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	<title>The Flowers Are Gone &#187; Sozialismus</title>
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	<description>Rinks? Lechts? Freiheit.</description>
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		<title>Die Reichen, die Reichen&#8230;</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Apr 2009 22:10:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Längere Gedanken]]></category>
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		<description><![CDATA[Nun hat er sie also vorgestellt, der Franz Voves, seine &#8220;Neue europ&#228;ische Wirtschaftspolitik&#8221; (NEW). POLILOG bietet einen sch&#246;nen &#220;berblick &#252;ber die darin enthaltenen Forderungen, &#252;ber die ich lediglich den Kopf sch&#252;tteln kann.
Interessant ist dabei schon im Vorfeld, dass wieder einmal auf &#8220;die Reichen&#8221; verbal eingepr&#252;gelt wird. Die so genannte &#8220;Reichensteuer&#8221; sowie eine Transfersteuer sind in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.theflowersaregone.at/wordpress/wp-content/uploads/2009/04/new.jpg" alt="NEW" title="NEW" width="480" height="120" class="aligncenter size-full wp-image-673" />Nun hat er sie also vorgestellt, der Franz Voves, seine &#8220;Neue europ&#228;ische Wirtschaftspolitik&#8221; (<a href="http://www.stmk.spoe.at/steiermark/kampagnen-projekte/new-neue-europaische-wirtschaftspolitik/new-neue-europaische-wirtschaftspolitik/at_download/file/SP%25C3%2596_NEW-fin.pdf"  target="_blank">NEW</a>). <a rel="nofollow" href="http://polilog.wordpress.com/2009/04/17/voves-new-und-die-diskussion-um-die-reichensteuer/"  target="_blank">POLILOG</a> bietet einen sch&#246;nen &#220;berblick &#252;ber die darin enthaltenen Forderungen, &#252;ber die ich lediglich den Kopf sch&#252;tteln kann.</p>
<p>Interessant ist dabei schon im Vorfeld, dass wieder einmal auf &#8220;die Reichen&#8221; verbal eingepr&#252;gelt wird. Die so genannte &#8220;Reichensteuer&#8221; sowie eine Transfersteuer sind in aller Munde, Bundeskanzler Faymann hingegen hat ausnahmsweise mal das Richtige getan und proklamiert, dass es dazu in dieser Regierungsperiode nicht kommen wird. Aber wieso kommt man jetzt, zu Zeiten der Wirtschaftskrise, &#252;berhaupt auf eine solche Idee? Voves und die angeblichen 99 Prozent seiner Partei, die die schon zuvor ge&#228;u&#223;erten Ideen mit &#8220;positivem&#8221; Feedback versehen haben, lassen den Eindruck erstehen, &#8220;die Reichen&#8221; seien kollektiv f&#252;r die Krise verantwortlich und m&#252;ssten jetzt daf&#252;r b&#252;&#223;en. Von dieser widerlichen Verallgemeinerung abgesehen kommen die Hauptverantwortlichen der ruin&#246;sen Spekulationsgesch&#228;fte zudem gro&#223;teils aus den USA und sicherlich nicht aus dem kleinen &#214;sterreich. Und selbst wenn eine Mehrheit hierzulande f&#252;r den Niedergang der Weltwirtschaft verantwortlich w&#228;re, rechtfertigt das nunmal keinesfalls eine Sippenhaftung.<br />
Auch scheinen die Populisten zu vergessen, dass nicht eine h&#246;here Besteuerung, sondern im Gegenteil m&#246;glichst viel Geld in den H&#228;nden der Konsumenten (egal ob arm oder reich) die Wirtschaft wieder in Schwung bringt.</p>
<p>Aber sehen wir uns das zwanzig Seiten starke Pamphlet einmal an, das von Franz Voves entworfen wurde. Schon in der Einleitung st&#246;&#223;t es einem sauer auf:</p>
