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	<title>The Flowers Are Gone &#187; Medien</title>
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		<title>Die Buskampagne dreht sich</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Jul 2009 14:01:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
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Nun gibt es sie also doch, die Atheisten-Kampagne in &#214;sterreich, wenngleich entgegen des gefl&#252;gelten Wortes nicht mehr als &#8220;Buskampagne&#8221;, sondern auf den City Lights der GEWISTA. Auch das entsprechende Echo lie&#223; nicht lange auf sich warten &#8211; so tituliert die Gratis-Postille heute bereits diesen Morgen ihre aktuelle Ausgabe mit der (rhetorischen?) Frage: &#8220;Plakate gegen Gott: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:center;"><img src="http://www.theflowersaregone.at/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/Kampagne.jpg" alt="Kampagne.jpg" border="0" width="495" height="150" /></div>
<p>Nun gibt es sie also doch, die Atheisten-Kampagne in &#214;sterreich, wenngleich entgegen des gefl&#252;gelten Wortes nicht mehr als &#8220;Buskampagne&#8221;, sondern auf den <i>City Lights</i> der GEWISTA. Auch das entsprechende Echo lie&#223; nicht lange auf sich warten &#8211; so tituliert die Gratis-Postille <i>heute</I> bereits diesen Morgen ihre aktuelle Ausgabe mit der (rhetorischen?) Frage: &#8220;Plakate gegen Gott: Darf das denn sein?&#8221; und schreibt mit der gewohnt fehlenden Objektivit&#228;t von einer Kampagne &#8220;F&#220;R Atheismus und GEGEN Gott&#8221;. Zu Wort kommen l&#228;sst sie einen der &#8220;Hunderten ver&#228;rgerten Wiener&#8221;, der den Initiatoren r&#228;t, doch mit &#8220;&#8216;Allah ist tot&#8217;-Plakaten durch Bagdad zu fahren&#8221; und dabei unbewusst die religi&#246;se Ignoranz einer Theokratie mit dem Klima hierzulande vergleicht. Zugute halten kann man <i>heute</i> nur, dass sie den &#8220;sch&#228;rfsten&#8221; Slogan (&#8221;Es gibt keinen Gott &#8211; Gutes tun ist menschlich&#8221;) gro&#223;formatig neben der Geschichte abdruckt und somit f&#252;r weitere direkte Werbung sorgt.<br />
Besser sieht es schon in der Presse aus &#8211; zwar gibt es auch dort vor allem <a href="http://diepresse.com/blog/politikerbeschimpfung/entry/ist_gott_doof"  target="_blank">intelligenzfreie H&#228;me</a> von Chefredakteur Michael Fleischhacker, der entsprechende <a href="http://diepresse.com/home/panorama/religion/495678/index.do?from=suche.intern.portal"  target="_blank">Artikel</a> ist aber zumindest einer Qualit&#228;tszeitung w&#252;rdig und obendrein findet sich gleich daneben ein zutraulicher <a href="http://diepresse.com/home/meinung/feuilleton/spieglerkunstlicht/495679/index.do?from=suche.intern.portal"  target="_blank">Kommentar</a> von Almuth Spiegler. Der Standard h&#228;lt sich ungewohnterweise mit der Berichterstattung zur&#252;ck, aber vielleicht kommt da noch was.</p>
<p>Welche Bilanz l&#228;sst sich also zur Kampagne ziehen?<br />
Zuallererst muss festgehalten werden, dass es bisher lediglich drei Sujets sind, die am unteren Ende der Mariahilferstra&#223;e ausgestellt wurden &#8211; und dennoch eine enorme Wirkung zeigen. Ob die gew&#252;nschte, ist eher fraglich, denn leider zeigt die Initiative vor allem, dass das Gros der &#214;sterreicher noch nicht reif genug ist, sich mit als kontrovers empfundenen Weltanschauungen auseinanderzusetzen. Von einer &#8220;Beleidigung&#8221; ist oftmals die Rede, einem intoleranten Angriff auf religi&#246;se Gef&#252;hle. Dabei wird nichts anderes getan, als mit Bestimmtheit und Witz eine Meinung zu glaubensbezogenen Sachverhalten zu publizieren &#8211; also genau dasselbe, was Kardinal Sch&#246;nborn und seine Kirche zu Weihnachten und Ostern gro&#223;fl&#228;chig getan haben. Es ist bezeichnend, dass sich damals nicht nur kaum jemand beschwert hat, sondern auch der &#246;sterreichische Werberat sich erst durch die Atheisten-Kampagne dazu bem&#252;&#223;igt gef&#252;hlt hat, k&#252;nftig die Kompatibilit&#228;t ver&#246;ffentlichter Inserate mit den religi&#246;sen Befindlichkeiten der Allgemeinheit zu &#252;berpr&#252;fen. Immerhin stimmte &#8211; noch &#8211; eine knappe Mehrheit f&#252;r das Prinzip der Religionsfreiheit, das &#8211; man m&#246;chte fast sagen gn&#228;digerweise &#8211; auch die Meinung von Atheisten betrifft.</p>
