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	<title>The Flowers Are Gone &#187; Kirche</title>
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		<title>Die Buskampagne dreht sich</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Jul 2009 14:01:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
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Nun gibt es sie also doch, die Atheisten-Kampagne in &#214;sterreich, wenngleich entgegen des gefl&#252;gelten Wortes nicht mehr als &#8220;Buskampagne&#8221;, sondern auf den City Lights der GEWISTA. Auch das entsprechende Echo lie&#223; nicht lange auf sich warten &#8211; so tituliert die Gratis-Postille heute bereits diesen Morgen ihre aktuelle Ausgabe mit der (rhetorischen?) Frage: &#8220;Plakate gegen Gott: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:center;"><img src="http://www.theflowersaregone.at/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/Kampagne.jpg" alt="Kampagne.jpg" border="0" width="495" height="150" /></div>
<p>Nun gibt es sie also doch, die Atheisten-Kampagne in &#214;sterreich, wenngleich entgegen des gefl&#252;gelten Wortes nicht mehr als &#8220;Buskampagne&#8221;, sondern auf den <i>City Lights</i> der GEWISTA. Auch das entsprechende Echo lie&#223; nicht lange auf sich warten &#8211; so tituliert die Gratis-Postille <i>heute</I> bereits diesen Morgen ihre aktuelle Ausgabe mit der (rhetorischen?) Frage: &#8220;Plakate gegen Gott: Darf das denn sein?&#8221; und schreibt mit der gewohnt fehlenden Objektivit&#228;t von einer Kampagne &#8220;F&#220;R Atheismus und GEGEN Gott&#8221;. Zu Wort kommen l&#228;sst sie einen der &#8220;Hunderten ver&#228;rgerten Wiener&#8221;, der den Initiatoren r&#228;t, doch mit &#8220;&#8216;Allah ist tot&#8217;-Plakaten durch Bagdad zu fahren&#8221; und dabei unbewusst die religi&#246;se Ignoranz einer Theokratie mit dem Klima hierzulande vergleicht. Zugute halten kann man <i>heute</i> nur, dass sie den &#8220;sch&#228;rfsten&#8221; Slogan (&#8221;Es gibt keinen Gott &#8211; Gutes tun ist menschlich&#8221;) gro&#223;formatig neben der Geschichte abdruckt und somit f&#252;r weitere direkte Werbung sorgt.<br />
Besser sieht es schon in der Presse aus &#8211; zwar gibt es auch dort vor allem <a href="http://diepresse.com/blog/politikerbeschimpfung/entry/ist_gott_doof"  target="_blank">intelligenzfreie H&#228;me</a> von Chefredakteur Michael Fleischhacker, der entsprechende <a href="http://diepresse.com/home/panorama/religion/495678/index.do?from=suche.intern.portal"  target="_blank">Artikel</a> ist aber zumindest einer Qualit&#228;tszeitung w&#252;rdig und obendrein findet sich gleich daneben ein zutraulicher <a href="http://diepresse.com/home/meinung/feuilleton/spieglerkunstlicht/495679/index.do?from=suche.intern.portal"  target="_blank">Kommentar</a> von Almuth Spiegler. Der Standard h&#228;lt sich ungewohnterweise mit der Berichterstattung zur&#252;ck, aber vielleicht kommt da noch was.</p>
<p>Welche Bilanz l&#228;sst sich also zur Kampagne ziehen?<br />
Zuallererst muss festgehalten werden, dass es bisher lediglich drei Sujets sind, die am unteren Ende der Mariahilferstra&#223;e ausgestellt wurden &#8211; und dennoch eine enorme Wirkung zeigen. Ob die gew&#252;nschte, ist eher fraglich, denn leider zeigt die Initiative vor allem, dass das Gros der &#214;sterreicher noch nicht reif genug ist, sich mit als kontrovers empfundenen Weltanschauungen auseinanderzusetzen. Von einer &#8220;Beleidigung&#8221; ist oftmals die Rede, einem intoleranten Angriff auf religi&#246;se Gef&#252;hle. Dabei wird nichts anderes getan, als mit Bestimmtheit und Witz eine Meinung zu glaubensbezogenen Sachverhalten zu publizieren &#8211; also genau dasselbe, was Kardinal Sch&#246;nborn und seine