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	<title>The Flowers Are Gone &#187; Staat</title>
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		<title>Von Steuern und Initiativen</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 21:07:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach neuesten Studien flie&#223;e derzeit bereits mehr als eine Milliarde Euro via online-gaming ins Ausland. Resultat ist, dass das Volumen an Steuern und Abgaben aus dem Gl&#252;ckspielmonopol massiv schrumpft. Bis 2012 wird bereits eine Summe von bis zu sechs Milliarden Euro an Geldabfluss ins Ausland durch online-gaming prognostiziert. Dar&#252;ber hinaus verzichtet der Finanzminister auf j&#228;hrlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Nach neuesten Studien flie&#223;e derzeit bereits mehr als eine Milliarde Euro via online-gaming ins Ausland. Resultat ist, dass das Volumen an Steuern und Abgaben aus dem Gl&#252;ckspielmonopol massiv schrumpft. Bis 2012 wird bereits eine Summe von bis zu sechs Milliarden Euro an Geldabfluss ins Ausland durch online-gaming prognostiziert. Dar&#252;ber hinaus verzichtet der Finanzminister auf j&#228;hrlich rund 300 Millionen Euro an Steuern und Abgaben nur im Bereich des Automatengesch&#228;fts, weil eine dringend notwendige Regulierung nach wie vor fehlt.</p></blockquote>
<p>schreibt Peter Westenthaler in einer <a href="http://www.ots.at/presseaussendung.php?schluessel=OTS_20090702_OTS0111&amp;ch=politik"  target="_blank">Presseaussendung</a> bez&#252;glich des neuen Gl&#252;cksspielgesetzes.</p>
<p>Das ist bezeichnend, denn der BZ&#214;-Politiker tut hier so, als h&#228;tte &#214;sterreich ein <em>Anrecht</em> auf die Steuern der hier lebenden Spieler, als w&#228;re so etwas wie ein internationaler Markt entweder nicht vorhanden oder eine Art Unrecht, das es zu beseitigen gilt. Das zeugt allerdings nicht so sehr davon, dass der gute Mann den Lauf der Zeit verschlafen h&#228;tte, sondern eher von einem Symptom, an dem jeder Politiker krankt: Geldgier.<br />
Dabei geht es auch, aber nat&#252;rlich nicht nur um das eigene Geld. Der monatliche Bezug eines jeden angestellten Politikers ist immerhin fix und daf&#252;r sind (klarerweise) immer finanzielle Mittel vorhanden. Die Sache betrifft vielmehr den Etat, die Geldsummen, die jeder Volksvertreter zur Verwirklichung der von ihm angestrebten Projekte zur Verf&#252;gung hat. Und hierbei gilt: Umso weniger der Fiskus insgesamt hat, desto weniger bleibt auch jedem Einzelnen &#252;brig. Klar, dass da eine gewisse Form des Neids aufkommt, wenn pl&#246;tzlich Millionenbetr&#228;ge in andere L&#228;nder abflie&#223;en, man selbst aber mit immer weniger auskommen muss.</p>
