sieht es schon in der Presse aus &#8211; zwar gibt es auch dort vor allem <a href="http://diepresse.com/blog/politikerbeschimpfung/entry/ist_gott_doof"  target="_blank">intelligenzfreie H&#228;me</a> von Chefredakteur Michael Fleischhacker, der entsprechende <a href="http://diepresse.com/home/panorama/religion/495678/index.do?from=suche.intern.portal"  target="_blank">Artikel</a> ist aber zumindest einer Qualit&#228;tszeitung w&#252;rdig und obendrein findet sich gleich daneben ein zutraulicher <a href="http://diepresse.com/home/meinung/feuilleton/spieglerkunstlicht/495679/index.do?from=suche.intern.portal"  target="_blank">Kommentar</a> von Almuth Spiegler. Der Standard h&#228;lt sich ungewohnterweise mit der Berichterstattung zur&#252;ck, aber vielleicht kommt da noch was.</p>
<p>Welche Bilanz l&#228;sst sich also zur Kampagne ziehen?<br />
Zuallererst muss festgehalten werden, dass es bisher lediglich drei Sujets sind, die am unteren Ende der Mariahilferstra&#223;e ausgestellt wurden &#8211; und dennoch eine enorme Wirkung zeigen. Ob die gew&#252;nschte, ist eher fraglich, denn leider zeigt die Initiative vor allem, dass das Gros der &#214;sterreicher noch nicht reif genug ist, sich mit als kontrovers empfundenen Weltanschauungen auseinanderzusetzen. Von einer &#8220;Beleidigung&#8221; ist oftmals die Rede, einem intoleranten Angriff auf religi&#246;se Gef&#252;hle. Dabei wird nichts anderes getan, als mit Bestimmtheit und Witz eine Meinung zu glaubensbezogenen Sachverhalten zu publizieren &#8211; also genau dasselbe, was Kardinal Sch&#246;nborn und seine Kirche zu Weihnachten und Ostern gro&#223;fl&#228;chig getan haben. Es ist bezeichnend, dass sich damals nicht nur kaum jemand beschwert hat, sondern auch der &#246;sterreichische Werberat sich erst durch die Atheisten-Kampagne dazu bem&#252;&#223;igt gef&#252;hlt hat, k&#252;nftig die Kompatibilit&#228;t ver&#246;ffentlichter Inserate mit den religi&#246;sen Befindlichkeiten der Allgemeinheit zu &#252;berpr&#252;fen. Immerhin stimmte &#8211; noch &#8211; eine knappe Mehrheit f&#252;r das Prinzip der Religionsfreiheit, das &#8211; man m&#246;chte fast sagen gn&#228;digerweise &#8211; auch die Meinung von Atheisten betrifft.</p>
<p>Interessant in diesem Zusammenhang sind auch die Aussagen diverser Kirchenvertreter. Ein oft zitierter Satz ist derzeit jener von Erich Leitenberger, dem Sprecher der Erzdi&#246;zese Wien, der sich auf Friedrich Nietzsches &#8211; wie immer missverstandenen &#8211; Ausspruch &#8220;Gott ist tot&#8221; bezieht und dabei feststellt, dass &#8220;sich mittlerweile herausgestellt hat, Nietzsche ist tot und Gott lebendig.&#8221; Abgesehen davon, dass es von Gott ebensowenig ein Lebenszeichen gibt wie von Nietzsche (und bei einer Ber&#252;cksichtigung des Prinzips, wonach das lebendig ist, wor&#252;ber gesprochen wird, Nietzsche wiederum sehr wohl am Leben ist), ist ein anderer Satz in Wirklichkeit von viel gr&#246;&#223;erer Bedeutung &#8211; n&#228;mlich jener britischer Methodisten, die von sich gaben, dass &#8220;unser Gegner nicht der Atheismus, sondern die Apathie [ist]&#8220;.<br />
Damit d&#252;rften sie wohl Recht haben, denn sobald niemand mehr &#252;ber Gott spricht, respektive sich f&#252;r diese Idee interessiert, kann man tats&#228;chlich von einer Beerdigung des Glaubens sprechen. Dass dies aber nicht im prim&#228;ren Interesse &#246;sterreichischer Atheisten liegt, wird schnell deutlich, h&#246;rt man sich zur Abwechslung auch einmal deren Erl&#228;uterungen an. Ihnen geht es n&#228;mlich vor allem um eine rechtliche Gleichstellung Gl&#228;ubiger, Ungl&#228;ubiger und solcher, die einen staatlich nicht anerkannten Glauben pflegen. Diese ist selbst im angeblich s&#228;kularen &#214;sterreich mitnichten gegeben, denkt man beispielsweise an die Subventionierung von Religionslehrern, glaubensbasierten Lehrg&#228;ngen oder ganz allgemein kirchlichen oder kirchennahen Vereinen. Dass die Beleidigung &#8220;religi&#246;ser Gef&#252;hle&#8221; mit bis zu sechs Monaten Gef&#228;ngnis geahndet werden kann, ist dabei nur der Tropfen, der das Fass zum &#220;berlaufen bringt.</p>
