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	<title>The Flowers Are Gone &#187; Wahlkabine</title>
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		<title>Schlechte Zeiten f&#252;r &#214;sterreichs Computerspieler</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Apr 2009 21:07:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internet & Computer]]></category>
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		<description><![CDATA[Gerade eben habe ich die diesj&#228;hrige Wahlkabine f&#252;r die EU-Wahlen kommenden Juli gemacht. Heraus gekommen ist wenig &#252;berraschend eine gro&#223;e Zustimmung f&#252;r die JuLis, &#252;berraschenderweise eine etwas weniger gro&#223;e f&#252;r die KP&#214; und wieder nicht so &#252;berraschend immer noch eine bedeutsame f&#252;r die Gr&#252;nen. (Ganz unten war &#252;brigens nicht, wie bei mir sonst immer, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade eben habe ich die diesj&#228;hrige <a href="http://wahlkabine.at/"  target="_blank">Wahlkabine</a> f&#252;r die EU-Wahlen kommenden Juli gemacht. Heraus gekommen ist wenig &#252;berraschend eine gro&#223;e Zustimmung f&#252;r die JuLis, &#252;berraschenderweise eine etwas weniger gro&#223;e f&#252;r die KP&#214; und wieder nicht so &#252;berraschend immer noch eine bedeutsame f&#252;r die Gr&#252;nen. (Ganz unten war &#252;brigens nicht, wie bei mir sonst immer, die FP&#214; &#8211; die war &#8220;nur&#8221; auf dem vorletzten Platz -, sondern die SP&#214;.)</p>
<p>Nun kann man anschlie&#223;end ja die Fragen und die dazu geh&#246;rigen Antworten der Parteien bzw. Stellungnahmen im Detail betrachten. Interessant ist diesbez&#252;glich insbesondere die folgende Fragestellung:</p>
<blockquote><p>Soll die EU zum Schutz der Jugend die Mitgliedsstaaten dazu verpflichten, die Verbreitung und das &#246;ffentliche Zug&#228;nglichmachen von Computer- und Videospielen mit gewaltt&#228;tigen Inhalten strafrechtlich zu verfolgen?</p></blockquote>
<p>An und f&#252;r sich ein viel diskutiertes Thema, &#252;ber das man sich gerne Gedanken machen kann. Blickt man beispielsweise nach Deutschland, stellt man schnell fest, dass dort die konservative CDU Stimmung f&#252;r ein Gewaltspiele-Verbot macht &#8211; wie man es auch nicht anders erwartet.</p>
<p>Unerwartet waren hingegen die Antworten der &#246;sterreichischen Parteien. So stimmen SP&#214;, Gr&#252;ne, FP&#214;, Hans-Peter Martin und die KP&#214; <strong>f&#252;r</strong> dieses Verbot, lediglich &#214;VP, BZ&#214; und die JuLis dagegen.<br />
Da muss man sich als zuallererst einmal die Fragestellung, die ja von den aufgez&#228;hlten Parteien in dieser Form bef&#252;rwortet wird (zumindest ist dies anzunehmen), durch den Kopf gehen lassen: &#8220;Die Verbreitung und das &#246;ffentliche Zug&#228;nglichmachen [...] strafrechtlich zu verfolgen&#8221; bedeutet nicht etwa, Gewaltspiele f&#252;r Minderj&#228;hrige nicht erwerbbar zu machen oder nach deutschem Vorbild zu indizieren, d.h. ein &#246;ffentliches Werbeverbot (allerdings kein Verkaufsverbot an Vollj&#228;hrige) auszusprechen. Es bedeutet, dass Spiele, deren Inhalt als &#8220;gewaltt&#228;tig&#8221; klassifiziert wurde, zensiert, also quasi Schwarzmarktgut werden. So etwas hat es in &#214;sterreich bisher noch nie gegeben und in den meisten anderen EU-L&#228;ndern ebensowenig &#8211; und jetzt will man die &#8220;Experten&#8221; der EU damit betreuen?</p>