<blockquote><p>[...] Diese Krise ist von den unregulierten Finanzm&#228;rkten ausgegangen. Sie zeigt, dass die unkontrollierte neoliberale Marktwirtschaft gescheitert ist.</p></blockquote>
<p>Unregulierte Finanzm&#228;rkte? Das l&#228;sst sich h&#246;chsten als schlechter Witz abtun. Als ob der Finanzmarkt jemals so etwas wie ein Schwarzmarkt, der von staatlichen Eingriffen (Steuern, FED, Nationalbank) gefreit ist, war. Gleichzeitig verwendet Voves den inflation&#228;r gewordenen Begriff &#8220;<a rel="nofollow" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Neoliberalismus"  target="_blank">neoliberal</a>&#8221; so wie 90% der restlichen Sozialisten, die damit nun f&#252;r ihre Ideen hausieren gehen, n&#228;mlich falsch.</p>
<p>Dann versucht sich das Programm wieder an Definitionen. So hei&#223;t es in Kapitel 1:</p>
<blockquote><p>Banken und Finanzm&#228;rkte m&#252;ssen wieder prim&#228;r ihre urspr&#252;ngliche Aufgabe erf&#252;llen. Das sind das Sammeln von Ersparnissen und die Kreditvergabe an die Investoren der Realwirtschaft.</p></blockquote>
<p>Lieber Herr Voves: Die Banken, die Sie hier beschreiben, sind jene von sozialistischen L&#228;ndern wie der DDR, die in Staatshand tats&#228;chlich prim&#228;r f&#252;r diese Aufgaben verantwortlich waren. Privatisierte Banken jedoch handeln, so wie das jedes vern&#252;nftige Unternehmen tut, prim&#228;r eigenn&#252;tzig, das hei&#223;t gewinnorientiert. Und mit ein paar Krediten und dem &#8220;Sammeln von Ersparnissen&#8221; sind nun mal keine (bedeutsamen) Gewinne zu machen, so sch&#246;n das Gegenteil auch w&#228;re. Man muss es offen sagen: Wer diese &#8220;prim&#228;re Aufgabe&#8221; fordert, fordert verstaatlichte Banken.</p>
<p>Erw&#228;hnenswert ist auch dieser Absatz:</p>
<blockquote><p>Verteilungs- und Stabilisierungspolitik sind wesentliche Elemente einer pragmatisch ausgerichteten Wirtschaftspolitik, die die Verirrungen der Ideologie der „Marktreligiosit&#228;t“ („Privat ist immer besser als Staat“) &#252;berwinden muss.</p></blockquote>
<p>Hach ja, die gute, alte &#8220;Marktgl&#228;ubigkeit&#8221;. Dass so etwas wie eine &#8220;Staatsgl&#228;ubigkeit&#8221; existiert, die in &#8220;Umverteilung&#8221; und k&#252;nstlicher &#8220;Stabilisierung&#8221; ihr Heilstum sieht, kommt leider den Wenigsten in den Sinn. Nichts anderes ist allerdings der Fall, wenn man sich darauf verl&#228;sst, dass der Staat im Zweifelsfall alles besser regelt, so wie Voves das offenbar tut.</p>
<p>Interessant geht es weiter:</p>
<blockquote><p>Aus neoliberaler Sicht entsteht Arbeitslosigkeit durch fehlende Anreize, eine Besch&#228;ftigung zum herrschenden Lohnsatz anzunehmen. Alle Ma&#223;nahmen zielen darauf ab, es den Arbeitslosen so „ungem&#252;tlich“ wie m&#246;glich zu machen, um sie zur Aufnahme einer Besch&#228;ftigung zu bewegen. Dabei wird vernachl&#228;ssigt, dass es zu wenige freie Stellen gibt.</p></blockquote>