<p>Spannend bleibt, wie sich die Causa entwickelt. Um einen nachhaltigen Effekt zu erzielen, m&#252;sste &#8211; trotz der schon jetzt vergleichsweise &#252;berw&#228;ltigenden Resonanz &#8211; deutlich mehr &#214;ffentlichkeitsarbeit erfolgen. Diese kostet in den meisten F&#228;llen Geld, eine offensive Spendenkampagne wurde jedoch noch nicht eingerichtet.<br />
Obwohl Niko Alm als Hauptfinancié und -orgnisator der Aktion sicherlich zurecht die Entscheidungen trifft, w&#228;re auch ein wenig mehr Mitspracherecht von Unterst&#252;tzerinnen und Unterst&#252;tzern w&#252;nschenswert &#8211; also in etwa so, wie es die deutsche Buskampagne mit ihrer Slogan-Wahl vorgemacht hat.<br />
Und zu guter Letzt m&#252;ssen nat&#252;rlich alle Bef&#252;rworter der Bestrebungen am Ball bleiben &#8211; auf dass sich die Thematik nicht so schnell wieder verliert, wie sie an die &#214;ffentlichkeit getreten ist.</p>
<p><strong>Links</strong><br />
» <a href="http://www.buskampagne.at/"  target="_blank">Atheist Bus Campaign Austria</a><br />
» <strong><a href="http://www.zwischenruf.at/?p=3214"  target="_blank">Auch der Zwischenrufer meldet sich zu Wort</a></strong></p>
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		<title>Das Museumsquartier und die &#214;ffentlichkeit</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Jun 2009 01:29:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit kurzem hat das Museumsquartier in Wien eine neue Hausordnung. Dieser zufolge ist es ab sofort verboten, im Hof, der vor allem bei Jugendlichen im Sommer als Aufenthaltsort sehr beliebt ist, mitgebrachte alkoholische Getr&#228;nke zu konsumieren. Alle jene, die nicht in den MQ-Plastikbechern, die samt Inhalt von den Gastronomiebetrieben des Hofs verkauft werden, konsumiert werden, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit kurzem hat das Museumsquartier in Wien eine <a href="http://derstandard.at/?url=/?id=1244460188048"  target="_blank">neue Hausordnung</a>. Dieser zufolge ist es ab sofort verboten, im Hof, der vor allem bei Jugendlichen im Sommer als Aufenthaltsort sehr beliebt ist, mitgebrachte alkoholische Getr&#228;nke zu konsumieren. Alle jene, die nicht in den MQ-Plastikbechern, die samt Inhalt von den Gastronomiebetrieben des Hofs verkauft werden, konsumiert werden, k&#246;nnen zum Rausschmiss f&#252;hren oder werden den entsprechenden Besitzern von bulligen Securitys abgenommen.<br />
Zudem d&#252;rfen die Betonkl&#246;tze um die angepflanzten B&#228;ume nicht mehr besetzt werden. Obwohl diese weder einen Weg, noch Stufen darstellen, begr&#252;ndet man das Verbot mit einer erh&#246;hten Sicherheit.</p>
<p>Doch wie sieht es nun mit den Getr&#228;nken aus?<br />
Das Museumsquartier ist per definitionem ein &#246;ffentlicher Raum. In den K&#246;pfen vieler Menschen bedeutet dies, dass er damit &#8220;dem Staat&#8221;, also letztendlich den Regierenden geh&#246;rt, die dar&#252;ber beliebig verf&#252;gen k&#246;nnen wie der Bauer &#252;ber seine erworbenen drei Hektar Land. Richten wir uns jedoch nach dem hierzulande &#252;blichen Grundsatz, dass Eigentum in den Besitz desjenigen &#252;bertritt, der dieses erwirbt oder finanziell daf&#252;r aufkommt, ist das Museumsquartier mitnichten im Besitz beliebig besetzter Verwaltungen. Denn finanziert wird das MQ mit ca. 11 Millionen Euro Steuergeldern, die jedem Einzelnen von uns (und nat&#252;rlich nicht vorrangig den Verantwortlichen) entzogen werden, um eben unter anderem ein &#246;ffentliches Angebot bestehen zu lassen. Imagin&#228;rer Eigent&#252;mer ist also die &#8220;Allgemeinheit&#8221;, die sich in jedem einzelnen Staatsb&#252;rger manifestiert &#8211; und demzufolge k&#246;nnte eine Entscheidung &#252;ber die Einschr&#228;nkung den &#246;ffentlichen Raum h&#246;chstens demokratisch erfolgen. (Auch wenn diese aufgrund der Diktatur der Mehrheit &#252;ber die Minderheit ebenfalls nicht zu bef&#252;rworten w&#228;re.)</p>
