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	<title>The Flowers Are Gone &#187; Partizipation</title>
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		<title>Demokratiefeindlichkeit genau betrachtet</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Jun 2009 19:04:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die neue Wertestudie &#8220;Die &#214;sterreicher innen&#8221; wurde k&#252;rzlich ver&#246;ffentlich und ein Aufschrei geht durch die journalistische Landschaft. Demokratiefeindlich seien die &#214;sterreicher, politikdesinteressiert und ausl&#228;nderfeindlich sowieso. Auch das &#8220;profil&#8221; hat es sich nicht nehmen lassen, die Studie ausf&#252;hrlich zu analysieren und schreibt &#8211; polemisch wie leider so oft &#8211; &#8220;50% ausl&#228;nderfeindlich, 50% demokratiekritisch&#8221; auf ihre Titelseite.
Ohne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die neue Wertestudie &#8220;Die &#214;sterreicher innen&#8221; wurde k&#252;rzlich ver&#246;ffentlich und ein Aufschrei geht durch die journalistische Landschaft. Demokratiefeindlich seien die &#214;sterreicher, politikdesinteressiert und ausl&#228;nderfeindlich sowieso. Auch das &#8220;profil&#8221; hat es sich nicht nehmen lassen, die Studie ausf&#252;hrlich zu analysieren und schreibt &#8211; polemisch wie leider so oft &#8211; &#8220;50% ausl&#228;nderfeindlich, 50% demokratiekritisch&#8221; auf ihre Titelseite.</p>
<p>Ohne auf jeden Aspekt der immerhin 300 Seiten starken Untersuchung eingehen zu wollen, st&#246;ren mich insbesondere zwei Er&#246;rterungen der weitl&#228;ufig gestellten Analyse. Vorneweg: Dass ein F&#252;nftel (21%) der Bev&#246;lkerung einen &#8220;starken Mann&#8221; an der Spitze will, ist nat&#252;rlich besonders bedenkenswert. Hier m&#252;sste man nat&#252;rlich weiter fragen und feststellen m&#252;ssen, ob damit ein echter Diktator oder &#8220;nur&#8221; so etwas wie ein Monarch, der mit einem Vetorecht ausgestattet ist, gemeint ist.<br />
Interessanter ist allerdings die angebliche Demokratiefeindlichkeit. Zun&#228;chst muss festgehalten werden, dass es nicht 50, sondern 46 Prozent sind, die mit der Demokratie in &#214;sterreich unzufrieden sind und sich dabei noch in die 35%, die &#8220;ziemlich unzufrieden&#8221;, und die 11%, die &#8220;sehr unzufrieden&#8221; sind, aufteilen. Davon abgesehen steckt in dieser n&#228;heren Beschreibung bereits das Crux der ganzen Sache: Erw&#228;hnte 46 Prozent der Befragten sind n&#228;mlich mitnichten prinzipiell Demokratiemuffel, sondern nur mit der <em>derzeitigen Praxis</em> dieses Systems unzufrieden. Und das ist auch wenig verwunderlich, immerhin beschr&#228;nkt sich der demokratische Einfluss des Volks hierzulande mehrheitlich auf Demonstrationen, unverbindliche Unterschriftenlisten und ein Kreuzchen, das einer Liste der Wahl f&#252;r f&#252;nf Jahre das Vertrauen zur repr&#228;sentativen Machtaus&#252;bung schenkt. Da kann man eigentlich sogar erwarten, dass der Souver&#228;n auf Dauer recht unzufrieden wird.</p>
<p>Die L&#246;sung steckt selbstverst&#228;ndlich nicht in der jetzt vollzogenen moralischen Entr&#252;stung und einer Schuldzuweisungen an die antidemokratischen Rechtsparteien, sondern in der Schaffung mehr partizipatorischer M&#246;glichkeiten wie etwa Volksbefragungen, die dann auch tats&#228;chlich politisches Gewicht haben. Oder, im Kleinen, auch die F&#246;rderung von Initiativen wie der <em>Gr&#252;nen Vorwahlen</em>, anstatt diesen &#228;ngstlich und mit dem Vorwand obskurer Verschw&#246;rungsvorw&#252;rfen gegen&#252;bertreten. Richtig liegt &#8220;profil&#8221; also mit der Aussage, dass die Parteien selbst ihr Vertrauen, das bei lediglich 14% liegt, wieder herstellen m&#252;ssen. Als inh&#228;rente Elemente der demokratischen Republik gilt dies allerdings gleicherma&#223;en f&#252;r die Aufrechterhaltung und vor allem Verbesserung des Systems.</p>
