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	<title>The Flowers Are Gone &#187; Amoklauf</title>
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		<title>Die Idiotie danach (1/2)</title>
		<link>http://www.theflowersaregone.at/2009/03/die-idiotie-danach-12/</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Mar 2009 03:39:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Amoklauf]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich muss mal wieder ein paar Worte zum Amoklauf von Winnenden verlieren. Allerdings handelt es sich dabei um durchwegs kritische &#8211; wer sich also nicht damit abfinden kann, dass auch die trauernden Hinterbliebenden sowie ihre Geistesgenossen keineswegs unantastbar sind und ihre kruden Ideen einer handfesten Kritik unterzogen werden m&#252;ssen, sollte besser nicht weiterlesen. Was selbstverst&#228;ndlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich muss mal wieder ein paar Worte zum Amoklauf von Winnenden verlieren. Allerdings handelt es sich dabei um durchwegs kritische &#8211; wer sich also nicht damit abfinden kann, dass auch die trauernden Hinterbliebenden sowie ihre Geistesgenossen keineswegs unantastbar sind und ihre kruden Ideen einer handfesten Kritik unterzogen werden m&#252;ssen, sollte besser nicht weiterlesen. Was selbstverst&#228;ndlich nicht bedeutet, dass ich die Angeh&#246;rigen der 15 Mordopfer in irgendeiner Art verh&#246;hnen oder ihre Trauer geringsch&#228;tzen m&#246;chte. Darin besteht meinerseits wiederum nicht die Spur eines Interesses.</p>
<p>Fangen wir allerdings mit den &#246;sterreichischen Gr&#252;nen an, eine Partei, deren Antworten auf viele andere Fragen ich f&#252;r durchaus unterst&#252;tzenswert halte, die sich nun jedoch einen deutlichen Fehltritt geleistet haben. Vor wenigen Tagen prangte auf deren <a href="http://www.gruene.at/"  target="_blank">Website</a>, wo jetzt die Offshore-Gesch&#228;fte der AUA kritisiert und ein humanes Bleiberecht gefordert werden, die marktschreierische Aussage: &#8220;Privatwaffenverbot jetzt!&#8221; Hinter dem Banner verbarg sich nichts Geringeres als die <a href="http://www.gruene.at/justiz/artikel/lesen/41690/"  target="_blank">Forderung</a> der Gr&#252;nen nach einem &#8220;generellen Verbot &#8216;privater&#8217; Schusswaffen&#8221; &#8211; das all jene betreffen w&#252;rde, die durch den Besitz eines Waffenpasses oder einer Waffenbesitzkarte zum Besitz einer Schusswaffe berechtigt sind und weder J&#228;ger noch Schutz- und Wachpersonal sind bzw. Vereins- oder Sportsch&#252;tzen, die ihre Waffe nicht im Vereinshaus lagern.</p>
<p>Besonders interessant ist dabei die Begr&#252;ndung dieses doch sehr rigiden und nat&#252;rlich freiheitseinschr&#228;nkenden Vorschlags, die anhand einer Statistik erfolgt: Laut den Gr&#252;nen befanden sich zum Stichtag 1. J&#228;nner 2006 259.000 Menschen im Besitz eines Waffendokuments, dem gegen&#252;ber &#8220;676 vors&#228;tzliche strafbare Handlungen, bei denen mit einer Schusswaffe im Sinne des Waffengesetztes gedroht oder geschossen oder eine solche Waffe mitgef&#252;hrt wurde&#8221; gestellt werden. Wenn man also optimistischerweise den Schwarzbesitz von Schusswaffen au&#223;er Acht l&#228;sst und davon ausgeht, dass die mehr als Viertelmillion Waffenbesitzer zumindest je eine Waffe besitzen, kommt auf eine legale Waffe ein Viertausendstel Straftat oder genauer 0,26% der angegebenen strafbaren Handelungen. Das ist, gelinde gesagt, nicht viel. Das ist sogar &#228;u&#223;erst wenig und eigentlich schon eine Rechtfertigung daf&#252;r, zumindest alles beim alten zu lassen und besser nicht am Privatwaffenverbot herumzudoktern.</p>