<p>Erw&#228;hntes Angebot wird nun jedoch zugunsten einiger weniger &#8211; den Besitzern der Lokalit&#228;ten &#8211; beschr&#228;nkt und somit ein &#246;ffentlicher (auch frei zug&#228;nglicher und offener) Raum geschaffen, der auf territoriale Verhaltensregeln zur&#252;ckgreift. Beim Hof des MQ handelt es sich ja mitnichten um ein abgeschlossenes Geb&#228;ude, sondern lediglich um eine Erweiterung der ihn umgebenden Stra&#223;en. Als w&#228;re dies nicht bereits illegitim genug, wird zudem eine eklatante Wettbewerbsverzerrung begangen. Das neue Ge- bzw. Verbot ist so, als w&#252;rde man im T&#252;rkenschanzpark nur Getr&#228;nke zulassen, die zuvor bei einem der ihn umgebenden Superm&#228;rkte &#8211; Billa, Zielpunkt, Spar etc. &#8211; gekauft wurden. Das ist dort nat&#252;rlich kaum praktikabel, doch blo&#223; weil es im Museumsquartier einfacher ist, legitimiert das noch lange kein gewaltvoll eingeschr&#228;nktes Konsumentenverhalten zugunsten des &#246;rtlichen Angebots.</p>
<p>Begr&#252;ndet wird die Ma&#223;nahme &#8211; fadenscheinig wie zu erwarten &#8211; mit einer dadurch angeblich &#8220;erh&#246;hten Sicherheit&#8221;. Es sei &#8220;wiederholt zu Exzessen gekommen&#8221;, die <em>selbstverst&#228;ndlich</em> nicht zu erwarten sind, wenn sich die Leute, anstatt mit mitgebrachtem Bier, mit dort gekauftem zubechern. Auch eine &#8220;erhebliche M&#252;llproblematik&#8221; sei aufgekommen &#8211; als Probleml&#246;sung schlage ich schlichtweg die Vergr&#246;&#223;erung des Mistk&#252;belangebots vor.</p>
<p>Ich wehre mich jedenfalls erheblich gegen eine derartige Einschr&#228;nkung jenes Raums, der von der Allgemeinheit sowohl finanziert als auch vorrangig genutzt wird. Damit bin ich zum Gl&#252;ck nicht alleine, weswegen bereits Aktionen gegen das Verbot erdacht wurden: &#8220;<a rel="nofollow" href="http://bringyourbeer.wordpress.com/"  target="_blank">Bring Your Own Beer</a>&#8221; will m&#246;glichst viele Leute mobilisieren, die am 20. Juni gemeinsam Mitgebrachtes trinken und sich dabei laut zuprosten. Am 13. Juni findet zudem eine weitere, bis dato noch unbekannte Protestaktion bzw. ein Flashmob (<a rel="nofollow" href="http://www.facebook.com/home.php?ref=home%23/event.php?eid=99330009973&amp;ref=mf"  target="_blank">Facebook</a>) statt &#8211; ich kann nur jedem vern&#252;nftigen Menschen raten, wenn m&#246;glich daran teilzunehmen.<br />
Au&#223;erdem rufe ich dazu auf, die Gastst&#228;tten im MQ in Zukunft zu boykottieren. Das nicht, weil die Unternehmer eventuell mit der MQ-Verwaltung &#8220;unter einer Decke&#8221; stecken k&#246;nnten, sondern weil einem als einfacher B&#252;rger ansonsten keine Mittel bleiben, gegen die neuen Verbote anzuk&#228;mpfen. Ein Umsatzr&#252;ckgang der Gastronomie tr&#228;fe auch die &#8220;Besitzer&#8221; des MQ &#252;ber den Umweg der zu erwartenden Mietzinsr&#252;ckg&#228;nge.</p>
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		<title>Da hat man sich schon gefreut&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Jun 2009 12:13:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
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&#8230; und dann wird es doch nichts mit der Atheist Bus Campaign in &#214;sterreich.