<p>Interessant in diesem Zusammenhang sind auch die Aussagen diverser Kirchenvertreter. Ein oft zitierter Satz ist derzeit jener von Erich Leitenberger, dem Sprecher der Erzdi&#246;zese Wien, der sich auf Friedrich Nietzsches &#8211; wie immer missverstandenen &#8211; Ausspruch &#8220;Gott ist tot&#8221; bezieht und dabei feststellt, dass &#8220;sich mittlerweile herausgestellt hat, Nietzsche ist tot und Gott lebendig.&#8221; Abgesehen davon, dass es von Gott ebensowenig ein Lebenszeichen gibt wie von Nietzsche (und bei einer Ber&#252;cksichtigung des Prinzips, wonach das lebendig ist, wor&#252;ber gesprochen wird, Nietzsche wiederum sehr wohl am Leben ist), ist ein anderer Satz in Wirklichkeit von viel gr&#246;&#223;erer Bedeutung &#8211; n&#228;mlich jener britischer Methodisten, die von sich gaben, dass &#8220;unser Gegner nicht der Atheismus, sondern die Apathie [ist]&#8220;.<br />
Damit d&#252;rften sie wohl Recht haben, denn sobald niemand mehr &#252;ber Gott spricht, respektive sich f&#252;r diese Idee interessiert, kann man tats&#228;chlich von einer Beerdigung des Glaubens sprechen. Dass dies aber nicht im prim&#228;ren Interesse &#246;sterreichischer Atheisten liegt, wird schnell deutlich, h&#246;rt man sich zur Abwechslung auch einmal deren Erl&#228;uterungen an. Ihnen geht es n&#228;mlich vor allem um eine rechtliche Gleichstellung Gl&#228;ubiger, Ungl&#228;ubiger und solcher, die einen staatlich nicht anerkannten Glauben pflegen. Diese ist selbst im angeblich s&#228;kularen &#214;sterreich mitnichten gegeben, denkt man beispielsweise an die Subventionierung von Religionslehrern, glaubensbasierten Lehrg&#228;ngen oder ganz allgemein kirchlichen oder kirchennahen Vereinen. Dass die Beleidigung &#8220;religi&#246;ser Gef&#252;hle&#8221; mit bis zu sechs Monaten Gef&#228;ngnis geahndet werden kann, ist dabei nur der Tropfen, der das Fass zum &#220;berlaufen bringt.</p>
<p>Spannend bleibt, wie sich die Causa entwickelt. Um einen nachhaltigen Effekt zu erzielen, m&#252;sste &#8211; trotz der schon jetzt vergleichsweise &#252;berw&#228;ltigenden Resonanz &#8211; deutlich mehr &#214;ffentlichkeitsarbeit erfolgen. Diese kostet in den meisten F&#228;llen Geld, eine offensive Spendenkampagne wurde jedoch noch nicht eingerichtet.<br />
Obwohl Niko Alm als Hauptfinancié und -orgnisator der Aktion sicherlich zurecht die Entscheidungen trifft, w&#228;re auch ein wenig mehr Mitspracherecht von Unterst&#252;tzerinnen und Unterst&#252;tzern w&#252;nschenswert &#8211; also in etwa so, wie es die deutsche Buskampagne mit ihrer Slogan-Wahl vorgemacht hat.<br />
Und zu guter Letzt m&#252;ssen nat&#252;rlich alle Bef&#252;rworter der Bestrebungen am Ball bleiben &#8211; auf dass sich die Thematik nicht so schnell wieder verliert, wie sie an die &#214;ffentlichkeit getreten ist.</p>
<p><strong>Links</strong><br />
» <a href="http://www.buskampagne.at/"  target="_blank">Atheist Bus Campaign Austria</a><br />
» <strong><a href="http://www.zwischenruf.at/?p=3214"  target="_blank">Auch der Zwischenrufer meldet sich zu Wort</a></strong></p>
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		<title>Zero Day</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Apr 2009 17:38:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor zwei Tagen habe ich den Independant-Film &#8220;Zero Day&#8221; gesehen, der mich so mitgenommen hat, dass ich dar&#252;ber f&#252;r das noch junge Weblog Filmleben ein Review geschrieben hab.