<p>Ein andere Sache ist die der Individualit&#228;t. So sehen sich 76% der &#214;sterreicher dem Individualismus hingewandt, was f&#252;r &#8220;profil&#8221; und auch Studienautor Christian Friesl offensichtlich ein Grund zur Sorge ist. So sehr, dass dieser Wert in einer Grafik sogar der Ausl&#228;nderfeindlichkeit gegen&#252;ber gestellt wird, die mit 55% tats&#228;chlich bedenklich hoch ist. Doch dass aus der einen Haltung zwangsl&#228;ufig die andere resultiert, ist zu behaupten ziemlich m&#252;&#223;ig. Individualismus bedeutet schlie&#223;lich nicht Egozentrismus und auch nicht unbedingt Egoismus, sondern vor allem autonome Selbstverwirklichung mithilfe starke Pers&#246;nlichkeitsrechte. Ein Individualist ist kein Chauvinist, der andere Individuen zwangsl&#228;ufig ausschlie&#223;t &#8211; im Gegenteil, es gibt auch soziale Individualisten, die sich f&#252;r ihre Mitmenschen einsetzen (ob Ausl&#228;nder oder nicht), dabei aber deren und ihre eigene Unabh&#228;ngigkeit gewahrt sehen wollen.<br />
Auf die Frage &#8220;Sind Sie Individualist?&#8221; w&#252;rde zumindest ich ganz klar mit &#8220;Ja&#8221; antworten &#8211; ohne dass darin irgendeine Form der Ablehnung anderer Menschen mitschwingt. Auf die Studie bezogen m&#252;sste man nat&#252;rlich die konkrete Fragestellung kennen, doch in dieser Form ist es sogar eine sehr positive Sache, dass sich drei Viertel der &#214;sterreicher zum Individualismus bekennen. Denn das Gegenteil, ein Kollektivismus &#8211; wom&#246;glich sogar noch auferzwungen &#8211; ist nicht gerade die Einstellung, die man sich als selbstbestimmter Mensch von seinem Umfeld w&#252;nschen kann.</p>
<p>Nat&#252;rlich gibt es immer noch genug Resultate, die Grund zur Sorge aufkommen lassen, zum Beispiel dass der Typ des &#8220;Ichbezogenen Autorit&#228;ren&#8221; (obwohl alleine in dieser Bezeichnung wieder der vemeintliche Zusammenhang zwischen Individualismus und Chauvinismus mitschwingt) mit 29% am st&#228;rksten in der Bev&#246;lkerung vertreten ist, gleich gefolgt vom &#8220;Familienzentrierten Konservativen&#8221; mit 27%. Oder dass 42 Prozent nur dann Zuwanderung wollen, wenn zun&#228;chst einmal f&#252;r Arbeitspl&#228;tze der Inl&#228;nder gesorgt ist.<br />
Doch wie bei jeder Studie gilt es, Fragestellungen und Befragte genauesten zu betrachten. Denn aus einer vermeintlich repr&#228;sentativen Masse eine derart weitl&#228;ufige Bev&#246;lkerungstendenz abzuleiten, kann leicht daneben gehen &#8211; wobei man hier die Schuld nicht den Studienleitern, sondern vielmehr hysterischen Analysen geben darf.</p>
<p><strong>Passend dazu gibt es bei mir eine neue Umfrage, die sich mit der angeblichen Demokratieproblematik auseinandersetzt. &#220;ber diesbez&#252;gliche Kommentare w&#252;rde ich mich nat&#252;rlich ebenfalls freuen.</strong></p>
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		<title>Nein zur Wahlpflicht</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Jun 2009 17:44:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In einem Interview mit dem Standard spricht sich Politologe Klaus Poier &#8211; vorsichtig &#8211; f&#252;r eine Wahlpflicht aus. Er h&#228;lt sie f&#252;r das &#8220;einzige wirksame Instrument, damit eine hohe Wahlbeteiligung gew&#228;hrleistet wird&#8221; und sieht als m&#246;gliches Hindernis nicht etwa ethische Bedenken, sondern dass die Realisierbarkeit am fehlenden Mut der Politiker scheitert. Immerhin gesteht er ein, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einem <a href="http://derstandard.at/fs/1244460381926"  target="_blank">Interview</a> mit dem Standard spricht sich Politologe Klaus Poier &#8211; vorsichtig &#8211; f&#252;r eine Wahlpflicht aus. Er h&#228;lt sie f&#252;r das &#8220;einzige wirksame Instrument, damit eine hohe Wahlbeteiligung gew&#228;hrleistet wird&#8221; und sieht als m&#246;gliches Hindernis nicht etwa ethische Bedenken, sondern dass die Realisierbarkeit am fehlenden Mut der Politiker scheitert. Immerhin gesteht er ein, dass es nicht unbedingt einer Strafe beim Nichtw&#228;hlen bedarf, sondern vielleicht auch gegenteilig einer Belohnung, wenn ein B&#252;rger zur Urne schreitet (&#8221;Hausverlosung&#8221;, Steuerbeg&#252;nstigungen etc.).</p>