Kirche zu Weihnachten und Ostern gro&#223;fl&#228;chig getan haben. Es ist bezeichnend, dass sich damals nicht nur kaum jemand beschwert hat, sondern auch der &#246;sterreichische Werberat sich erst durch die Atheisten-Kampagne dazu bem&#252;&#223;igt gef&#252;hlt hat, k&#252;nftig die Kompatibilit&#228;t ver&#246;ffentlichter Inserate mit den religi&#246;sen Befindlichkeiten der Allgemeinheit zu &#252;berpr&#252;fen. Immerhin stimmte &#8211; noch &#8211; eine knappe Mehrheit f&#252;r das Prinzip der Religionsfreiheit, das &#8211; man m&#246;chte fast sagen gn&#228;digerweise &#8211; auch die Meinung von Atheisten betrifft.</p>
<p>Interessant in diesem Zusammenhang sind auch die Aussagen diverser Kirchenvertreter. Ein oft zitierter Satz ist derzeit jener von Erich Leitenberger, dem Sprecher der Erzdi&#246;zese Wien, der sich auf Friedrich Nietzsches &#8211; wie immer missverstandenen &#8211; Ausspruch &#8220;Gott ist tot&#8221; bezieht und dabei feststellt, dass &#8220;sich mittlerweile herausgestellt hat, Nietzsche ist tot und Gott lebendig.&#8221; Abgesehen davon, dass es von Gott ebensowenig ein Lebenszeichen gibt wie von Nietzsche (und bei einer Ber&#252;cksichtigung des Prinzips, wonach das lebendig ist, wor&#252;ber gesprochen wird, Nietzsche wiederum sehr wohl am Leben ist), ist ein anderer Satz in Wirklichkeit von viel gr&#246;&#223;erer Bedeutung &#8211; n&#228;mlich jener britischer Methodisten, die von sich gaben, dass &#8220;unser Gegner nicht der Atheismus, sondern die Apathie [ist]&#8220;.<br />
Damit d&#252;rften sie wohl Recht haben, denn sobald niemand mehr &#252;ber Gott spricht, respektive sich f&#252;r diese Idee interessiert, kann man tats&#228;chlich von einer Beerdigung des Glaubens sprechen. Dass dies aber nicht im prim&#228;ren Interesse &#246;sterreichischer Atheisten liegt, wird schnell deutlich, h&#246;rt man sich zur Abwechslung auch einmal deren Erl&#228;uterungen an. Ihnen geht es n&#228;mlich vor allem um eine rechtliche Gleichstellung Gl&#228;ubiger, Ungl&#228;ubiger und solcher, die einen staatlich nicht anerkannten Glauben pflegen. Diese ist selbst im angeblich s&#228;kularen &#214;sterreich mitnichten gegeben, denkt man beispielsweise an die Subventionierung von Religionslehrern, glaubensbasierten Lehrg&#228;ngen oder ganz allgemein kirchlichen oder kirchennahen Vereinen. Dass die Beleidigung &#8220;religi&#246;ser Gef&#252;hle&#8221; mit bis zu sechs Monaten Gef&#228;ngnis geahndet werden kann, ist dabei nur der Tropfen, der das Fass zum &#220;berlaufen bringt.</p>
<p>Spannend bleibt, wie sich die Causa entwickelt. Um einen nachhaltigen Effekt zu erzielen, m&#252;sste &#8211; trotz der schon jetzt vergleichsweise &#252;berw&#228;ltigenden Resonanz &#8211; deutlich mehr &#214;ffentlichkeitsarbeit erfolgen. Diese kostet in den meisten F&#228;llen Geld, eine offensive Spendenkampagne wurde jedoch noch nicht eingerichtet.<br />
Obwohl Niko Alm als Hauptfinancié und -orgnisator der Aktion sicherlich zurecht die Entscheidungen trifft, w&#228;re auch ein wenig mehr Mitspracherecht von Unterst&#252;tzerinnen und Unterst&#252;tzern w&#252;nschenswert &#8211; also in etwa so, wie es die deutsche Buskampagne mit ihrer Slogan-Wahl vorgemacht hat.<br />
Und zu guter Letzt m&#252;ssen nat&#252;rlich alle Bef&#252;rworter der Bestrebungen am Ball bleiben &#8211; auf dass sich die Thematik nicht so schnell wieder verliert, wie sie an die &#214;ffentlichkeit getreten ist.</p>
<p><strong>Links</strong><br />
» <a href="http://www.buskampagne.at/"  target="_blank">Atheist Bus Campaign Austria</a><br />
» <strong><a href="http://www.zwischenruf.at/?p=3214"  target="_blank">Auch der Zwischenrufer meldet sich zu Wort</a></strong></p>
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