Ihr k&#246;nnt es hier lesen &#8211; und dabei auch gleich den RSS-Feed der Autorin abonnieren. ;)
Links
» Filmleben
» Trailer von &#8220;Zero Day&#8221;
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.theflowersaregone.at/wordpress/wp-content/uploads/2009/04/schnappschuss051.jpg" alt="Zero Day" title="Zero Day" width="460" height="120" class="aligncenter size-full wp-image-656" />Vor zwei Tagen habe ich den Independant-Film &#8220;Zero Day&#8221; gesehen, der mich so mitgenommen hat, dass ich dar&#252;ber f&#252;r das noch junge Weblog <em>Filmleben</em> ein Review geschrieben hab.<br />
Ihr k&#246;nnt es <a href="http://www.filmleben.net/?p=68"  target="_blank">hier</a> lesen &#8211; und dabei auch gleich den RSS-Feed der Autorin abonnieren. ;)</p>
<p><strong>Links</strong><br />
» <a href="http://www.filmleben.net/"  target="_blank">Filmleben</a><br />
» <a rel="nofollow" href="http://www.youtube.com/watch?v=r5Lx8aD6b6o"  target="_blank">Trailer von &#8220;Zero Day&#8221;</a></p>
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		<title>Der schwierige Umgang mit dem Waffenrecht</title>
		<link>http://www.theflowersaregone.at/2009/03/der-schwierige-umgang-mit-dem-waffenrecht/</link>
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		<pubDate>Wed, 11 Mar 2009 23:28:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[
Es ist Amoklaufzeit! Wer es noch nicht mitbekommen hat: Im im baden-w&#252;rttembergischen Winnenden vollzog ein 17-J&#228;hriger einen Amoklauf durch Schule und Stadt, bei dem insgesamt 15 Menschen erschossen wurden &#8211; 16, ihn selbst mit eingerechnet, denn die zu erwartende Selbstrichtung folgte, nachdem der Sch&#252;ler von der Exekutive nach seinen m&#246;rderischen Taten ins Bein geschossen wurde.
Zwei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.theflowersaregone.at/wordpress/wp-content/uploads/2009/03/waffen.jpg" alt="waffen" title="waffen" width="480" height="120" class="aligncenter size-full wp-image-572" /></p>
<p>Es ist Amoklaufzeit! Wer es noch nicht mitbekommen hat: Im im baden-w&#252;rttembergischen Winnenden vollzog ein 17-J&#228;hriger einen <a href="http://orf.at/090311-36012/index.html"  target="_blank">Amoklauf</a> durch Schule und Stadt, bei dem insgesamt 15 Menschen erschossen wurden &#8211; 16, ihn selbst mit eingerechnet, denn die zu erwartende Selbstrichtung folgte, nachdem der Sch&#252;ler von der Exekutive nach seinen m&#246;rderischen Taten ins Bein geschossen wurde.</p>
<p>Zwei Debatten werden in den n&#228;chsten Tagen erwartungsgem&#228;&#223; folgen: Die &#252;ber den Ausl&#246;ser f&#252;r diese Tat bzw. zuk&#252;nftige, pr&#228;ventive Ma&#223;nahmen zur Verhinderung weiterer Taten einerseits, andererseits jene &#252;ber die Strenge des Waffenrechts an sich.<br />
Zu ersteren m&#246;chte ich hier nicht viele Worte verlieren &#8211; wie immer werden die &#252;blichen Akteure die politischen und medialen B&#252;hnen betreten, ihre vorgefertigten Argumente vorbringen (b&#246;se Musik, noch b&#246;sere Computerspiele sowie ganz allgemein jugendliche Sittenlosigkeit auf der einen Seite, destruktives soziales Umfeld, verfehlte Erziehung und sch&#228;dliche Ausgrenzermentalit&#228;t auf der anderen) und dann die jeweiligen Ver- bzw. Gebote fordern. Es kann kaum noch als Zynismus bezeichnet werden, wenn man dar&#252;ber nur m&#252;de mit dem Kopf sch&#252;ttelt.</p>