<p>Doch die Argumentation der Gr&#252;nen geht weiter: &#8220;Tatsache ist, dass private Schusswaffen in den seltensten F&#228;llen zur Selbstverteidigung eingesetzt werden. Demgegen&#252;ber stehen viele menschliche Trag&#246;dien und Opfer, die ausschlie&#223;lich aufgrund der Verf&#252;gbarkeit von privaten Schusswaffen zu betrauern sind&#8221;, hei&#223;t es da beispielsweise. Davon abgesehen, dass es eigentlich v&#246;llig unerheblich ist, worin nun der Schusswaffenbesitzer die Berechtigung f&#252;r ebenjenen Besitz sieht (vielleicht kratzt er sich blo&#223; gerne den R&#252;cken damit?), ist die Formulierung des zweiten Satzes &#228;u&#223;erst problematisch. Denn wie bereits beschrieben kann man weder ernsthaft von &#8220;vielen menschlichen Trag&#246;dien&#8221; sprechen, noch ist bewiesen, dass diese ohne die Verf&#252;gbarkeit von Schusswaffen nicht stattgefunden h&#228;tten. Der Affektt&#228;ter h&#228;tte im Haushalt dann vielleicht nicht zur Pistole, sondern zum K&#252;chenmesser oder zum Bindfaden gegriffen; der planende M&#246;rder h&#228;tte sich statt der Handfeuerwaffe Gift oder ein Beil besorgt. Sichere Ausk&#252;nfte lassen sich dar&#252;ber selbstverst&#228;ndlich keine geben, doch genau die zur vermeintlichen Tatsache erhobene Vermutung ist wiederum essentieller Bestandteil der gr&#252;nen Argumentation zum Verbot von Privatwaffen.</p>
<p>Bleibt die Verwunderung dar&#252;ber, dass diese offensichtliche Fehlleistung den Gr&#252;nen nicht selbst bewusst wird, wenn sie postulieren, dass &#8220;Sicherheit nur durch die Abr&#252;stung der privaten Haushalte m&#246;glich&#8221; sei. Fraglich ist zudem, wer im Notfall &#8211; also wenn bewaffnete Verbrecher mir nach Eigentum und Leben trachten &#8211; nun tats&#228;chlich f&#252;r meine Sicherheit sorgt: ein privates, sofort verf&#252;gbares Verteidigungsinstrument, oder ein Staatsbeamter, der erst beordert und auf dessen Eintreffen mehrere Minuten gewartet werden muss.<br />
Und warum springen die Gr&#252;nen &#252;berhaupt auf den Populismus-Zug, der nach dem Amoklauf in Winnenden mit rasanter Geschwindigkeit durch die Politikerriegen rauscht? Immerhin sind sie Partei in einem Land, in dem die letzte vergleichbare Tat <a rel="nofollow" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Amoklauf_von_Mauterndorf"  target="_blank">1997</a> stattfand &#8211; zu einer Zeit, in der es ganz nebenbei erw&#228;hnt auch noch kein einziges realit&#228;tsnahes Gewaltspiel gab.</p>
<p><strong>Weiter geht es morgen in Teil 2, der wie angek&#252;ndigt einen Brief der Angeh&#246;rigen der Mordopfer von Winnenden zum Thema hat.</strong></p>
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		<title>Der schwierige Umgang mit dem Waffenrecht</title>
		<link>http://www.theflowersaregone.at/2009/03/der-schwierige-umgang-mit-dem-waffenrecht/</link>
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		<pubDate>Wed, 11 Mar 2009 23:28:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Längere Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Amoklauf]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Kontroverse]]></category>
		<category><![CDATA[Liberalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>
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		<description><![CDATA[
Es ist Amoklaufzeit! Wer es noch nicht mitbekommen hat: Im im baden-w&#252;rttembergischen Winnenden vollzog ein 17-J&#228;hriger einen Amoklauf durch Schule und Stadt, bei dem insgesamt 15 Menschen erschossen wurden &#8211; 16, ihn selbst mit eingerechnet, denn die zu erwartende Selbstrichtung folgte, nachdem der Sch&#252;ler von der Exekutive nach seinen m&#246;rderischen Taten ins Bein geschossen wurde.