Dabei hat alles vielversprechend angefangen: Auf dem PolitCamp09 in Graz lie&#223; Niko Alm, Gesch&#228;ftsf&#252;hrer der Werbeagentur Super-Fi, der auch einer der Initiatoren der Laizismus-Kampagne ist, verlautbaren, dass in Zukunft in Kooperation mit der AG-ATHE, dem Freidenkerbund und der Allianz f&#252;r Humanismus und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:center;"><img src="http://www.theflowersaregone.at/wordpress/wp-content/uploads/2009/06/schnappschuss070.jpg" alt="Schnappschuss070.jpg" border="0" width="490" height="125" /></div>
<p>&#8230; und dann wird es doch nichts mit der <a href="http://www.buskampagne.at/"  target="_blank">Atheist Bus Campaign in &#214;sterreich</a>.<br />
Dabei hat alles vielversprechend angefangen: Auf dem PolitCamp09 in Graz lie&#223; Niko Alm, Gesch&#228;ftsf&#252;hrer der Werbeagentur Super-Fi, der auch einer der Initiatoren der <a href="http://www.laizismus.at/"  target="_blank">Laizismus-Kampagne</a> ist, verlautbaren, dass in Zukunft in Kooperation mit der <a href="http://www.ag-athe.at/"  target="_blank">AG-ATHE</a>, dem <a href="http://www.freidenker-oesterreich.at/"  target="_blank">Freidenkerbund</a> und der <a href="http://www.atheisten.at/"  target="_blank">Allianz f&#252;r Humanismus und Atheismus</a> (AHA) &#8220;Atheisten-Busse&#8221; (d.h. normale Verkehrslinien mit einem Hinweis auf die wahrscheinlich fehlende Existenz eines Gottes) durch Wien fahren w&#252;rden. Weltweit bekannt ist die von Ariane Sherine und Richard Dawkins in Gro&#223;britannien gestartete <a href="http://www.theflowersaregone.at/2009/01/macht-den-atheismus-salonfahig/"  target="_blank">Aktion</a> ja bereits &#8211; nachdem dort alles glatt lief, &#8220;expandierte&#8221; das Vorhaben (dann nat&#252;rlich nicht mehr unter der direkten Leitung von Sherine und Dawkins) u.a. nach Spanien, Italien, Kanada und sogar Amerika. Nur in Deutschland stellten sich die Verkehrsbetriebe verschiedener St&#228;dte quer, obwohl dort in einer gro&#223; angelegten Aktion und mit Unterst&#252;tzung diverser humanistischer und atheistischer Verb&#228;nde sogar &#252;ber verschiedene Slogans abgestimmt und dabei gleichzeitig Spenden gesammelt wurden. Als &#8220;Kompromiss&#8221; schickt man mit dem Geld nun einen eigenen Bus auf Deutschland-Tour, der nicht nur mit den Spr&#252;chen bedruckt auf den Atheismus hinweisen soll, sondern auch Leute zum direkten Gespr&#228;ch sowie zu Stadtf&#252;hrungen einl&#228;dt. (Mehr Infos f&#252;r Interessierte auf der <a href="http://www.buskampagne.de/"  target="_blank">offiziellen Kampagnenseite</a>.)</p>
<p>Und in &#214;sterreich?<br />
Tja, da sah vorerst alles gut aus. Man bekleckerte sich nicht mit Aussagen wie &#8220;Die Werbung unserer Betriebe bleibt ideologiefrei&#8221; <a href="http://www.rolleyes.de/blog/2009/03/16/buskampagne-verkehrsverbunde-lehnen-plakate-ab/"  target="_blank">und lie&#223; gleichzeitig f&#252;r Jesus werbende Plakate zu</a>, wie das bei den deutschen Verkehrsbetrieben der Fall war, und auch sonst scheint es keinerlei Widerstand gegeben zu haben. Sogar auf der deutschen Kampagnen-Seite wurde schon guten Mutes verk&#252;ndet: &#8220;<a href="http://www.buskampagne.de/?p=1238"  target="_blank">In Wien fahren bereits die ersten Busse!</a>&#8221; &#8211; nur, dass das leider nicht so ganz stimmt.<br />
Denn: Obwohl die Sujets bereits ans Stadtwerbungsmonopol Gewista ausgeliefert wurden und seit dem 1. Juni auf den Linien 13A und 14A angebracht sein sollten, tat sich vorerst &#252;berhaupt nichts. Die Begr&#252;ndung folgte nun heute und betrifft die Wiener Linien selbst: Diese h&#228;tten n&#228;mlich ihre <a href="http://www.buskampagne.at/2009/06/08/wiener-linien-ziehen-zustimmung-zuruck/"  target="_blank">Zustimmung zur&#252;ckgezogen</a> und demzufolge k&#246;nne da auch die Gewista nicht viel machen. Letzteres ist verst&#228;ndlich, Ersteres nicht. Denn die offizielle Begr&#252;ndung f&#252;r die Ablehnung seitens der Wiener Linien steht noch aus &#8211; sie wird laut Gewista &#8220;ausgearbeitet&#8221; und sollte im Laufe des Tages bei Niko Alm eintreffen.</p>