<p>Interessanter halte ich diesbez&#252;glich eine Debatte &#252;ber die (verst&#228;rkte) Freigabe bzw. Restriktion des Privatbesitzes von Schusswaffen. Hierbei handelt es sich um ein Thema, das mir als Liberalen Sorgen bereitet, denn einerseits bin ich ein zutiefst pazifistischer Mensch und sehe den Besitz von t&#246;dlichen Ger&#228;tschaften aller Art nur in &#228;u&#223;ersten Grenzf&#228;llen als notwendig an, andererseits sollte es in einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung nat&#252;rlich jedem selbst &#252;berlassen sein, ob und welche Waffen sich in seinem Besitz befinden.<br />
In der deutschsprachigen Blogosph&#228;re regten sich dazu bereits zwei v&#246;llig kontr&#228;re Stimmen: Oliver Ritter spricht sich beispielsweise nicht zum ersten Mal <a rel="nofollow" href="http://oliverritter.wordpress.com/2009/03/11/amoklauf-in-deutschland-zeigt-dummheit-der-strache-forderung/"  target="_blank">gegen ein liberaleres Waffenrecht aus</a> &#8211; schon kurz zuvor nahm er <a rel="nofollow" href="http://oliverritter.wordpress.com/2009/02/08/liberales-waffenrecht-fuhrt-zu-hoherer-suizid-und-mordrate/"  target="_blank">Stellung</a> zur von HC Strache (FP&#214;) geforderten Waffenfreigabe und zog daf&#252;r diverse Statistiken &#252;ber den Zusammenhang zwischen Schusswaffenverf&#252;gbarkeit und Selbstmord bzw. Mord durch ebenjene zur Rate.<br />
Eine v&#246;llig gegens&#228;tzliche Meinung stammt von <a href="http://arslibertatis.com/waffen-waffen-waffen/"  target="_blank">Benjamin Blaesi, Autor von ars libertatis</a>, der als Positivbeispiel den liberalen amerikanischen Bundesstaat New Hampshire nennt, sowie vom &#8220;Opponenten&#8221; Marco Kanne, der aus der Sicht eines Libert&#228;ren <a href="http://opponent.de/index.php?entry=entry090311-165351"  target="_blank">direkt Stellung</a> zum eben Geschehenen nimmt.</p>
<p>Da dies aber keine Linkparade werden soll, m&#246;chte ich zumindest den Versuch unternehmen, meine eigenen Gedanken zu diesem wie gesagt schwierigen Thema zu formulieren, sowie auf die bereits ge&#228;u&#223;erten Meinungen eingehen</p>
<p>Zuallererst: Aus dem offensichtlich vorhandenen Zusammenhang zwischen dem zahlreichen Vorhandensein einer Schusswaffe sowie einem Selbstmord mit diesen schlie&#223;e ich prinzipiell noch keine negative Konnotation. Salopp gesagt: Wer drauf und dran ist, den Freitod zu begehen, wird dies ohnehin tun &#8211; ob er sich nun erschie&#223;t, seine Pulsadern aufschlitzt oder vom n&#228;chsten Dach springt ist dabei normalerweise recht irrelevant. Dass psychisch labile Personen eher zur L&#246;sung des Suizids tendieren, wenn sie ein Waffe besitzen, m&#252;sste erst in einer anderen Studie gekl&#228;rt werden &#8211; was nichts an dem Fakt &#228;ndert, dass jeder Mensch ein Recht auf das Beenden seines Lebens besitzt und dies nat&#252;rlich genauso mit einer Schusswaffe wie mit einer Rasierklinge tun darf. Ganz n&#252;chtern betrachtet d&#252;rfte es den meisten Hinterbliebenen &#8211; und darin schlie&#223;e ich alle noch lebenden Menschen mit ein &#8211; sogar lieber sein, wenn sich Selbstmordkandidat X in seinen eigenen vier W&#228;nden erschie&#223;t, anstatt vom Dach oder vor den Zug zu springen um so noch ein paar Unschuldige zu traumatisieren. Eingehen k&#246;nnte man in dieser Hinsicht auch noch auf die restriktiven Freitodbestimmungen unseres Medizinwesens, die Todkranke dazu veranlassen zum Sterben in die <a href="http://www.dignitas.ch/"  target="_blank">Schweiz</a> zu tingeln, aber das w&#252;rde zu weit f&#252;hren. Es geht schlie&#223;lich um den Schusswaffenbesitz lebender, vitaler Personen.</p>