<p>Welche &#8220;Ma&#223;nahmen&#8221;? Ich glaube kaum, dass ein &#8220;neoliberaler&#8221; Unternehmer, der schlie&#223;lich auf Arbeitskr&#228;fte angewiesen ist, es &#8220;den Arbeitslosen so &#8216;ungem&#252;tlich&#8217; wie m&#246;glich&#8221; machen will. Die eigentlich Frage, die sich mir hierbei jedoch stellt, ist die folgende: Warum macht man es den Arbeitgebern &#8211; mit Arbeitnehmerschutzgesetzen, mit geforderten Mindestl&#246;hnen etc. &#8211; eigentlich so schwer, auf rationale Weise so viele Arbeitnehmer wie eben n&#246;tig anzustellen? Voves erkennt es schon richtig: Eine Vollbesch&#228;ftigung wird es nie geben. Wessen Schuld ist das aber nun &#8211; die der Arbeitgeber, die gef&#228;lligst &#252;ber ihre finanzielle Ma&#223;e hinaus einstellen sollen, oder die des Staates, der Ma&#223;nahmen setzt, die den Arbeitgeber im Zweifelsfall dreimal &#252;berlegen lassen, ob er den Bewerber nun einstellt und wom&#246;glich nur schwer wieder los wird (z.B. in Zeiten der Rezession) oder nicht.</p>
<p>Besonders prek&#228;r wird es in Kapitel 4, &#8220;Privat oder Staat&#8221;. Dort zeigt Voves u.a. die &#8220;zahlreichen&#8221; Gefahren der Liberalisierung auf, so zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>fehlende demokratische Einflussnahme und &#246;ffentliche Kontrolle: Die Privatisierung der Politik. Entdemokratisierung durch Verlust der Einfluss- und Gestaltungsm&#246;glichkeiten der &#246;ffentlichen Hand.</p></blockquote>
<p>Es ist kein Wunder, dass sich ein Politiker &#252;ber &#8220;fehlende Einflussnahme&#8221; beschwert &#8211; aber das ist nun mal der freie (und damit demokratische) Markt, auf dem die Dinge so laufen, wie die Mehrheit der Konsumenten sie w&#252;nscht &#8211; und nicht ein steirischer Landeshauptmann. Wenn der Staat unbedingt &#8220;mitgestalten&#8221; will, muss er eben ein Unternehmen er&#246;ffnen und schauen, ob es rentabel gef&#252;hrt werden kann &#8211; selbstverst&#228;ndlich unter dem Ausschluss einer Monopolisierung.</p>
<blockquote><p>F&#252;r jene Dienstleistungen, die bereits vollst&#228;ndig oder teilweise liberalisiert wurden (Telekommunikation, Strom, Gas, Eisenbahnen) gilt es, die Aufsicht zu straffen und die europ&#228;ische Koordination zu vertiefen. Demokratisch kontrollierte Regulierungsbeh&#246;rden m&#252;ssen sicherstellen, dass die privaten Unternehmen ihrem &#246;ffentlichen Auftrag nachkommen. Gelingt dies nicht, so halten wir eine R&#252;ckf&#252;hrung in &#246;ffentliches Eigentum f&#252;r gerechtfertigt. </p></blockquote>
<p>Da haben wir also den Wunsch nach der Re-Verstaatlichung &#8211; und wie ich Voves kenne, soll dies lieber heute denn morgen passieren. Wozu braucht es denn sonst eine &#8220;straffere Aufsicht&#8221; auf einem Markt, der liberalisiert ohnehin wie eine Eins l&#228;uft? Strom, Gas, Internet und Fernsehen sind so billig wie nie, die Anbieter &#252;berschlagen sich mit Angeboten. Lediglich der m&#252;ndige, analysierende Konsument wird vorausgesetzt &#8211; aber so viel Eigenverantwortung muss Voves seinen Sch&#228;fchen doch zutrauen.<br />
Wo ein privates Unternehmen jedenfalls einen &#8220;&#246;ffentlichen Auftrag&#8221; besitzt, ist mir schleierhaft. So etwas tragen Staatsbetriebe, nicht aber eine liberalisierte Telekom oder ein privater Stromanbieter.</p>
<blockquote><p>Das Bildungswesen, die medizinische Versorgung oder die Sicherheit k&#246;nnen nicht dem privaten Wettbewerb &#252;berlassen werden, ohne massive soziale Kosten mit sich zu bringen.</p></blockquote>