<p>Was in &#214;sterreich zum Gl&#252;ck nur Spekulation ist, hat sich ein deutscher Politiker ernsthaft auf die Fahne geschrieben. J&#246;rn Thie&#223;en von der SPD m&#246;chte 50 Euro Strafzahlung von jedem, der zuk&#252;nftig nicht zur Wahl geht &#8211; also die B&#252;rger mit Gewalt zur &#8220;demokratischen Willensbildung&#8221;, wie er das nennt, zwingen. Ein Argument, das auch Poier nennt, ist dabei die Tatsache, dass die Wahlpflicht in anderen L&#228;ndern wie den Niederlanden oder Griechenland bereits eingef&#252;hrt ist und funktioniert.<br />
Das ist wohl wahr &#8211; doch Thie&#223;en als auch Poier scheinen zu vergessen, dass auch das Nichtw&#228;hlen Teil des demokratischen Prozesses ist. Wenn ein Staatsb&#252;rger nicht w&#228;hlt, kann das viele Gr&#252;nde haben &#8211; Faulheit, Vergesslichkeit, der Mangel an ansprechendem Angebot, bewusste Verweigerung des demokratischen Prozesses etc. Welcher es auch immer ist, bleibt schon prinzipiell ihm &#252;berlassen &#8211; doch gerade im Fall des fehlenden Parteiangebots w&#228;re es unsinnig, den B&#252;rger dennoch zur Wahl zu dr&#228;ngen, damit er dort seine ung&#252;ltige Stimme abgeben kann. Das Argument, dass bei einem Zwang der Wille zur politischen Auseinandersetzung steigen k&#246;nnte, w&#228;re empirisch zu &#252;berpr&#252;fen, w&#252;rde meines Erachtens nach aber eher nach hinten losgehen. Entweder g&#228;be es aus Protest noch mehr ung&#252;ltige Stimmen, oder aber &#8211; was schwer zu &#252;berpr&#252;fen ist &#8211; der W&#228;hler kreuzt die Partei an, die ihm als das geringste &#220;bel erscheint bzw. seine Stammpartei/die seiner Eltern. Aber kann das eine sinnvolle Option sein, blo&#223; um die Wahlbeteiligung k&#252;nstlich hoch zu halten?</p>
<p>Vielmehr liegt es doch an der Politik, dem W&#228;hler klar zu machen, dass sich seine Stimme <em>lohnt</em>. Leute mit Druck zur Wahl zu karren, damit sich die Politikerriege in der Richtigkeit ihrer Taten selbst best&#228;tigen lassen kann, darf unm&#246;glich die L&#246;sung sein. Egal ob nun durch Steuerbeg&#252;nstigungen oder durch angedrohte Strafen.<br />
Wie w&#228;re es mit mehr W&#228;hlerbeteiligung (nicht nur im herk&#246;mmlichen Sinne des Begriffs) durch direkte demokratische Verfahren &#8211; wie sie &#252;brigens auch Poier bef&#252;rwortet? Oder einfach nur mit der Aufkl&#228;rung &#252;ber die postulierte Wichtigkeit des demokratischen Prozesses bzw. mehr politischer Bildung in der Schule, die ja ohnehin fest in staatlicher Hand ist. Eine zwangsweise abgebene Stimme kann in besagtem Prozess jedenfalls nicht sonderlich viel wert sein. Denn sobald der W&#228;hler nur zur Wahl geht, weil er es <em>muss</em>, kann er genauso gut zu Hause bleiben &#8211; das Resultat ist idealistisch betrachtet dasselbe.</p>
<p><strong>Auch lesenswert:</strong> <a href="http://www.heise.de/tp/blogs/5/140135" >&#8220;SPD-Abgeordneter im rhetorischen Sinkflug&#8221; auf Telepolis.</a></p>
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		<title>Die Vorwahlen und ich</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Jun 2009 21:30:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internet & Computer]]></category>
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		<description><![CDATA[Heute, um ca. 19:15 Uhr, bekam ich eine Mail mit dem Betreff &#8220;Benachrichtigung Aufnahme als Unterst&#252;tzerIn bei den Wiener Gr&#252;nen&#8220;. In dieser wurde mir mitgeteilt, dass ich als Unterst&#252;tzer der Gr&#252;nen aufgenommen wurde, also quasi als &#8220;Gr&#252;ner Vorw&#228;hler&#8221; akzeptiert wurde.