<p>Sehen wir uns also die Korrelation zwischen Schusswaffenbesitz und Mordrate an. Hier l&#228;sst sich vordergr&#252;ndig zwar genauso argumentieren wie bei den Selbstmorden, und zwar dass die Morde ja ohnehin &#8211; dann eben mit Messern und Gift &#8211; stattfinden w&#252;rden, doch einen Schritt weiter gedacht d&#252;rfte klar werden, dass man sich &#8211; vor allem im Affekt &#8211; mit einer Schusswaffe im Haus doch viel eher dazu berufen f&#252;hlt, im Streit bzw. Zorn nach dieser zu greifen &#8211; und sei es nur als Ausdruck einer Drohgeb&#228;rde, aus der dann doch ganz schnell t&#246;dlicher Ernst wird.<br />
Doch selbst wenn man Kritik an der statistischen Methodik, wie sie beispielsweise bei Olivers zweitem Artikel in den Kommentaren ge&#228;u&#223;ert wurde, beiseite l&#228;sst, kommt man so schnell zur libert&#228;ren Argumentation bei dieser Debatte, die durchaus was f&#252;r sich hat: Auf dieser Seite wird n&#228;mlich wiederum argumentiert, dass viele dieser Morde wohl verhindert h&#228;tten werden k&#246;nnen, wenn das Waffenrecht umgekehrt ein liberaleres w&#228;re &#8211; denn dann w&#228;re nicht nur eine akute Selbstverteidigung im Rahmen des M&#246;glichen gewesen, auch die &#220;berwindung zur Straftat seitens des T&#228;ters w&#228;re wohl eine gr&#246;&#223;ere (und damit unwahrscheinlichere) gewesen, w&#228;re ihm bewusst dass die potentiellen Opfer jederzeit zur&#252;ckschie&#223;en k&#246;nnten.</p>
<p>Jeder kennt die typische Hollywood-Filmszene, in der maskierte Verbrecher eine Schnapsladen mit Waffengewalt &#252;berfallen, dem &#252;berrumpelten Besitzer meist asiatischer Herkunft ihre Beretta an den Kopf dr&#252;cken und Geld oder Leben fordern. Meistens ist der an der Kasse Stehende dem R&#228;uberpack hilflos ausgeliefert, doch manchmal steht pl&#246;tzlich der smarte Sohn des Besitzers hinter den Verbrechern und bedroht diese wiederum mit Papas Shotgun, was dann wahlweise in einem Schussgefecht oder dem fluchtartigen Verschwinden der ehemaligen &#220;berfallenden endet.<br />
Mal davon ausgehend, dass auch einem R&#228;uber im Zweifelsfall das eigene Leben lieber ist als ein paar B&#252;ndel bunter Scheine, zeigt diese Situation genau das eben von mir Beschriebene auf: Ein eventuelles Mordopfer sowie der Diebstahl von Sachgut wird durch Waffeneinsatz verhindert &#8211; und zwar von Seiten des nun wehrhaften Opfers. Auf einen eventuellen Amoklauf umgew&#228;lzt ist die Situation eine &#228;hnliche: H&#228;tte jeder der Lehrer der Winnenden&#8217;schen Schule zu seiner eigenen Sicherheit eine Schusswaffe in petto, h&#228;tte der Amoklauf so schnell geendet wie er angefangen hat &#8211; eine entsprechende Ausbildung im Umgang mit den Ger&#228;ten vorausgesetzt. Auch ein Raubm&#246;rder zu sp&#228;ter Stunde k&#246;nnte sich nicht mehr sicher sein, ob sein geplantes Opfer unter der dicken Daunenjacke nicht doch eine Halbautomatik tr&#228;gt und sich somit wesentlich schneller wehren k&#246;nnte als durch einen simplen und dabei meist recht unn&#252;tzen Anruf bei der Polizei.</p>