<p>Doch genau dieses Denken ist schlichtweg falsch und das, was mir Politiker so unsympathisch erscheinen l&#228;sst. Sicher: Sie meinen es alle gut, jeder aus seiner eigenen, subjektiven Sicht. Nur ist das Hantieren mit eigentlich fremden Geldsummen, die noch dazu mit Gewalt in den eigenen Besitz gebracht wurden, f&#252;r sich schon etwas zutiefst unmoralisches, das sich durch noch so hehere Gr&#252;nde kaum rechtfertigen l&#228;sst. Jeder einzelne Politiker will irgendwie die Welt ver&#228;ndern und braucht daf&#252;r nat&#252;rlich auch ein Budget, doch warum begibt er sich &#8211; statt das g&#228;ngige System auszunutzen &#8211; nicht einfach auf die Suche nach einer Basis von Freiwilligen, die das mit ihm gemeinsam anpacken wollen und dazu auch bereit sind, einen Teil ihres Einkommens daf&#252;r zu opfern? Man k&#246;nnte jetzt einwenden, dass dieses System durch Wahlen bereits etabliert ist und man quasi durch seine Stimme all die Projekte unterst&#252;tzt, die sich die jeweilige Partei auf die Fahnen geschrieben hat. Allerdings sollte jedem schnell einleuchten, dass dies eine sehr indirekte, intransparente und vor allem willk&#252;rliche Sache ist. Immerhin garantiert mir niemand, dass Wahlversprechen einerseits eingehalten werden, andererseits die von mir pr&#228;ferierte Gruppierung &#252;berhaupt Teil einer entscheidungsf&#228;higen Mehrheit wird. Und im schlimmsten Fall wird mein Steuergeld f&#252;r Dinge verwendet, die ich grunds&#228;tzlich moralisch oder auch nur in ihrer tats&#228;chlichen Umsetzung ablehne.</p>
<p>Damit muss man leben. Muss man damit leben? Oder w&#228;re die Idee eines Minimalsstaats, der sich gerade um das &#8220;Notwendigste&#8221; k&#252;mmert (m&#252;sste nat&#252;rlich individuell definiert werden), gleichzeitig aber durch viele Privatinitiativen unterst&#252;tzt wird, nicht eine weitaus zukunftstr&#228;chtigere?<br />
Sicher &#8211; die Privilegienreiter h&#228;tten damit wohl alles andere als ihre Freude. Immerhin w&#252;rde der Beamtenstand drastisch reduziert und die Initiatoren diverser Belange k&#246;nnten sich nicht mehr einfach aus dem Steuertopf bedienen, sondern m&#252;ssten tats&#228;chlich Menschen finden, die ihre Anliegen nicht nur k&#246;rperlich bzw. geistig, sondern vor allem finanziell unterst&#252;tzen.<br />
Aber ist nicht gerade das Demokratie? Es muss ja nicht immer die Mehrheit sein, die gefunden wird &#8211; auch eine kleine Gruppe kann versuchen, die Welt zu verbessen. Mit dem Unterschied, dass jeder in ihr dies dann freiwillig, selbstbestimmt und somit auch mit dem bestm&#246;glichen Engagement tut.</p>
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		<title>Postler bei der Polizei &#8211; warum nicht?</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Jun 2009 13:25:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich h&#228;tte es ja wirklich nicht erwartet, aber Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek von der roten Gewerkschafts-Partei ist tats&#228;chlich zu etwas f&#228;hig, das man gemeinerhin wohl als &#8220;rationales Wirtschaften&#8221; bezeichnen w&#252;rde. Okay, auch Josef Pr&#246;ll beansprucht die Idee grunds&#228;tzlich f&#252;r sich. Aber wer auch immer drauf gekommen ist, verdient jedenfalls mein Lob.