<p>Da bin ich mal gespannt &#8211; ich vermute jedoch, nicht nur die &#246;sterreichischen Atheisten, sondern auch deren Verkehrsbetriebe (nat&#252;rlich Monopolunternehmen) haben sich ein deutsches Vorbild genommen und lehnen die Werbung entweder wegen &#8220;glaubensbeleidigendem/&#8217;-verachtendem&#8217;&#8221; Inhalt ab, oder behaupten schlichtweg, man wolle keine weltanschaulich Position beziehende Werbung auf den hauseigenen Bussen. Gut, jesusverherrlichende Plakate habe ich im Rahmen der Wiener Linien wirklich noch nie gesehen. Aber ist z.B. Wahlwerbung, wie sie durchaus auf Bussen der st&#228;dtischen Verkehrsbetriebe zu sehen ist, nicht ebenso ideologisch und weltanschaulich eindeutig? Welcher vern&#252;nftige Grund sollte eine private und uneigenn&#252;tze Gruppierung denn dann daran hindern, f&#252;r das (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) Fehlen eines Gottes zu werben? (&#220;ber die Sinnhaftigkeit des Spruchs unterhalte ich mich ein ander Mal, obwohl ich ihn nicht so &#252;bel finde wie viele andere.)</p>
<p>Letztendlich zeigt diese Wende, dass auch &#214;sterreich ein Land der provizialen Kleingeister ist, in dem man zwar mit Aufdrucken wie &#8220;Zu Ostern ist Jesus Christus auferstanden &#8211; ein Fest f&#252;r die Menschen!&#8221; bel&#228;stigt wird, eine dem kontr&#228;r entgegenstehende Meinung aber nicht toleriert wird. Ob da nicht der Reaktion&#228;r vom Dienst, Kardinal Sch&#246;nborn, seine Finger im Spiel hatte?</p>
<p><strong>Ein Update gibt es jedenfalls, sobald eine Stellungnahme der Wiener Linien bekannt ist.</strong> Die Laizismus-Gruppe auf Facebook rief bereits zu Protesten auf &#8211; ich werde mich diesem Aufruf nat&#252;rlich anschlie&#223;en, sobald N&#228;heres &#252;ber die Ablehnungs-Motivation der Verkehrsbetriebe verlautbart ist.</p>
<p><strong>Nachtrag:</strong> Wie <a href="http://derstandard.at/?url=/?id=1244460160988"  target="_blank">derStandard.at berichtet</a>, begr&#252;ndet ein Sprecher der Wiener Linien die Ablehnung mit einem der Grunds&#228;tze des Verkehrsbetriebs, wonach &#8220;keine Werbung f&#252;r politische Parteien oder religi&#246;se Glaubensgemeinschaften auf den Fahrzeugen der Wiener Linien&#8221; zuzulassen w&#228;ren. &#8220;Auch bei Werbung f&#252;r atheistische Gruppen oder Glaubenstendenzen greift dieser Unternehmensgrundsatz&#8221;, hei&#223;t es weiter.</p>
<p>Damit ist klar, was von Anfang an allerseits bef&#252;rchtet wurde: Anstatt zu einer offenen Diskussionskultur beizutragen und dabei noch Geld zu verdienen, verschlie&#223;t sich der Staatsbetrieb lieber vor etwaigen Unangenehmheiten mit der christlichen Kirche (die ja traditionell als erste auf die Barrikaden steigt, wenn man es wagt, deren dogmatische Lehre anzufechten) und versteckt sich hinter angeblichen &#8220;Grunds&#228;tzen&#8221;. Komisch nur, dass so etwas die Verkehrsbetriebe in Spanien oder Kanada &#8211; nicht gerade atheistische L&#228;nder &#8211;  nicht n&#246;tig haben und aus der Zulassung der Sujets selbstverst&#228;ndlich auch keine Sch&#228;den bezieht.<br />
Die Vorstellung von &#214;sterreich als weltoffener Staat wird damit einmal mehr dezimiert.</p>
<p><strong>Siehe auch:</strong> <a href="http://www.politwatch.at/stories/wiener-linien-drehen-atheisten-buskampagne-ab/"  target="_blank">Politwatch &#8211; Wiener Linien drehen Atheisten-Buskampagne ab</a> und <a href="http://feuerhaken.org/2009-06-08/wiener-linien-machen-sich-ins-hemd/" >Feuerhaken.org &#8211; Wiener Linien machen sich ins Hemd</a>.</p>
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		<title>Die Streetview-Hysterie</title>
		<link>http://www.theflowersaregone.at/2009/04/die-streetview-hysterie/</link>
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		<pubDate>Fri, 17 Apr 2009 23:25:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist in aller Munde &#8211; das Google-Auto durchf&#228;hrt die Stra&#223;en Wiens!