Zuallererst: Das freut mich nat&#252;rlich, denn obwohl ich den Gr&#252;nen zeitweise kritisch gegen&#252;berstehe, halte ich sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute, um ca. 19:15 Uhr, bekam ich eine Mail mit dem Betreff &#8220;<strong>Benachrichtigung Aufnahme als Unterst&#252;tzerIn bei den Wiener Gr&#252;nen</strong>&#8220;. In dieser wurde mir mitgeteilt, dass ich als Unterst&#252;tzer der Gr&#252;nen aufgenommen wurde, also quasi als &#8220;<a href="http://www.gruenevorwahlen.at/"  target="_blank">Gr&#252;ner Vorw&#228;hler</a>&#8221; akzeptiert wurde.<br />
Zuallererst: Das freut mich nat&#252;rlich, denn obwohl ich den Gr&#252;nen zeitweise kritisch gegen&#252;berstehe, halte ich sie dennoch f&#252;r die einzige der konstant auftretenden Parteien, die prinzipiell und immer w&#228;hlbar ist &#8211; weswegen es eine spannende Sache ist, bei der Aufstellung der Liste f&#252;r die kommenden Landtagswahlen mitbestimmen zu k&#246;nnen, und freue mich auf die nun wohl dringend notwendige Vorab-Pr&#228;sentation der Kandidaten.</p>
<p>Doch das ist nicht der Grund f&#252;r diesen Artikel. Der Grund hat mit der so genannten &#8220;Gr&#252;nen Gesinnungspr&#252;fung&#8221; zutun. W&#228;hrend die Gr&#252;nen Vorwahlen n&#228;mlich immer mehr Publicity erhielten und ihre Pr&#228;senz tiefer in die gr&#252;nen Strukturen einfloss, wurde auch interne Kritik laut. Von Verschw&#246;rungstheorien bez&#252;glich eine feindliche &#220;bernahme der Wiener Gr&#252;nen hat man da geh&#246;rt, aber auch der Vorwurf, die &#8220;Internetfuzzis&#8221; w&#252;rden ja gar nicht richtig mit<em>arbeiten</em>, sondern nur mit<em>bestimmen</em> wollen, wurde oft laut. H&#246;hepunkt dieser manchmal schon ins Naive ausufernden Kritik waren nicht nur <a href="http://derstandard.at/?url=/?id=1241622440965"  target="_blank">mysteri&#246;se Eingaben</a> beim &#8220;Vorw&#228;hler-Generator&#8221; (&#8221;Ich bin Vorw&#228;hler, weil ich von der &#214;VP daf&#252;r bezahlt werde.&#8221;), sondern auch ein schnell als &#8220;<a href="http://www.gruenevorwahlen.at/2009/04/update-von-gruenevorwahlenat/%23comments"  target="_blank">Gesinnungstest</a>&#8221; bekannt gewordener Kommentar eines Gr&#252;n-Funktion&#228;rs.</p>
<p>Kurzum: Die Aktion wurde seitens der Gr&#252;nen selbst nicht immer wohlwollend aufgefasst; schnell entstand eine Art Lagerspaltung zwischen jenen Funktion&#228;ren, die den Gr&#252;nen Vorwahlen positiv gegen&#252;berstanden und darin ein erhebliches Zukunftspotential sehen, und der Gegenseite, die mit Bef&#252;rchtungen noch und n&#246;cher an die Vorw&#228;hler und die &#214;ffentlichkeit traten.<br />
Ohne mich jetzt allzu sehr auf diese Reaktionen und die darauf folgenden Gegenreaktionen mancher Gr&#252;n-W&#228;hler einzulassen, ist besonders die Sache mit dem &#8220;Gesinnungstest&#8221; eine interessante. Denn die gr&#252;ne Basis machte keine Hehl daraus, erst einmal alle Formulare bzw. die Namen darauf pr&#252;fen zu wollen, bevor man irgendwelche Zusagen macht.</p>
<p>Und nun ist es also zu den ersten Benachrichtigungen gekommen. Au&#223;er mir wurden, so vernehme ich diversen Tweets, unter anderen <a href="http://www.alm.at/"  target="_blank">Niko Alm</a>, <a href="http://www.helge.at/"  target="_blank">Helge Fahrnberger</a>, <a href="http://martin.schimak.at/"  target="_blank">Martin Schimak</a> und <a href="http://zurpolitik.com/"  target="_blank">Tom Schaffer</a> als Vorw&#228;hler akzeptiert, um nur die bekanntesten zu nennen (die genaue Zahl kenne ich nat&#252;rlich nicht). Dass noch nicht alle Angemeldeten benachrichtigt wurden, w&#228;re an sich kein Unding &#8211; immerhin haben die Gr&#252;nen noch bis zum 15. Juni Zeit, Auskunft &#252;ber den Anmeldestatus zu geben (danach akzeptierte Vorw&#228;hler k&#246;nnten bei der Landesversammlung nicht mehr mitw&#228;hlen). Komisch ist jedoch, dass beispielsweise <a href="http://www.andreaslindinger.at/"  target="_blank">Andreas Lindinger</a>, quasi der Archetyp des Gr&#252;n-W&#228;hlers, noch keine fixe Zusage erhalten hatte und stattdessen aufgefordert wurde, &#252;ber seine Motivation als Unterst&#252;tzer N&#228;heres bekannt zu geben. Oder, wie es Thomas Knapp in einem Tweet zusammenfasst:</p>