Es geht um das Einsetzen nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich h&#228;tte es ja wirklich nicht erwartet, aber Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek von der roten Gewerkschafts-Partei ist tats&#228;chlich zu etwas f&#228;hig, das man gemeinerhin wohl als &#8220;rationales Wirtschaften&#8221; bezeichnen w&#252;rde. Okay, auch Josef Pr&#246;ll beansprucht die Idee grunds&#228;tzlich f&#252;r sich. Aber wer auch immer drauf gekommen ist, verdient jedenfalls mein Lob.</p>
<p>Es geht um das Einsetzen <a href="http://derstandard.at/1245820005380/Post--und-Telekombeamte-sollen-Personalnot-loesen" >nicht mehr ben&#246;tigter Post- und Telekommitarbeiter bei der Polizei</a>. In unserem sch&#246;nen Land bekommt man als Beamter ja eine lebenslange Job-Garantie, die zwar mit marktwirtschaftlichen Prinzipien nicht vereinbar ist und auch sonst eher wenig Konkurrenzf&#228;higkeit zul&#228;sst, aber f&#252;r die Betroffenen sicherlich eine recht angenehme Sache ist. Was aber, wenn der &#8211; gar nicht so unwahrscheinliche &#8211; Fall eintritt, dass f&#252;r die entsprechenden Angestellten ganz einfach keine Verwendung mehr vorhanden sind? Dem jeweiligen Staatsbetrieb bleibt nichts anderes &#252;brig, als sie entweder mit &#252;bertrieben hohen Abfertigungen sanft aus ihrer Anstellung zu begleiten, sie in Fr&#252;hpension zu schicken oder eben umzuschichten. Meistens landen die Beamten dann in so etwas, was sich &#8220;Karriere- und Entwicklungscenter&#8221; nennt, also eine Art AMS-Kurscenter f&#252;r Staatsangestellte. Ob dort etwas Sinnvolles gelehrt wird, ist mehr als fraglich, aber es k&#228;me eben auch nicht besonders gut an, wenn unz&#228;hlige Menschen f&#252;rs Nichtstun bezahlt w&#252;rden. Dann lieber Ausbildungskurse, die ihrerseits wieder Geld kosten und als Besch&#228;ftigungstherapie dienen.</p>
<p>Aber zur&#252;ck zu Heinisch-Honsek. Deren Vorschlag, bis zu 1.200 besch&#228;ftigungslose Beamte bei der Polizei unterzubringen, mag zun&#228;chst f&#252;r Erstaunen sorgen. Immerhin ist der Beruf eines Polizisten kein einfacher und ben&#246;tigt einer langen und aufw&#228;ndigen Ausbildung &#8211; und daf&#252;r dann einen Haufen Postler einsetzen? Das hat sich wohl auch Peter Pilz gedacht, als er &#252;ber eine <a href="http://www.ots.at/presseaussendung.php?schluessel=OTS_20090625_OTS0242"  target="_blank">APA-Presseaussendung</a> zynisch die Bewaffnung von M&#252;llm&#228;nnern und den Einsatz von Pr&#228;senzdienern im Gemeindebau forderte. Das zeugt vielleicht von Humor, allerdings auch davon, dass sich der gute Herr Pilz mit dem Thema nicht wirklich auseinandergesetzt hat.<br />
Es geht n&#228;mlich mitnichten um den Einsatz von Postlern als Streifenpolizisten, sondern rein um Verwaltungst&#228;tigkeiten innerhalb der Dienststellen &#8211; durch dessen Delegierung dann mehr Polizisten auf die Stra&#223;e und zu Eins&#228;tzen k&#246;nnten. Die Schreibtischarbeit, die jetzt also unn&#246;tigerweise von den Exekutivbeamten &#252;bernommen wird, w&#252;rde dann einfach auf Beamte zur&#252;ckfallen, die sich damit ohnehin auskennen sollten.</p>
<p>Wozu also die Aufregung? Im Gegenteil ist genau so ein Vorhaben das, was ein &#252;berlebensf&#228;higes Unternehmen (hier der Staat) von Zeit zu Zeit machen muss: Rationalisieren, umschichten und Kosten einsparen. Das kommt letztendlich allen zugute, da nicht nur unn&#246;tige Geldausgaben vermieden werden, sondern auch die Exekutive einen ohnehin allseits geforderten Aufschub im verf&#252;gbaren Personal erhielte.<br />