F&#252;r alle Unwissenden: Der zu Google Maps zugeh&#246;rige Dienst &#8220;Street View&#8220;, der dem Seitenbesucher Fotoaufnahmen der angeklickten Stra&#223;en zeigt, wird derzeit massiv erweitert und erfasst bald auch Wien. Zu diesem Zweck durchfahren mehrere Google-Autos, am Dach mit einer 360-Grad-Kamera best&#252;ckt, die Stra&#223;en von &#214;sterreichs [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist in aller Munde &#8211; das Google-Auto durchf&#228;hrt die Stra&#223;en Wiens!<br />
F&#252;r alle Unwissenden: Der zu Google Maps zugeh&#246;rige Dienst &#8220;<a rel="nofollow" href="http://maps.google.com/help/maps/streetview/"  target="_blank">Street View</a>&#8220;, der dem Seitenbesucher Fotoaufnahmen der angeklickten Stra&#223;en zeigt, wird derzeit massiv erweitert und erfasst bald auch Wien. Zu diesem Zweck durchfahren mehrere Google-Autos, am Dach mit einer 360-Grad-Kamera best&#252;ckt, die Stra&#223;en von &#214;sterreichs Hauptstadt und schie&#223;en brauchbare Standbilder.</p>
<p>Das kratzt nat&#252;rlich an der empfindlichen Seele der &#214;sterreicher. So verwundert es nicht, dass die in vielen anderen L&#228;ndern schon (au&#223;er in England) problemlos durchgef&#252;hrt Praxis hierzulande auf <a href="http://derstandard.at/?id=1237230038506"  target="_blank">Unmut</a> <a href="http://futurezone.orf.at/stories/1602282/"  target="_blank">st&#246;&#223;t</a>. &#8220;Datenschutz&#8221; ist dabei ein gro&#223;es Wort, und wer mich kennt wei&#223;, dass auch ich viel von der korrekten Einhaltung dieses B&#252;rgerrechtes halte. In diesem Fall ist es allerdings ziemlich &#252;bertrieben, gleich Panik zu schieben. Google verpixelt sowohl Nummerntafeln als auch etwaige Fu&#223;g&#228;nger &#8211; wer sich selbst dennoch erkennt und nicht bei Googles Dienst gezeigt werden will, kann das Foto wieder entfernen lassen. Auch handelt es sich klarerweise um rein &#246;ffentlichen Raum, der fotografiert wird: weder wird der User in irgendwelche Wohnungen schauen k&#246;nnen, noch werden Privatstra&#223;en und -grundst&#252;cke befahren. Wer nun der Meinung ist, dass man ja dennoch die Leute erst um Erlaubnis fragen m&#252;sste, bevor man sie fotografiert, muss auch jedem Stadtfotografen das Leben schwer machen &#8211; denn immerhin ist es Gang und G&#228;be, dass Touristen oder auch fotografiebegeisterte Einheimische t&#228;glich Hunderte Fotos von Wiens Stra&#223;en schie&#223;en, auf denen f&#252;r gew&#246;hnlich auch einige Personen zu sehen sind. Dass in Zeiten von Flickr und co. diese Bilder dann nicht im Internet landen (wo Fremde nat&#252;rlich auch in diesem Fall unkenntlich gemacht werden sollten), ist eher unwahrscheinlich.</p>
<p>Einige schlie&#223;en schon Parallelen zur Video&#252;berwachung &#8211; und diesbez&#252;glich k&#246;nnte man auch mich als Feind von &#220;berwachungskameras fragen, wieso ich nichts an Googles Vorhaben auszusetzen habe. Die Antwort ist einfach: Momentaufnahmen sind keine Videos. Einen Schritt weiter gedacht wird klar, warum der Vergleich zwischen einem einmal get&#228;tigten Standbild und einer permanent laufenden Kamera, die sich in den meisten F&#228;llen sogar bewegen l&#228;sst, nicht hinhaut. Noch dazu geht es Google nicht darum, irgendwelche Verbrechen aufzukl&#228;ren oder Leute in ihren T&#228;tigkeiten zu offenbaren, sondern ausl&#228;ndischen Nutzern ein akkurates Bild einer fremden Stadt zu offenbaren.<br />
F&#252;r Wien kann das nur Mehreinnahmen im Tourismusbereich bedeuten, besser als &#252;ber jede unglaubw&#252;rdige Werbung mit Sch&#246;nf&#228;rbeeffekt. F&#252;r die Wiener selbst ist es offenbar ein Skandal sondergleichen, dass der b&#246;se Gro&#223;konzern in &#8220;ihre&#8221; Stadt eindringt und paar Schnappsch&#252;sse t&#228;tigt &#8211; und das obwohl <a href="http://www.norc.at/"  target="_blank">ein anderes Unternehmen dasselbe</a> schon seit L&#228;ngerem still und unbemerkt tut!</p>