Zwei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.theflowersaregone.at/wordpress/wp-content/uploads/2009/03/waffen.jpg" alt="waffen" title="waffen" width="480" height="120" class="aligncenter size-full wp-image-572" /></p>
<p>Es ist Amoklaufzeit! Wer es noch nicht mitbekommen hat: Im im baden-w&#252;rttembergischen Winnenden vollzog ein 17-J&#228;hriger einen <a href="http://orf.at/090311-36012/index.html"  target="_blank">Amoklauf</a> durch Schule und Stadt, bei dem insgesamt 15 Menschen erschossen wurden &#8211; 16, ihn selbst mit eingerechnet, denn die zu erwartende Selbstrichtung folgte, nachdem der Sch&#252;ler von der Exekutive nach seinen m&#246;rderischen Taten ins Bein geschossen wurde.</p>
<p>Zwei Debatten werden in den n&#228;chsten Tagen erwartungsgem&#228;&#223; folgen: Die &#252;ber den Ausl&#246;ser f&#252;r diese Tat bzw. zuk&#252;nftige, pr&#228;ventive Ma&#223;nahmen zur Verhinderung weiterer Taten einerseits, andererseits jene &#252;ber die Strenge des Waffenrechts an sich.<br />
Zu ersteren m&#246;chte ich hier nicht viele Worte verlieren &#8211; wie immer werden die &#252;blichen Akteure die politischen und medialen B&#252;hnen betreten, ihre vorgefertigten Argumente vorbringen (b&#246;se Musik, noch b&#246;sere Computerspiele sowie ganz allgemein jugendliche Sittenlosigkeit auf der einen Seite, destruktives soziales Umfeld, verfehlte Erziehung und sch&#228;dliche Ausgrenzermentalit&#228;t auf der anderen) und dann die jeweiligen Ver- bzw. Gebote fordern. Es kann kaum noch als Zynismus bezeichnet werden, wenn man dar&#252;ber nur m&#252;de mit dem Kopf sch&#252;ttelt.</p>
<p>Interessanter halte ich diesbez&#252;glich eine Debatte &#252;ber die (verst&#228;rkte) Freigabe bzw. Restriktion des Privatbesitzes von Schusswaffen. Hierbei handelt es sich um ein Thema, das mir als Liberalen Sorgen bereitet, denn einerseits bin ich ein zutiefst pazifistischer Mensch und sehe den Besitz von t&#246;dlichen Ger&#228;tschaften aller Art nur in &#228;u&#223;ersten Grenzf&#228;llen als notwendig an, andererseits sollte es in einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung nat&#252;rlich jedem selbst &#252;berlassen sein, ob und welche Waffen sich in seinem Besitz befinden.<br />
In der deutschsprachigen Blogosph&#228;re regten sich dazu bereits zwei v&#246;llig kontr&#228;re Stimmen: Oliver Ritter spricht sich beispielsweise nicht zum ersten Mal <a rel="nofollow" href="http://oliverritter.wordpress.com/2009/03/11/amoklauf-in-deutschland-zeigt-dummheit-der-strache-forderung/"  target="_blank">gegen ein liberaleres Waffenrecht aus</a> &#8211; schon kurz zuvor nahm er <a rel="nofollow" href="http://oliverritter.wordpress.com/2009/02/08/liberales-waffenrecht-fuhrt-zu-hoherer-suizid-und-mordrate/"  target="_blank">Stellung</a> zur von HC Strache (FP&#214;) geforderten Waffenfreigabe und zog daf&#252;r diverse Statistiken &#252;ber den Zusammenhang zwischen Schusswaffenverf&#252;gbarkeit und Selbstmord bzw. Mord durch ebenjene zur Rate.<br />