<blockquote><p>wie funktioniert die #gruenevw recherche wenn der wirtschaftsliberale blogger @chuckpala ok is, aber der &#246;koenergie-blogger @lindinger net?</p></blockquote>
<p>(<a href="http://twitter.com/quitzlipochtli/statuses/2093604969"  target="_blank">Quelle</a>)</p>
<p>@chuckpala, das bin ich. Und ich muss gestehen, dass ich mich nun wirklich frage, ob die proklamierte &#8220;Gesinnungspr&#252;fung&#8221; nun stattgefunden hat oder eben nicht. Denn dass ich, als jemand, der unter anderem nahezu bedingungslos f&#252;r einen freien Markt eintritt, nicht gerade der gl&#252;hendste K&#228;mpfer gegen den Klimawandel ist und gerne eine vern&#252;nftige Diskussion &#252;ber die Sinnhaftigkeit des Verbotsgesetzes (ohne opportunistisches Gehabe, wohlgemerkt) h&#228;tte, sofort aufgenommen werde, l&#228;sst eher darauf schlie&#223;en, dass man sich mit den Personen <em>nicht</em> wirklich auseinandergesetzt hat.<br />
Das klingt jetzt so, als h&#228;tte ich es gar nicht verdient, als Vorw&#228;hler akzeptiert zu werden und w&#252;rde eher zu dieser mysteri&#246;sen Gruppe angeblicher Infiltranten geh&#246;ren. Und immerhin haben ja Teile der Gr&#252;nen die Bedenken ge&#228;u&#223;ert, die derzeit sehr linke Partei k&#246;nne sich in Richtung Liberalismus wandeln &#8211; zumindest entnehme ich das <a href="http://www.baeck.at/blog/2009/06/09/macht-geld-und-sex-12/"  target="_blank">dieser Transkription</a> der Aussagen David Ellensohns bei einer Diskussion &#252;ber die GVW.</p>
<p>Aber: Mit den Grundwerten &#8220;selbstbestimmt, feministisch, gewaltfrei, basisdemokratisch, &#246;kologisch und solidarisch&#8221; habe ich &#252;berhaupt kein Problem. Im Gegenteil, ich stimme ihnen vorbehaltslos zu und erachte sie jetzt und f&#252;r alle Zeiten als sehr wichtige Stichworte. Blo&#223;, dass ich beispielsweise unter &#8220;Feminismus&#8221; nicht kompromissloses Gendern verstehe, weil ich eher der Ansicht bin, dass diese Praxis den Frauen letztendlich <a href="http://www.theflowersaregone.at/2008/11/warum-wir-keine-menschinnen-brauchen/"  target="_blank">mehr schadet denn n&#252;tzt</a>. Oder durchaus der Meinung bin, dass sich Marktwirtschaft und Umweltschutz <a href="http://www.theflowersaregone.at/2009/02/buykott-umweltschutz-am-freien-markt/"  target="_blank">vereinbaren lassen</a>, wenn man nur kreativ an die Sache herangeht.<br />
Anders ausgedr&#252;ckt: Mein Verh&#228;ltnis zu den Gr&#252;nen ist manchmal zwiesp&#228;ltig, aber in seinen Grundpfeilern konstant positiv.</p>
<p>Dem zum Trotz mutet es aber seltsam an, dass nun scheinbar doch Gesinnungs- oder zumindest &#8220;Motivationspr&#252;fungen&#8221; gerade bei jenen Sympathisanten durchgef&#252;hrt werden, die sich klar und deutlich zum gr&#252;nen Weltbild bekennen und dies sogar f&#246;rdern. (Lindinger ist nebenbei sogar Mitglied der Gr&#252;nen Ober&#246;sterreich.)<br />
Ich bin jedenfalls sehr auf die n&#228;chsten Tage und die weiteren Entwicklungen bei den Gr&#252;nen Vorwahlen gespannt. Was meint ihr &#8211; handelt es sich blo&#223; um &#8220;Stichprobentests&#8221;, wei&#223; man mit der gro&#223;en Anzahl an Anmeldungen immer noch nicht richtig umzugehen, oder bin ich aus unerfindlichen Gr&#252;nden doch irgendwie &#8220;gr&#252;ner&#8221; als Lindinger?</p>
<p><strong>Siehe auch:</strong><br />
» <a href="http://www.andreaslindinger.at/?p=472" >Der prompt erschienene Antwortbrief Andreas Lindingers.</a><br />
» <a href="http://www.rigardi.org/?p=1461" >Rigardi.org &#8211; Liebe Gr&#252;ne, wie viel ist euch Angst wert?</a><br />
» <a href="http://www.gruenevorwahlen.at/2009/06/es-ist-soweit-jetzt-wird-gesinnungsgepruft/" >Gr&#252;ne Vorwahlen: Es ist so weit, es wird gesinnungsgepr&#252;ft.</a></p>
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		<item>
		<title>Alles, was zum EU-W&#228;hlen zu wissen ist</title>