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		<title>Wo ich morgen nicht sein werde</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Mar 2009 23:41:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeit & Studium]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Längere Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Demonstration]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Wir zahlen nicht f&#252;r eure Krise!&#8221; &#8211; unter diesem Motto wird seit Wochen Werbung f&#252;r eine morgen stattfindende Gro&#223;demonstration gemacht, an der sich insgesamt 258 Organisationen beteiligen: Von der Attac, die den Protestmarsch auch ins Leben rief, oder der AKS (Aktion kritischer Sch&#252;ler) &#252;ber diverse gr&#252;ne, sozialistische und kirchliche Verb&#228;nde sowie die Betriebsr&#228;te einiger staatsnaher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Wir zahlen nicht f&#252;r eure Krise!&#8221; &#8211; unter diesem Motto wird seit Wochen Werbung f&#252;r eine morgen stattfindende Gro&#223;demonstration gemacht, an der sich insgesamt 258 Organisationen beteiligen: Von der Attac, die den Protestmarsch auch ins Leben rief, oder der AKS (Aktion kritischer Sch&#252;ler) &#252;ber diverse gr&#252;ne, sozialistische und kirchliche Verb&#228;nde sowie die Betriebsr&#228;te einiger staatsnaher Unternehmen, bis hin zu NGOs und teils dubios anmutenden Vereinen wie den &#8220;M&#252;ttern gegen Atomgefahr&#8221; oder &#8220;Gartenpolylog&#8221;, dem &#8220;&#246;sterreichischen Gemeinschaftsgarten-Netzwerk&#8221;. Ein bunt gemischter Haufen jedenfalls, von dem mitunter jeder Einzelne bereits seine eigene Plakatwerbung f&#252;r die Veranstaltung gedruckt und damit Wien bepflastert hat.</p>
<p>Doch was ist dran an der Forderung f&#252;r eine &#8220;demokratische und solidarische Gesellschaft&#8221; und warum halte ich, der von diesen beiden Grunds&#228;tzen durchaus &#252;berzeugt ist, nichts davon?</p>
<p>Nun, zun&#228;chst muss ich dem Slogan durchaus zustimmen &#8211; Gewinne privat zu belassen und Verluste zu verstaatlichen ist durchaus nicht das, was ich mir unter dem Spiel des freien Marktes vorstelle. Wie auf einem solchen &#252;blich, m&#252;ssen auch schlecht wirtschaftende oder sich verspekulierende Banken f&#252;r ihre Fehler haften und, falls es besonders drastisch ist, sogar zugrunde gehen. Nur so kann Platz f&#252;r jene Unternehmen gemacht werden, die als Sieger aus diesem wirtschaftlichen Kampf hervorgegangen sind und ganz offensichtlich besser dazu taugen, die Privatwirtschaft am Leben zu erhalten.<br />
Doch schon hier muss man differenzieren: Denn wenn die Initiatoren der Demonstration ein &#8220;Sozial- statt Bankenpaket&#8221; fordern, sollte ihnen bewusst sein, dass durch den bis zu 100 Milliarden Euro schweren Kredit, den der Staat an finanzschwache Banken vergibt, nichts anderes als so ein &#8220;Sozialpaket&#8221; darstellt: Nicht nur die Arbeitspl&#228;tze innerhalb der jeweiligen Bank werden gerettet, auch wird dadurch die Kreditgabe an eigenst&#228;ndige Unternehmen nicht gef&#228;hrdet und somit werden dort wiederum Arbeitspl&#228;tze gesichert. Was hingegen ein geforderter &#8220;Mindestlohn&#8221; bringen soll oder gar eine &#8220;Arbeitszeitverk&#252;rzung ohne Lohnverzicht&#8221; ist wiederum fraglich. Den Unternehmen und damit den Arbeitnehmern d&#252;rfte dies eher weniger helfen.</p>
<p>Doch es sind gar nicht so sehr die Details, die mich der ganzen Sache &#228;u&#223;erst negativ gegen&#252;ber stehen lassen, sondern der dabei latent mitschwingende, antikapitalistische Ton. Unter dem Punkt &#8220;Die Verursacher und Profiteure m&#252;ssen zahlen&#8221; hei&#223;t es da beispielsweise: &#8220;Finanzierung aller Krisenkosten mit Transaktions- und progressiven Verm&#246;genssteuern.&#8221; Wie bitte? Seit wann steht der Spekulierende bzw. ganz allgemeine der &#8220;Reiche&#8221; in der Kollektivschuld des Wirtschaftszusammenbruches und was ist mit Menschen, die zwar wohlhaben sind, mit Investitionsgesch&#228;ften aber gar nichts am Hut haben? &#8220;Sippenhaftung&#8221; ist da das erste Wort, das mir in den Sinn kommt.<br />