Eine v&#246;llig gegens&#228;tzliche Meinung stammt von <a href="http://arslibertatis.com/waffen-waffen-waffen/"  target="_blank">Benjamin Blaesi, Autor von ars libertatis</a>, der als Positivbeispiel den liberalen amerikanischen Bundesstaat New Hampshire nennt, sowie vom &#8220;Opponenten&#8221; Marco Kanne, der aus der Sicht eines Libert&#228;ren <a href="http://opponent.de/index.php?entry=entry090311-165351"  target="_blank">direkt Stellung</a> zum eben Geschehenen nimmt.</p>
<p>Da dies aber keine Linkparade werden soll, m&#246;chte ich zumindest den Versuch unternehmen, meine eigenen Gedanken zu diesem wie gesagt schwierigen Thema zu formulieren, sowie auf die bereits ge&#228;u&#223;erten Meinungen eingehen</p>
<p>Zuallererst: Aus dem offensichtlich vorhandenen Zusammenhang zwischen dem zahlreichen Vorhandensein einer Schusswaffe sowie einem Selbstmord mit diesen schlie&#223;e ich prinzipiell noch keine negative Konnotation. Salopp gesagt: Wer drauf und dran ist, den Freitod zu begehen, wird dies ohnehin tun &#8211; ob er sich nun erschie&#223;t, seine Pulsadern aufschlitzt oder vom n&#228;chsten Dach springt ist dabei normalerweise recht irrelevant. Dass psychisch labile Personen eher zur L&#246;sung des Suizids tendieren, wenn sie ein Waffe besitzen, m&#252;sste erst in einer anderen Studie gekl&#228;rt werden &#8211; was nichts an dem Fakt &#228;ndert, dass jeder Mensch ein Recht auf das Beenden seines Lebens besitzt und dies nat&#252;rlich genauso mit einer Schusswaffe wie mit einer Rasierklinge tun darf. Ganz n&#252;chtern betrachtet d&#252;rfte es den meisten Hinterbliebenen &#8211; und darin schlie&#223;e ich alle noch lebenden Menschen mit ein &#8211; sogar lieber sein, wenn sich Selbstmordkandidat X in seinen eigenen vier W&#228;nden erschie&#223;t, anstatt vom Dach oder vor den Zug zu springen um so noch ein paar Unschuldige zu traumatisieren. Eingehen k&#246;nnte man in dieser Hinsicht auch noch auf die restriktiven Freitodbestimmungen unseres Medizinwesens, die Todkranke dazu veranlassen zum Sterben in die <a href="http://www.dignitas.ch/"  target="_blank">Schweiz</a> zu tingeln, aber das w&#252;rde zu weit f&#252;hren. Es geht schlie&#223;lich um den Schusswaffenbesitz lebender, vitaler Personen.</p>
<p>Sehen wir uns also die Korrelation zwischen Schusswaffenbesitz und Mordrate an. Hier l&#228;sst sich vordergr&#252;ndig zwar genauso argumentieren wie bei den Selbstmorden, und zwar dass die Morde ja ohnehin &#8211; dann eben mit Messern und Gift &#8211; stattfinden w&#252;rden, doch einen Schritt weiter gedacht d&#252;rfte klar werden, dass man sich &#8211; vor allem im Affekt &#8211; mit einer Schusswaffe im Haus doch viel eher dazu berufen f&#252;hlt, im Streit bzw. Zorn nach dieser zu greifen &#8211; und sei es nur als Ausdruck einer Drohgeb&#228;rde, aus der dann doch ganz schnell t&#246;dlicher Ernst wird.<br />