		<link>http://www.theflowersaregone.at/2009/06/alles-was-zum-waehlen-zu-wissen-ist/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Jun 2009 16:00:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Diesen Sonntag ist es bereits soweit: Der letzte Tag, an dem EU-weit das multinationale Parlament gew&#228;hlt wird, bricht an und damit auch der in &#214;sterreich traditionelle Wahlsonntag. Der Wahlkampf hierzulande war nicht sonderlich intensiv und wurde vielmehr von inl&#228;ndischen Vorf&#228;llen wie den Aussagen Martin Grafs, den Morden in einem indischen Tempel oder einer Anti-Moschee-Demo &#252;berschattet. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diesen Sonntag ist es bereits soweit: Der letzte Tag, an dem EU-weit das multinationale Parlament gew&#228;hlt wird, bricht an und damit auch der in &#214;sterreich traditionelle Wahlsonntag. Der Wahlkampf hierzulande war nicht sonderlich intensiv und wurde vielmehr von inl&#228;ndischen Vorf&#228;llen wie den Aussagen Martin Grafs, den Morden in einem indischen Tempel oder einer Anti-Moschee-Demo &#252;berschattet. Konstruktives ist dabei wenig herausgekommen, erst recht was EU-Politik betrifft. (Einen guten &#220;berblick &#252;ber diesen Nicht-Wahlkampf bietet <a rel="nofollow" href="http://polilog.wordpress.com/2009/06/03/der-endspurt-des-eu-wahlkampfes/"  target="_blank">Polilog</a>.)</p>
<p>Viel bedeutsamer und bedenkenswert ist jedoch, dass Umfragen zufolge blo&#223; <a href="http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/eu/1967532/index.do"  target="_blank">21% der &#214;sterreicher</a> w&#228;hlen gehen wollen und damit einen rekordw&#252;rdigen Tiefstand bei der Wahlbeteiligung ausl&#246;sen w&#252;rden. Da jedoch gesch&#228;tzte 99% der Wahlberechtigten regelm&#228;&#223;ig &#252;ber die EU diskutieren &#8211; ob konstruktiv oder nicht sei mal dahingestellt -, kann dies entweder nur an der Faulheit des Nichtw&#228;hlers, oder an der Intransparenz dessen, wof&#252;r man da eigentlich seine Stimme abgibt, liegen.</p>
<p>Deshalb ist es gut, dass es Videos wie das folgende gibt. Die &#246;sterreichische <em>Instant Design GmbH</em> hat sich die M&#252;he gemacht und ein in leicht verst&#228;ndlicher Sprache und mit erkl&#228;renden Grafiken versehenes Video erstellt, das nicht nur die Geschichte der EU ein wenig beleuchtet und was in Br&#252;ssel eigentlich so passiert, sondern vor allem aufzeigt, was das EU-Parlament konkret f&#252;r Einflussmacht hat und wie diese durch die neue EU-Verfassung (&#8221;Lissabon-Vertrag&#8221;) noch gest&#228;rkt werden kann. Auch wird klar gemacht, dass Herr und Frau &#214;sterreicher mit ihrer Stimme nicht nur einen lieb l&#228;chelnden Hannes Swoboda oder Ernst Strasser ins Parlament bringen, sondern damit auch eine bestimmte EU-Partei bzw. -Fraktion st&#228;rken, die schon bald um einiges bedeutsamer sein k&#246;nnten als die nationalen Parteien im Moment.</p>
<p>Kurzum: Jeder Wahlberechtigte sollte sich die knapp 10 Minuten Zeit nehmen und das Video ansehen &#8211; und am Sonntag am besten noch mal 10 Minuten f&#252;r ein Kreuz in der Wahlkabine (und sei es auch nur &#252;ber den ganzen Stimmzettel).</p>
<p><object width="480" height="295"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/FVbPWNwWk5w&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;color1=0x2b405b&#038;color2=0x6b8ab6"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/FVbPWNwWk5w&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;color1=0x2b405b&#038;color2=0x6b8ab6" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="295"></embed></object></p>
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		<title>R&#252;cktrittsforderungen an Martin Graf, inklusive &#8220;Best of&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 28 May 2009 12:12:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[FPÖ]]></category>
		<category><![CDATA[Kontroverse]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsradikalismus]]></category>

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Vorneweg: Wer mich kennt, wei&#223;, dass ich meinungsverbietenden Gesetzen wie dem NS-Verbotsgesetz kritisch gegen&#252;ber stehe. Ebensowenig halte ich von Demonstrationsverboten ungeliebter Gruppierungen oder der willentlichen Blockade derselben.
Dennoch kann ich jedem Demokraten als Herz legen, die Petition f&#252;r den R&#252;cktritt von Martin Graf, seit einigen Monaten dritter Nationalratspr&#228;sident, zu unterschreiben. Wieso?