Weiter geht es unter anderem mit der Forderung nach einer &#8220;demokratische[n] Kontrolle der Finanzm&#228;rkte&#8221; &#8211; wie auch immer die Akteure des Spektakels sich das vorstellen. Denn demokratisch &#252;ber Privatunternehmen zu entscheiden bedeutet letztendlich Verstaatlichung und Enteignung &#8211; ein aus der DDR wohlbekannter Schachzug, der alles andere als w&#252;nschenswert ist. Da ist es auch nicht allzu verwunderlich, dass auf den Seiten <a href="http://akab2803.blogsport.de/"  target="_blank">einiger</a> <a href="http://www.kommunisten.at/article.php?story=20090325221620594"  target="_blank">teilnehmender</a> <a href="http://www.linkswende.org/ueberunsstart.html"  target="_blank">Organisationen</a> genau das gefordert wird und ich dar&#252;ber wirklich nur noch den Kopf sch&#252;tteln kann.</p>
<p>Die elementarste Frage ist allerdings, warum es den angestrebten &#8220;Systemwechsel&#8221; &#252;berhaupt braucht. Sei Beginn des letzten Jahrhunderts hatten wir <a rel="nofollow" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftskrise%23Inflation_im_Deutschen_Reich"  target="_blank">mehrere Wirtschaftskrisen</a>, die schwerste davon 1929. Am System des Kapitalismus hat sich gl&#252;cklicherweise dennoch nichts ge&#228;ndert, daf&#252;r war keine Notwendigkeit vorhanden. Denn sogar Roosevelt tat letztendlich nichts anderes, als das Prinzip einer umfassenden und dabei beidseitig (von Arbeitnehmern und -gebern) finanzierten Kranken- und Sozialversicherung zu etablieren sowie eine Menge arbeitsplatzschaffende &#246;ffentliche Investitionen zu t&#228;tigen &#8211; Dinge, die durchaus im Rahmen des Vertretbaren liegen und mit einer &#8220;Demokratisierung&#8221; des Finanzwesens nichts gemein haben (so etwas wurde zur selben Zeit woanders angestrebt &#8211; dreimal darf geraten werden, wo).<br />
Ich bezweifle keineswegs, dass auch in Sachen Privatwirtschaft einige Dinge falsch laufen. Meine L&#246;sungsvorschl&#228;ge gehen allerdings in eine v&#246;llig andere Richtung (Arbeitsplatzbeschaffung durch Steuersenkungen und Schutzgesetzbeschneidungen, bedingungsloses Grundeinkommen, Privatisierung &#246;ffentlichen Guts etc.) und streben keineswegs einen radikalen, mit staatlicher Gewalt forcierten Pseudo-Sozialismus an. Daf&#252;r besteht und bestand nie Bedarf.</p>
<p>Wem am 28. M&#228;rz also nach Demonstrieren ist, dem sei vielmehr der <a href="http://www.vgt.at/hinweise/20090328TR-Grossdemo/index.php"  target="_blank">Demozug f&#252;r Tierrechte</a> ans Herz gelegt &#8211; selber Ort, eine Stunde fr&#252;her. Und mit einem sicherlich notwendigeren Hintergrund als dem der Reichenverstaatlichung.</p>
<p>Links<br />
» <a href="http://www.28maerz.at/index.php?id=aufruf"  target="_blank">&#8220;Wir zahlen nicht f&#252;r eure Krise!&#8221;</a><br />
» <a href="http://feuerhaken.org/2009-03-24/wir-zahlen-nicht-fuer-eure-krise-in-graz/"  target="_blank">Feuerhaken: &#8220;&#8216;Wir zahlen nicht f&#252;r eure Krise!&#8217; in Graz&#8221;</a><br />
» <a href="http://franzjoseph.twoday.net/stories/5610636/"  target="_blank">Franz Joseph: &#8220;Demoaufruf: Franz Joseph zahlt nicht f&#252;r eure Krise!&#8221;</a><br />
» <a rel="nofollow" href="http://oliverritter.wordpress.com/2009/03/27/das-system-ist-gescheitert/"  target="_blank">Oliver Ritter: &#8220;Das System ist gescheitert…&#8221;</a><br />
» <a rel="nofollow" href="http://wutimbauch.wordpress.com/2009/03/22/aktionen-in-salzburg-wir-zahlen-nicht-fur-eure-krise/"  target="_blank">Wut im Bauch: &#8220;Aktionen in Salzburg: Wir zahlen nicht f&#252;r Eure Krise&#8221;</a></p>
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