Ich sage es nochmal: Man kann den entsprechenden Politikern &#8211; ganz ohne Zynismus &#8211; nur gratulieren.</p>
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		<title>Das Budget schl&#228;gt zur&#252;ck</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Jun 2009 22:37:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ist dieses Szenario wirklich verwunderlich? Nachdem als blinde &#8220;Gegenma&#223;nahme&#8221; zur Finanzkrise allerorts &#8211; angefangen bei den USA &#252;ber Deutschland und &#214;sterreich &#8211; Millionen in insolvente Unternehmen zur k&#252;nstlichen Arbeitsplatzerhaltung gepumpt und Banken &#8220;gerettet&#8221; wurden, die diese Rettung eigentlich gar nicht n&#246;tig gehabt h&#228;tten, aber dennoch Milliardenkredite erhielten, kommt man urpl&#246;tzlich drauf, dass darunter ja das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ist dieses Szenario wirklich verwunderlich? Nachdem als blinde &#8220;Gegenma&#223;nahme&#8221; zur Finanzkrise allerorts &#8211; angefangen bei den USA &#252;ber Deutschland und &#214;sterreich &#8211; Millionen in insolvente Unternehmen zur k&#252;nstlichen Arbeitsplatzerhaltung gepumpt und Banken &#8220;gerettet&#8221; wurden, die diese Rettung eigentlich gar nicht n&#246;tig gehabt h&#228;tten, aber dennoch Milliardenkredite erhielten, kommt man urpl&#246;tzlich drauf, dass darunter ja das Budget leiden k&#246;nnte und der Staatsverschuldung von mittlerweile &#252;ber 183 Milliarden Euro (das sind ca. 24.500 Euro pro Kopf) kaum zugute kommen k&#246;nnen.</p>
<p>Was ist also die kongeniale L&#246;sung unserer Politiker? Richtig, Steuererh&#246;hung! Allerdings nicht eine seltsame und ohnehin noch nicht konkret definierte Verm&#246;genssteuer, sondern eine &#8220;<a href="http://orf.at/ticker/332280.html"  target="_blank">Massensteuer</a>&#8220;, wie das Bernhard Felderer, der Vorsitzende des Staatsschuldenausschusses, formuliert. Damit meint er nat&#252;rlich die Mehrwertsteuer, die derzeit bei maximal 20% liegt und auf bis zu 25 Prozent erh&#246;ht werden soll.<br />
Die Deutschen machen es Felderer gleich, zumindest der Pr&#228;sident des Deutschen Instituts f&#252;r Wirtschaftsforschung, Klaus Zimmermann. Er fordert <a rel="nofollow" href="http://de.news.yahoo.com/2/20090624/tpl-diw-praesident-haelt-mehrwertsteuer-ee974b3.html"  target="_blank">ebenfalls</a> eine Erh&#246;hung der Steuer auf Ums&#228;tze auf 25%.</p>
<p>Nicht bedenken tun dabei sowohl Felderer als auch Zimmermann, dass exakt diese Vorgehensweise einer Ankurbelung der Wirtschaft diametral entgegen steht. Glauben diese Herren wirklich, dass die B&#252;rger zu mehr Konsum verleitet werden k&#246;nnen (und damit zu wieder mehr Produktion und Arbeitspl&#228;tzen beitragen), indem die Endpreise so eklatant erh&#246;ht werden? Wie stellen sie sich den Ausgang der Krise vor &#8211; noch mehr Staatsinvestitionen und -interventionen, auf dass wir bald wieder in der DDR angelangt sind, wo alle gleich arm sind?<br />
Sicher, das Szenario ist &#252;berspitzt. Aber es ist schon bedenklich, wenn bedeutsamen Stimmen der (Staats-)Wirtschaft nichts anderes einf&#228;llt, als fragw&#252;rdige &#246;ffentliche Geldgebung mit noch mehr Diebstahl am B&#252;rger auszugleichen. Wo liegt da die nachhaltige, effektiv wirksame L&#246;sung versteckt?</p>