<p>Somit ist die Sache aus liberaler Sicht eigentlich klar. Doch wie eingangs erl&#228;utert hegen sich in mir immer noch Zweifel, zu denen ich nun kommen will. Sorgen machen mir n&#228;mlich die Einzelsituationen, die naturgem&#228;&#223; zwar in der Unterzahl, bei so prek&#228;ren Dingen wie der Entscheidung zwischen Leben und Tod aber auf jeden Fall zu bedenken sind. Einzelsituationen wie die Tatsache, dass eine &#214;ffnung des Waffenmarktes nicht oder zumindest nicht sofort zu einer vollst&#228;ndigen Bewaffnung eines jeden B&#252;rgers f&#252;hrt; wie jene des Einzelnen, der einer zehnk&#246;pfigen Gruppe waffentragender Verbrecher gegen&#252;ber steht und dabei v&#246;llig auf sich und seinen pl&#246;tzlich l&#228;cherlich erscheinenden Revolver gestellt ist, da &#8220;Zivilcourage&#8221; hierzulande ja immer noch ein Fremdwort ist; wie jene Situation sp&#228;tnachts, in der das Raubopfer pl&#246;tzlich kein geistesgegenw&#228;rtiger Drei&#223;igj&#228;hriger ist, sondern ein nicht mehr ganz so r&#252;stiges P&#228;rchen jenseits der Sechzig, das &#252;berdies vom Waffenbesitz und -gebrauch gar nichts h&#228;lt. Einzelsituationen wie die wohl gar nicht so seltene des sich streitenden Ehepaars, bei dem dann &#252;ber Leben und Tod des jeweils Anderen entscheidet, wer schnell beim Waffenschrank ankommt.</p>
<p>Das Gefahrenpotential, das all diese Situationen in sich tragen, gilt es zu beseitigen &#8211; die Frage ist blo&#223;, wie man das am besten anstellt. Denn wie sich zeigt sind sie durch illegalen Waffenhandel bereits heute Realit&#228;t, wenn auch in einem anderen Ausma&#223; als sie es wom&#246;glich durch eine Liberalisierung w&#228;ren. Um wirklich sichere Ergebnisse zu erzielen m&#252;sste nicht nur eine umfassende Aufkl&#228;rung bzw. Bewaffnung der Bev&#246;lkerung stattfinden, sondern gleicherma&#223;en erw&#228;hnte Zivilcourage, hier also das helfende Einschreiten eines Waffenbesitzers bei einem drohenden &#220;berfall, viel st&#228;rker gef&#246;rdert und initiiert werden. Die Frage ist blo&#223;, wer sich freiwillig auf ein Schussgefecht einl&#228;sst, um einem Fremden zu helfen &#8211; so weit geht der Altruismus der meisten Menschen dann doch nicht.<br />
Andererseits zeigen Staaten wie New Hampshire (in denen es allerdings prinzipiell friedlicher zugeht als in einem sozialen Ballungsraum wie beispielsweise Wien) oder diverse &#8220;gated communities&#8221;, dass diese L&#246;sung durchaus eine durchf&#252;hrbare ist, ohne dass Chaos und Verbrechen an der Tagesordnung stehen. Um mit Benjamins Worten zu schlie&#223;en: Es muss bei dieser Diskussion immer bedacht werden, dass ein Waffenverbot nicht nur T&#228;ter, sondern auch Opfer entwaffnet.</p>
<p><strong>Links</strong><br />
» <a rel="nofollow" href="http://lindwurm.wordpress.com/2009/03/11/amoklauf-in-der-gummizellenwelt/"  target="_blank">&#8220;Amoklauf in der Gummizellenwelt&#8221;</a> vom Lindwurm<br />
» <a rel="nofollow" href="http://polilog.wordpress.com/2009/03/11/uber-amoklaufe/"  target="_blank">&#8220;&#220;ber Amokl&#228;ufe.&#8221;</a> von Polilog<br />
» <a href="http://ef-magazin.de/2008/06/27/357-waffenrecht-amerikanische-freiheitskultur-und-deutscher-durchfalljournalismus"  target="_blank">&#8220;Waffenrecht: Amerikanische Freiheitskultur und deutscher Durchfalljournalismus&#8221;</a> bei eigent&#252;mlich frei<br />
» <a href="http://www.opponent.de/index.php?entry=entry090210-162458"  target="_blank">&#8220;Waffenverbote sind gut. F&#252;r Kriminelle.&#8221;</a> von Sphairon<br />
<font size="1">Fotocredits: <a rel="nofollow" href="http://www.flickr.com/photos/barjack/170330827/"  target="_blank">barjack @ Flickr</a></font></p>
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