Nun, weil es einen beachtlichen Unterschied [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:center;"><img src="http://www.theflowersaregone.at/wordpress/wp-content/uploads/2009/05/graf.jpg" alt="graf.jpg" border="0" width="480" height="120" /></div>
<p>Vorneweg: Wer mich kennt, wei&#223;, dass ich meinungsverbietenden Gesetzen wie dem NS-Verbotsgesetz kritisch gegen&#252;ber stehe. Ebensowenig halte ich von Demonstrationsverboten ungeliebter Gruppierungen oder der willentlichen Blockade derselben.<br />
Dennoch kann ich jedem Demokraten als Herz legen, die <a href="http://www.ruecktritt-martin-graf.at/"  target="_blank"><strong>Petition f&#252;r den R&#252;cktritt von Martin Graf</strong></a>, seit einigen Monaten dritter Nationalratspr&#228;sident, zu unterschreiben. Wieso?</p>
<p>Nun, weil es einen beachtlichen Unterschied macht, ob irgendein Neonazi auf der Stra&#223;e seine Parolen in die Welt br&#252;llt, oder ob der Tr&#228;ger eines der h&#246;chsten &#196;mter unserer Republik &#228;hnlich indiskutable Aussagen zum Besten gibt, ohne daf&#252;r Konsequenzen sehen zu m&#252;ssen.<br />
Zur Untermauerung eine kleine Auswahl:</p>
<p><strong>»</strong> Nat&#252;rlich nicht erst seit seiner Wahl zum dritten Nationalratspr&#228;sidenten (durch SP&#214;, &#214;VP und FP&#214;) ist Martin Graf Mitglied bei der Burschenschaft <em>Olympia</em>, die vom <em>Dokumentationsarchiv des &#246;sterreichischen Widerstandes</em> (D&#214;W) als rechtsextrem <a href="http://www.doew.at/thema/thema_alt/rechts/burschen/burschis.html"  target="_blank">eingestuft</a> wird. Seine Antwort darauf lautete &#252;brigens, dass das D&#214;W eine &#8220;eine sehr links angesiedelte Organisation&#8221; und aus dessen Sicht &#8220;jede Position, die nicht links angesiedelt ist, bereits rechtsextrem&#8221; sei. (<a href="http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/426335/index.do"  target="_blank">Die Presse</a>) Dieses ist auf seiner <a href="http://www.martin-graf.at/wb/pages/verweise.php"  target="_blank">Website</a> &#252;brigens auch unter dem Stichwort &#8220;linksextreme Propaganda&#8221; verlinkt. (Stand 28.5.2009)<br />
<strong>Nachtrag</strong>: Einem &#8220;besorgten Besucher&#8221; zum Dank (siehe Kommentare) verweise ich zudem auf das von Karl &#214;llinger zusammengestellte <a href="http://www.gruene.at/uploads/media/Gruene_Olympia_Doss_Okt08_01.pdf"  target="_blank">Dossier</a> &#252;ber Mitglieder und Aktivit&#228;ten der <em>Olympia</em>, das eine Verharmlosung derselben umso t&#246;richter erscheinen lie&#223;e.</p>
<p><strong>»</strong> Medial weitestengehend bekannt wurde die Geschichte um die beiden Parlamentsmitarbeiter Grafs, die beim rechtsextremen <em>Aufruhr</em>-Versand eine Wagenladung Neonazi-Shirts bestellten. (<a href="http://news.orf.at/?href=http%253A%252F%252Fnews.orf.at%252Fticker%252F312922.html"  target="_blank">ORF</a>) Graf sah nichts dabei, behauptete, die an die &#214;ffentlichkeit gelangten Bestelllisten w&#228;ren ohnehin gef&#228;lscht, und behielt seine beiden Mitarbeiter ohne weitere Konsequenzen. (<a href="http://derstandard.at/?url=/?id=1237229915192"  target="_blank">Der Standard</a>)</p>
<p><strong>»</strong> Nicht direkt politisch, aber dennoch bemerkenswert ist der Vorwurf der Untreue, der erst im Februar von der Staatsanwaltschaft gegen Graf erhoben wurde. Konkret geht es um seine Zeit als Gesch&#228;ftsf&#252;hrer beim <em>Austrian Research Center</em> (ARC), das er mit einer Abfertigung von 220.000 Euro plus 50.000 Euro Einzelpr&#228;mie verlie&#223;, um in den Nationalrat einzuziehen. Zudem sei er f&#252;r einen Betriebsverlust von 9,6 Millionen Euro verantwortlich zu machen. (<a href="http://wien.orf.at/stories/341795/"  target="_blank">ORF</a>)</p>