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		<title>Nein zur Wahlpflicht</title>
		<link>http://www.theflowersaregone.at/2009/06/nein-zur-wahlpflicht/</link>
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		<pubDate>Mon, 15 Jun 2009 17:44:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In einem Interview mit dem Standard spricht sich Politologe Klaus Poier &#8211; vorsichtig &#8211; f&#252;r eine Wahlpflicht aus. Er h&#228;lt sie f&#252;r das &#8220;einzige wirksame Instrument, damit eine hohe Wahlbeteiligung gew&#228;hrleistet wird&#8221; und sieht als m&#246;gliches Hindernis nicht etwa ethische Bedenken, sondern dass die Realisierbarkeit am fehlenden Mut der Politiker scheitert. Immerhin gesteht er ein, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einem <a href="http://derstandard.at/fs/1244460381926"  target="_blank">Interview</a> mit dem Standard spricht sich Politologe Klaus Poier &#8211; vorsichtig &#8211; f&#252;r eine Wahlpflicht aus. Er h&#228;lt sie f&#252;r das &#8220;einzige wirksame Instrument, damit eine hohe Wahlbeteiligung gew&#228;hrleistet wird&#8221; und sieht als m&#246;gliches Hindernis nicht etwa ethische Bedenken, sondern dass die Realisierbarkeit am fehlenden Mut der Politiker scheitert. Immerhin gesteht er ein, dass es nicht unbedingt einer Strafe beim Nichtw&#228;hlen bedarf, sondern vielleicht auch gegenteilig einer Belohnung, wenn ein B&#252;rger zur Urne schreitet (&#8221;Hausverlosung&#8221;, Steuerbeg&#252;nstigungen etc.).</p>
<p>Was in &#214;sterreich zum Gl&#252;ck nur Spekulation ist, hat sich ein deutscher Politiker ernsthaft auf die Fahne geschrieben. J&#246;rn Thie&#223;en von der SPD m&#246;chte 50 Euro Strafzahlung von jedem, der zuk&#252;nftig nicht zur Wahl geht &#8211; also die B&#252;rger mit Gewalt zur &#8220;demokratischen Willensbildung&#8221;, wie er das nennt, zwingen. Ein Argument, das auch Poier nennt, ist dabei die Tatsache, dass die Wahlpflicht in anderen L&#228;ndern wie den Niederlanden oder Griechenland bereits eingef&#252;hrt ist und funktioniert.<br />
Das ist wohl wahr &#8211; doch Thie&#223;en als auch Poier scheinen zu vergessen, dass auch das Nichtw&#228;hlen Teil des demokratischen Prozesses ist. Wenn ein Staatsb&#252;rger nicht w&#228;hlt, kann das viele Gr&#252;nde haben &#8211; Faulheit, Vergesslichkeit, der Mangel an ansprechendem Angebot, bewusste Verweigerung des demokratischen Prozesses etc. Welcher es auch immer ist, bleibt schon prinzipiell ihm &#252;berlassen &#8211; doch gerade im Fall des fehlenden Parteiangebots w&#228;re es unsinnig, den B&#252;rger dennoch zur Wahl zu dr&#228;ngen, damit er dort seine ung&#252;ltige Stimme abgeben kann. Das Argument, dass bei einem Zwang der Wille zur politischen Auseinandersetzung steigen k&#246;nnte, w&#228;re empirisch zu &#252;berpr&#252;fen, w&#252;rde meines Erachtens nach aber eher nach hinten losgehen. Entweder g&#228;be es aus Protest noch mehr ung&#252;ltige Stimmen, oder aber &#8211; was schwer zu &#252;berpr&#252;fen ist &#8211; der W&#228;hler kreuzt die Partei an, die ihm als das geringste &#220;bel erscheint bzw. seine Stammpartei/die seiner Eltern. Aber kann das eine sinnvolle Option sein, blo&#223; um die Wahlbeteiligung k&#252;nstlich hoch zu halten?</p>