Doch selbst wenn man Kritik an der statistischen Methodik, wie sie beispielsweise bei Olivers zweitem Artikel in den Kommentaren ge&#228;u&#223;ert wurde, beiseite l&#228;sst, kommt man so schnell zur libert&#228;ren Argumentation bei dieser Debatte, die durchaus was f&#252;r sich hat: Auf dieser Seite wird n&#228;mlich wiederum argumentiert, dass viele dieser Morde wohl verhindert h&#228;tten werden k&#246;nnen, wenn das Waffenrecht umgekehrt ein liberaleres w&#228;re &#8211; denn dann w&#228;re nicht nur eine akute Selbstverteidigung im Rahmen des M&#246;glichen gewesen, auch die &#220;berwindung zur Straftat seitens des T&#228;ters w&#228;re wohl eine gr&#246;&#223;ere (und damit unwahrscheinlichere) gewesen, w&#228;re ihm bewusst dass die potentiellen Opfer jederzeit zur&#252;ckschie&#223;en k&#246;nnten.</p>
<p>Jeder kennt die typische Hollywood-Filmszene, in der maskierte Verbrecher eine Schnapsladen mit Waffengewalt &#252;berfallen, dem &#252;berrumpelten Besitzer meist asiatischer Herkunft ihre Beretta an den Kopf dr&#252;cken und Geld oder Leben fordern. Meistens ist der an der Kasse Stehende dem R&#228;uberpack hilflos ausgeliefert, doch manchmal steht pl&#246;tzlich der smarte Sohn des Besitzers hinter den Verbrechern und bedroht diese wiederum mit Papas Shotgun, was dann wahlweise in einem Schussgefecht oder dem fluchtartigen Verschwinden der ehemaligen &#220;berfallenden endet.<br />
Mal davon ausgehend, dass auch einem R&#228;uber im Zweifelsfall das eigene Leben lieber ist als ein paar B&#252;ndel bunter Scheine, zeigt diese Situation genau das eben von mir Beschriebene auf: Ein eventuelles Mordopfer sowie der Diebstahl von Sachgut wird durch Waffeneinsatz verhindert &#8211; und zwar von Seiten des nun wehrhaften Opfers. Auf einen eventuellen Amoklauf umgew&#228;lzt ist die Situation eine &#228;hnliche: H&#228;tte jeder der Lehrer der Winnenden&#8217;schen Schule zu seiner eigenen Sicherheit eine Schusswaffe in petto, h&#228;tte der Amoklauf so schnell geendet wie er angefangen hat &#8211; eine entsprechende Ausbildung im Umgang mit den Ger&#228;ten vorausgesetzt. Auch ein Raubm&#246;rder zu sp&#228;ter Stunde k&#246;nnte sich nicht mehr sicher sein, ob sein geplantes Opfer unter der dicken Daunenjacke nicht doch eine Halbautomatik tr&#228;gt und sich somit wesentlich schneller wehren k&#246;nnte als durch einen simplen und dabei meist recht unn&#252;tzen Anruf bei der Polizei.</p>
<p>Somit ist die Sache aus liberaler Sicht eigentlich klar. Doch wie eingangs erl&#228;utert hegen sich in mir immer noch Zweifel, zu denen ich nun kommen will. Sorgen machen mir n&#228;mlich die Einzelsituationen, die naturgem&#228;&#223; zwar in der Unterzahl, bei so prek&#228;ren Dingen wie der Entscheidung zwischen Leben und Tod aber auf jeden Fall zu bedenken sind. Einzelsituationen wie die Tatsache, dass eine &#214;ffnung des Waffenmarktes nicht oder zumindest nicht sofort zu einer vollst&#228;ndigen Bewaffnung eines jeden B&#252;rgers f&#252;hrt; wie jene des Einzelnen, der einer zehnk&#246;pfigen Gruppe waffentragender Verbrecher gegen&#252;ber steht und dabei v&#246;llig auf sich und seinen pl&#246;tzlich