<p><strong>»</strong> Weitaus prek&#228;rer ist wiederum Grafs Einladung von Walter Marinovic, der im Rahmen der Buchpr&#228;sentation von &#8220;Europa 2084 &#8211; Orwell l&#228;sst gr&#252;&#223;en&#8221; (von Andreas M&#246;lzer) einen Vortrag mit dem Titel &#8220;Arminius befreite 09 Germanien von den R&#246;mern &#8211; wovon befreien wir uns 2000 Jahre danach?&#8221; hielt. Marinovic ist jedoch kein einfacher Historiker, sondern laut Brigitte Bailer vom D&#214;W &#8220;rechts am Rand des Rechtsextremismus&#8221; &#8211; die FP&#214;-Riege war sich dessen nat&#252;rlich bewusst, lud aber wom&#246;glich gerade deswegen diesen Mann zum Vortrag ein. Besonders verwerflich ist dabei, dass dieser nicht in irgendeiner Privathalle stattfand, sondern im Parlament selbst, f&#252;r das Graf als Nationalratspr&#228;sident nat&#252;rlich direkt verantwortlich ist. (<a href="http://derstandard.at/?url=/?id=1237229915192"  target="_blank">Der Standard</a>)</p>
<p><strong>»</strong> Interessant sind ebenfalls Grafs Agitationen als Pr&#228;sident des Fu&#223;ballvereins <em>FC Hellas Kagran</em>. Dort hielt er nicht nur w&#228;hrend der regul&#228;ren Trainingszeiten eine FP-Wahlkampfveranstaltung zur letzten Nationalratswahl (<a href="http://derstandard.at/?url=/?id=1224256151939"  target="_blank">Der Standard</a>), sondern schloss auch drei Spielerinnen aus dem Verein aus, nachdem sie dies &#246;ffentlich beklagten. Der Verein sah sich als &#8220;Opfer politischer Aggression&#8221; und begr&#252;ndete den Ausschluss mit einer &#8220;nicht mehr l&#228;nger tragbar[en]&#8221; &#8220;von den drei Spielerinnen losgetretene negative Berichterstattung&#8221;. (<a href="http://derstandard.at/?url=/?id=1225359193798"  target="_blank">Der Standard</a>)</p>
<p><strong>»</strong> Zu den nun endlich in verst&#228;rkter Form auftretenden R&#252;cktrittsforderungen f&#252;hrte aber letztendlich eine Aussage Grafs, wonach Ariel Muzicant, Pr&#228;sident der Isrealischen Kultusgemeinschaft Wien, als &#8220;Ziehvater des antifaschistischen Linksterrorismus&#8221; bezeichnet werden sollte &#8211; dies wohl als Reaktion auf die fundierte Kritik Muzicants, der sich immer wieder als Sprachrohr gegen antisemitische und faschistische Aussagen diverser Rechtspolitiker hervor tat. (<a href="http://derstandard.at/?url=/?id=1242316785698"  target="_blank">Der Standard</a>) Auf seinem <a href="http://www.unzensuriert.at/index.php?/archives/100-Majestaetsbeleidigungen-und-Tabus!.html"  target="_blank">Weblog</a> bezeichnet Graf die darauf folgenden Vorw&#252;rfe nat&#252;rlich &#8211; mal wieder &#8211; als &#8220;Hetze&#8221; bzw. &#8220;inszenierte Hetzkampagne&#8221; und wirf Muzicant zudem vor, mit seinen FP-kritischen Aussagen &#8220;den N&#228;hrboden f&#252;r (linksextreme, Anm.) Krawalle&#8221; zu bereiten, die sich nach Ansicht Grafs in letzter Zeit geh&#228;uft h&#228;tten.</p>
<p>Das alles von einem Volksvertreter, f&#252;r den &#8211; gew&#228;hlt oder nicht &#8211; aufgrund seines Repr&#228;sentationsstatus (gerade als Nationalratspr&#228;sident) Achtung, Respekt und Toleranz keine &#8220;linkslinken&#8221; Fremdw&#246;rter sein sollten, die zu missachten unter dem Deckmantel der billigen Provokation oder der Meinungs&#228;u&#223;erung nichts als eine Lapalie darstellen. Nat&#252;rlich gilt das auch f&#252;r jene Deutschnationalen, die &#8220;nur&#8221; Nationalratsabgeordnete sind, doch diesen wohnt im Gegensatz zu Graf keine derart starke Vertretungsposition des &#246;sterreichischen Parlaments inne.</p>
<p>Fraglich bleibt nur, was die Petition konkret erreichen wird. Um Graf von seinem Amt zu entheben, ben&#246;tigt es einer Gesch&#228;fts&#228;nderung des Parlaments, die bis auf SP&#214; und die Gr&#252;nen keine Fraktion durchsetzen will (f&#252;r die allerdings eine Zweidrittelmehrheit vonn&#246;ten w&#228;re). Und ein freiwilliger R&#252;cktritt k&#228;me gerade bei einer Person wie Martin Graf, die Anstand predigt und selbst keinen besitzt, einem &#252;bernat&#252;rlichen Wunder gleich.</p>
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