<p>Vielmehr liegt es doch an der Politik, dem W&#228;hler klar zu machen, dass sich seine Stimme <em>lohnt</em>. Leute mit Druck zur Wahl zu karren, damit sich die Politikerriege in der Richtigkeit ihrer Taten selbst best&#228;tigen lassen kann, darf unm&#246;glich die L&#246;sung sein. Egal ob nun durch Steuerbeg&#252;nstigungen oder durch angedrohte Strafen.<br />
Wie w&#228;re es mit mehr W&#228;hlerbeteiligung (nicht nur im herk&#246;mmlichen Sinne des Begriffs) durch direkte demokratische Verfahren &#8211; wie sie &#252;brigens auch Poier bef&#252;rwortet? Oder einfach nur mit der Aufkl&#228;rung &#252;ber die postulierte Wichtigkeit des demokratischen Prozesses bzw. mehr politischer Bildung in der Schule, die ja ohnehin fest in staatlicher Hand ist. Eine zwangsweise abgebene Stimme kann in besagtem Prozess jedenfalls nicht sonderlich viel wert sein. Denn sobald der W&#228;hler nur zur Wahl geht, weil er es <em>muss</em>, kann er genauso gut zu Hause bleiben &#8211; das Resultat ist idealistisch betrachtet dasselbe.</p>
<p><strong>Auch lesenswert:</strong> <a href="http://www.heise.de/tp/blogs/5/140135" >&#8220;SPD-Abgeordneter im rhetorischen Sinkflug&#8221; auf Telepolis.</a></p>
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		<title>Das Museumsquartier und die &#214;ffentlichkeit</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Jun 2009 01:29:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit kurzem hat das Museumsquartier in Wien eine neue Hausordnung. Dieser zufolge ist es ab sofort verboten, im Hof, der vor allem bei Jugendlichen im Sommer als Aufenthaltsort sehr beliebt ist, mitgebrachte alkoholische Getr&#228;nke zu konsumieren. Alle jene, die nicht in den MQ-Plastikbechern, die samt Inhalt von den Gastronomiebetrieben des Hofs verkauft werden, konsumiert werden, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit kurzem hat das Museumsquartier in Wien eine <a href="http://derstandard.at/?url=/?id=1244460188048"  target="_blank">neue Hausordnung</a>. Dieser zufolge ist es ab sofort verboten, im Hof, der vor allem bei Jugendlichen im Sommer als Aufenthaltsort sehr beliebt ist, mitgebrachte alkoholische Getr&#228;nke zu konsumieren. Alle jene, die nicht in den MQ-Plastikbechern, die samt Inhalt von den Gastronomiebetrieben des Hofs verkauft werden, konsumiert werden, k&#246;nnen zum Rausschmiss f&#252;hren oder werden den entsprechenden Besitzern von bulligen Securitys abgenommen.<br />
Zudem d&#252;rfen die Betonkl&#246;tze um die angepflanzten B&#228;ume nicht mehr besetzt werden. Obwohl diese weder einen Weg, noch Stufen darstellen, begr&#252;ndet man das Verbot mit einer erh&#246;hten Sicherheit.</p>
<p>Doch wie sieht es nun mit den Getr&#228;nken aus?<br />
Das Museumsquartier ist per definitionem ein &#246;ffentlicher Raum. In den K&#246;pfen vieler Menschen bedeutet dies, dass er damit &#8220;dem Staat&#8221;, also letztendlich den Regierenden geh&#246;rt, die dar&#252;ber beliebig verf&#252;gen k&#246;nnen wie der Bauer &#252;ber seine erworbenen drei Hektar Land. Richten wir uns jedoch nach dem hierzulande &#252;blichen Grundsatz, dass Eigentum in den Besitz desjenigen &#252;bertritt, der dieses erwirbt oder finanziell daf&#252;r aufkommt, ist das Museumsquartier mitnichten im Besitz beliebig besetzter Verwaltungen. Denn finanziert wird das MQ mit ca. 11 Millionen Euro Steuergeldern, die jedem Einzelnen von uns (und nat&#252;rlich nicht vorrangig den Verantwortlichen) entzogen werden, um eben unter anderem ein &#246;ffentliches Angebot bestehen zu lassen. Imagin&#228;rer Eigent&#252;mer ist also die &#8220;Allgemeinheit&#8221;, die sich in jedem einzelnen Staatsb&#252;rger manifestiert &#8211; und demzufolge k&#246;nnte eine Entscheidung &#252;ber die Einschr&#228;nkung den &#246;ffentlichen Raum h&#246;chstens demokratisch erfolgen. (Auch wenn diese aufgrund der Diktatur der Mehrheit &#252;ber die Minderheit ebenfalls nicht zu bef&#252;rworten w&#228;re.)</p>