<p>Was sind &#8220;soziale Verluste&#8221;? Wie kommt Voves drauf, dass auf einem privaten Bildungsmarkt (selbstverst&#228;ndlich einhergehend mit einer Steuersenkung) keine ausreichende Versorgung mehr vorhanden ist? Gerade der liberalisierte Markt zeigt, dass die Angebote immer kosteng&#252;nstiger und leistbarer werden und dabei der Service steigt &#8211; Wettbewerb macht&#8217;s. Wieso sollte das bei den angesprochenen Beispielen anders sein?<br />
Zudem kann der Staat auch auf einem liberalisierten medizinischen Markt als Teilnehmer mitwirken, so wie das jetzt der Fall ist &#8211; blo&#223;, dass immer noch Zwangsversicherung und damit Wettbewerbsverzerrung herrscht. Entledigte man sich dieser, w&#228;re ein faires Angebot f&#252;r alle geschaffen: Staatliche Versicherung ohne Bedingung und zu leistbaren Preisen, private f&#252;r all jene, die gerne mehr zahlen, aber auch mehr geboten bekommen wollen. Was gerne als &#8220;Zwei-Klassen-Medizin&#8221; verschrieen wird, ist nichts anderes, als wenn ich mir im Supermarkt statt der Clever-Schokolade die Edelpralinen kaufe &#8211; ausreichend S&#252;&#223;es bekomme ich in jedem Fall.</p>
<p>Ohne jetzt auf jedes Detail eingehen zu wollen: Auf diesem Niveau geht es die restlichen 10 Seiten weiter. &#8220;EU-weit verbindliche Mindeststeuers&#228;tze&#8221; liest man da, &#8220;Steuern gem&#228;&#223; der wirtschaftlichen Leistung einheben&#8221; (= wer mehr arbeitet, muss auch mehr abgeben &#8211; &#8220;fair&#8221;), &#8220;Handel von Finanzprodukten au&#223;erhalb von B&#246;rsen eind&#228;mmen&#8221;, &#8220;verpflichtende Registrierung<br />
von Lobbyisten&#8221; oder &#8220;Aufzeichnungen &#252;ber Eigentumsverh&#228;ltnisse (Firmenb&#252;cher)<br />
klar und offen gestalte[n]&#8221; etc. (W&#228;re interessant zu wissen, was die Gr&#252;nen zu den letzten zwei Punkten sagen &#8211; Datenschutz sieht anders aus.)<br />
W&#228;re Voves ein Deutscher, k&#246;nnte man meinen, eine Zusammenstellung der &#8220;Linken&#8221; zu lesen &#8211; so ist es lediglich der Versuch eines Krypto-Sozialisten, die Gunst der Stunde f&#252;r sich zu nutzen und &#8220;Mehr Staat &#8211; weniger privat&#8221; zur Parole zu erheben. Jetzt ist fraglich, wie die restliche Regierungsmannschaft darauf reagiert &#8211; Zuversicht macht Doris Bures, wenn sie behauptet: &#8220;Das ist noch kein Kind. Das ist im besten Fall ein Embryo&#8221;, woraus sich allerdings auch schlie&#223;en l&#228;sst, dass diese noch mehr staatliche Eingriffe w&#252;nscht als ohnehin schon gefordert.</p>
<p>Entt&#228;uschend in diesem Zusammenhang auch die Gr&#252;nen: Sie (nun ja, zumindest Stadtrat David Ellensohn &#8211; kein geeigneter Kandidat f&#252;r meine <a href="http://www.gruenevorwahlen.at/"  target="_blank">Gr&#252;ne Vorw&#228;hlerstimme</a>) fordern &#8220;<a href="http://www.reichtumgerechtverteilen.at/blog.php?k=0"  target="_blank">5 Milliarden Euro Verm&#246;genssteuer</a>&#8220;, treten daf&#252;r mit den alten Statistiken &#252;ber die ach so ungerechte Wohlstandsverteilung ans Tageslicht und lassen sich nat&#252;rlich auch zu gro&#223;z&#252;gigem Reichen-Bashing hinrei&#223;en.<br />
Muss man als wirtschaftsliberal Denkender jetzt also wirklich die leidige &#214;VP w&#228;hlen, wenn man von all dem nichts h&#228;lt?</p>
<p><font size="1">Foto: Folder &#8220;NEW&#8221; der SP&#214;</font></p>
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