<p>Doch sieht man sich die Detailantworten an, wird es noch kurioser.<br />
So meint Hans-Peter Martin beispielsweise:</p>
<blockquote><p>Grunds&#228;tzlich bin ich f&#252;r Verbote bei Kinderpornografie [!] und richtiger Gewalt. Doch das zu definieren m&#246;chte ich nicht EU-B&#252;rokraten &#252;berlassen. Das muss von internationalen Experten definiert werden.</p></blockquote>
<p>Martin suggeriert also nicht nur ein Gleichstellung von Kinderpornografie bzw. physischer Gewalt mit Computerspielen bestimmten Inhaltes, sondern beantwortet diese Frage auch allgemein mit &#8220;Ja&#8221;, obwohl er der EU die Zensur-Kompetenz nicht &#252;berlassen will. War da jemand ein wenig verwirrt?</p>
<p>Bedenkenswert auch die Antwort der KP&#214;:</p>
<blockquote><p>Pr&#228;vention setzt auch in diesem Bereich anders ein. Die Produktion dieser Spiele und Filme muss undenkbar werden. [...]</p></blockquote>
<p>&#8230; und dann noch ein wenig zusammenhangloses Gerede &#252;ber soziale Politik und Verantwortung.<br />
Nun, &#8220;undenkbar&#8221; ist schon ein schwerwiegendes Vokabel, denn an die Produktion welcher Art von Spiel ein (internationaler) Entwickler denkt, sollte immer noch diesem selbst &#252;berlassen sein &#8211; Gedankenverbrechen gibt es bekanntlich ja nicht, wobei man sich im Kosmos der Kommunisten da nie so sicher sein kann. Auch macht diese Aussage den Wunsch einer besonders harten, erbarmungslosen Bestrafung bei der Verbreitung von Gewaltspielen deutlich, damit es zuk&#252;nftig niemand mehr &#8220;wagen&#8221; wird, ein eventuell drastisches Spiel &#252;berhaupt zu programmieren.</p>
<p>Zuletzt noch die Aussage der SP&#214;:</p>
<blockquote><p>Es bedarf klarer Regeln f&#252;r Spiele mit [...] rassistischen oder sexistischen Inhalten. In schweren F&#228;llen ist auch die strafrechtliche Verfolgung der Verbreitung verbotener Spiele anzustreben.</p></blockquote>
<p>Abgesehen davon, dass von Spielen mit &#8220;rassistischen oder sexistischen Inhalten&#8221; nie die Rede war (dar&#252;ber geben auch die Zusatzinformationen von Wahlkabine.at zur Frage Auskunft), muss man sich nochmals vor Augen halten, was diese &#8220;strafrechtliche Verfolgung&#8221; bedeuten w&#252;rde:</p>
<p>Da w&#252;rde der alleinige Tausch oder Handel eines Computerspieles (d.h. einer strukturierten Ansammlung von Datencode) zwischen zwei m&#252;ndigen, erwachsenen Personen unter Strafe gestellt, wenn das Spiel auf einer von irgendwelchen EU-Kommisaren ausgerufenen Schwarzen Liste steht. Unter dem Label einer vermeintlichen Gewaltpr&#228;vention, die der unbewiesenen Pr&#228;misse der Kausalit&#228;t von Computerspielen und unkontrollierten Emotionen zugrunde liegt, wird also massiv in die Freiheit des Marktes und damit nat&#252;rlich auch der B&#252;rger eingegriffen. Die Zeiten, in denen man f&#252;r den Besitz eines bestimmten Buches strafrechtlich belangt werden konnte, scheinen angesichts solcher Ideen nicht allzu weit zur&#252;ck zu liegen &#8211; oder vielleicht doch so weit, dass die entsprechenden Parteifunktion&#228;re bereits vergessen haben, was die logische Konsequenz daraus war?</p>
<p>Ich kann also jedem EU-W&#228;hler nur raten, die Parteiprogramme zumindest oberfl&#228;chlich zu studieren, den Wahlkabine-Test zu machen und auch die Detailantworten zu Rate zu ziehen. Die m&#246;glichen &#220;berraschungen k&#246;nnten von gro&#223;er Bedeutung f&#252;r das eigene Wahlverhalten sein.</p>
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