l&#228;cherlich erscheinenden Revolver gestellt ist, da &#8220;Zivilcourage&#8221; hierzulande ja immer noch ein Fremdwort ist; wie jene Situation sp&#228;tnachts, in der das Raubopfer pl&#246;tzlich kein geistesgegenw&#228;rtiger Drei&#223;igj&#228;hriger ist, sondern ein nicht mehr ganz so r&#252;stiges P&#228;rchen jenseits der Sechzig, das &#252;berdies vom Waffenbesitz und -gebrauch gar nichts h&#228;lt. Einzelsituationen wie die wohl gar nicht so seltene des sich streitenden Ehepaars, bei dem dann &#252;ber Leben und Tod des jeweils Anderen entscheidet, wer schnell beim Waffenschrank ankommt.</p>
<p>Das Gefahrenpotential, das all diese Situationen in sich tragen, gilt es zu beseitigen &#8211; die Frage ist blo&#223;, wie man das am besten anstellt. Denn wie sich zeigt sind sie durch illegalen Waffenhandel bereits heute Realit&#228;t, wenn auch in einem anderen Ausma&#223; als sie es wom&#246;glich durch eine Liberalisierung w&#228;ren. Um wirklich sichere Ergebnisse zu erzielen m&#252;sste nicht nur eine umfassende Aufkl&#228;rung bzw. Bewaffnung der Bev&#246;lkerung stattfinden, sondern gleicherma&#223;en erw&#228;hnte Zivilcourage, hier also das helfende Einschreiten eines Waffenbesitzers bei einem drohenden &#220;berfall, viel st&#228;rker gef&#246;rdert und initiiert werden. Die Frage ist blo&#223;, wer sich freiwillig auf ein Schussgefecht einl&#228;sst, um einem Fremden zu helfen &#8211; so weit geht der Altruismus der meisten Menschen dann doch nicht.<br />
Andererseits zeigen Staaten wie New Hampshire (in denen es allerdings prinzipiell friedlicher zugeht als in einem sozialen Ballungsraum wie beispielsweise Wien) oder diverse &#8220;gated communities&#8221;, dass diese L&#246;sung durchaus eine durchf&#252;hrbare ist, ohne dass Chaos und Verbrechen an der Tagesordnung stehen. Um mit Benjamins Worten zu schlie&#223;en: Es muss bei dieser Diskussion immer bedacht werden, dass ein Waffenverbot nicht nur T&#228;ter, sondern auch Opfer entwaffnet.</p>
<p><strong>Links</strong><br />
» <a rel="nofollow" href="http://lindwurm.wordpress.com/2009/03/11/amoklauf-in-der-gummizellenwelt/"  target="_blank">&#8220;Amoklauf in der Gummizellenwelt&#8221;</a> vom Lindwurm<br />
» <a rel="nofollow" href="http://polilog.wordpress.com/2009/03/11/uber-amoklaufe/"  target="_blank">&#8220;&#220;ber Amokl&#228;ufe.&#8221;</a> von Polilog<br />
» <a href="http://ef-magazin.de/2008/06/27/357-waffenrecht-amerikanische-freiheitskultur-und-deutscher-durchfalljournalismus"  target="_blank">&#8220;Waffenrecht: Amerikanische Freiheitskultur und deutscher Durchfalljournalismus&#8221;</a> bei eigent&#252;mlich frei<br />
» <a href="http://www.opponent.de/index.php?entry=entry090210-162458"  target="_blank">&#8220;Waffenverbote sind gut. F&#252;r Kriminelle.&#8221;</a> von Sphairon<br />
<font size="1">Fotocredits: <a rel="nofollow" href="http://www.flickr.com/photos/barjack/170330827/"  target="_blank">barjack @ Flickr</a></font></p>
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