<p>Erw&#228;hntes Angebot wird nun jedoch zugunsten einiger weniger &#8211; den Besitzern der Lokalit&#228;ten &#8211; beschr&#228;nkt und somit ein &#246;ffentlicher (auch frei zug&#228;nglicher und offener) Raum geschaffen, der auf territoriale Verhaltensregeln zur&#252;ckgreift. Beim Hof des MQ handelt es sich ja mitnichten um ein abgeschlossenes Geb&#228;ude, sondern lediglich um eine Erweiterung der ihn umgebenden Stra&#223;en. Als w&#228;re dies nicht bereits illegitim genug, wird zudem eine eklatante Wettbewerbsverzerrung begangen. Das neue Ge- bzw. Verbot ist so, als w&#252;rde man im T&#252;rkenschanzpark nur Getr&#228;nke zulassen, die zuvor bei einem der ihn umgebenden Superm&#228;rkte &#8211; Billa, Zielpunkt, Spar etc. &#8211; gekauft wurden. Das ist dort nat&#252;rlich kaum praktikabel, doch blo&#223; weil es im Museumsquartier einfacher ist, legitimiert das noch lange kein gewaltvoll eingeschr&#228;nktes Konsumentenverhalten zugunsten des &#246;rtlichen Angebots.</p>
<p>Begr&#252;ndet wird die Ma&#223;nahme &#8211; fadenscheinig wie zu erwarten &#8211; mit einer dadurch angeblich &#8220;erh&#246;hten Sicherheit&#8221;. Es sei &#8220;wiederholt zu Exzessen gekommen&#8221;, die <em>selbstverst&#228;ndlich</em> nicht zu erwarten sind, wenn sich die Leute, anstatt mit mitgebrachtem Bier, mit dort gekauftem zubechern. Auch eine &#8220;erhebliche M&#252;llproblematik&#8221; sei aufgekommen &#8211; als Probleml&#246;sung schlage ich schlichtweg die Vergr&#246;&#223;erung des Mistk&#252;belangebots vor.</p>
<p>Ich wehre mich jedenfalls erheblich gegen eine derartige Einschr&#228;nkung jenes Raums, der von der Allgemeinheit sowohl finanziert als auch vorrangig genutzt wird. Damit bin ich zum Gl&#252;ck nicht alleine, weswegen bereits Aktionen gegen das Verbot erdacht wurden: &#8220;<a rel="nofollow" href="http://bringyourbeer.wordpress.com/"  target="_blank">Bring Your Own Beer</a>&#8221; will m&#246;glichst viele Leute mobilisieren, die am 20. Juni gemeinsam Mitgebrachtes trinken und sich dabei laut zuprosten. Am 13. Juni findet zudem eine weitere, bis dato noch unbekannte Protestaktion bzw. ein Flashmob (<a rel="nofollow" href="http://www.facebook.com/home.php?ref=home%23/event.php?eid=99330009973&amp;ref=mf"  target="_blank">Facebook</a>) statt &#8211; ich kann nur jedem vern&#252;nftigen Menschen raten, wenn m&#246;glich daran teilzunehmen.<br />
Au&#223;erdem rufe ich dazu auf, die Gastst&#228;tten im MQ in Zukunft zu boykottieren. Das nicht, weil die Unternehmer eventuell mit der MQ-Verwaltung &#8220;unter einer Decke&#8221; stecken k&#246;nnten, sondern weil einem als einfacher B&#252;rger ansonsten keine Mittel bleiben, gegen die neuen Verbote anzuk&#228;mpfen. Ein Umsatzr&#252;ckgang der Gastronomie tr&#228;fe auch die &#8220;Besitzer&#8221; des MQ &#252;ber den Umweg der zu erwartenden Mietzinsr&#252;ckg&#228;nge.</p>
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