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	<title>The Flowers Are Gone &#187; Religion</title>
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		<title>Das Verletzen atheistischer Gef&#252;hle</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Jul 2009 07:29:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Atheismus]]></category>
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		<description><![CDATA[In ihrer atypisch fehlenen Objektivit&#228;t ver&#246;ffentlichte das Gratisblatt heute in ihrer Montags-Ausgabe eine handvoll Leserbriefe zu den &#8220;Anti-Gott-Plakaten&#8221;, die allesamt dem Grundtenor &#8220;Frechheit!&#8221; folgen bzw. die Zeitung an sich loben, weil sie jede Woche Kardinal Sch&#246;nborn Raum f&#252;r christlich-reaktion&#228;re Gedanken aller Art bietet und dann ausnahmsweise mal &#252;ber die Plakate &#8220;F&#220;R Atheismus und GEGEN Gott&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In ihrer atypisch fehlenen Objektivit&#228;t ver&#246;ffentlichte das Gratisblatt <i>heute</i> in ihrer Montags-Ausgabe eine handvoll Leserbriefe zu den &#8220;Anti-Gott-Plakaten&#8221;, die allesamt dem Grundtenor &#8220;Frechheit!&#8221; folgen bzw. die Zeitung an sich loben, weil sie jede Woche Kardinal Sch&#246;nborn Raum f&#252;r christlich-reaktion&#228;re Gedanken aller Art bietet und dann ausnahmsweise mal &#252;ber die Plakate &#8220;F&#220;R Atheismus und GEGEN Gott&#8221; berichtet.</p>
<p>Hier zwei Zitate, die in ihrer Verschmelzung einen interessanten Effekt bieten:</p>
<blockquote><p>Ich in der Ansicht, jeder Mensch soll glauben und denken d&#252;rfen, was er will. Aber niemand soll andere provozieren!</p></blockquote>
<p>und</p>
<blockquote><p>F&#252;r uns als Christen ist es eine Zumutung, dass Texte, die die Existenz Gottes leugnen, &#246;ffentlich angebracht werden. Diese Plakate verletzten die religi&#246;sen Gef&#252;hle auch Angeh&#246;riger anderer Religionen.</p></blockquote>
<p>Mir ist klar, dass es sich dabei um zwei verschiedene Schreiberlinge handelt. Es geht mir aber mehr um das Grunds&#228;tzliche, das in diesen Aussagen liegt: N&#228;mlich dass der Atheismus einerseits eine legitime Weltanschauung ist, die sich mit dem Glauben auseinandersetzt (&#8221;Religion&#8221; ginge zu weit), andererseits das &#8220;Verletzten religi&#246;ser Gef&#252;hle&#8221; gegen&#252;ber Atheisten offenbar nicht gilt.<br />
Denn wie l&#228;sst es sich anders erkl&#228;ren, dass die von Kardinal Sch&#246;nborn und der katholischen Kirche zu Weihnachten und Ostern inserierte Plakate, die die Existenz Gottes bzw. Jesu propagierten, zu keinem derartigen Aufschrei gef&#252;hrt haben? M&#252;sste man nicht auch annehmen, damit die religi&#246;sen Gef&#252;hle von Ungl&#228;ubigen verletzt zu haben?<br />
Immerhin werden auf den Atheisten-Sujets Gl&#228;ubige weder direkt beleidigt, noch verh&#246;ht. Es wird lediglich bestritten, dass so etwas wie ein &#8220;Gott&#8221; &#8211; also eine bestimmte Idee bzw. ein Begriff &#8211; tats&#228;chlich existiert. Eine im weltanschaulichen Diskurs legitime Ansicht &#8211; aber &#246;ffentlich ausgestellt wird daraus pl&#246;tzlich eine &#8220;Beleidigung&#8221;.  Ich kann nur Vermutungen anstellen, aber eine bel&#228;uft sich darauf, dass einige Gl&#228;ubige sich deshalb angegriffen f&#252;hlen, weil sie sich zum ersten Mal mit der Existenzfrage &#252;berhaupt auseinandersetzen m&#252;ssen. Es ist doch soviel bequemer, sich einfach auf die Heilslehre der Kirche zu <em>verlassen</em> &#8211; und dann kommen da pl&#246;tzlich ein paar Aufm&#252;pfige und stellen deren Grundthese infrage. Fast schon logisch, dass sich da die Vernunft ausstellt.</p>
<p>Gespannt darf man auf den Dezember sein &#8211; denn ich bin mir sicher, dass in dieser Zeit wieder das eine oder andere Plakat die Herrlichkeit Gottes verk&#252;nden wird. Werden dann einige Atheisten aufstehen und Klage erheben, weil die Dinger ihre (un-)religi&#246;sen Gef&#252;hle verletzen? Oder kann man davon ausgehen, dass Atheisten tendenziell eher auf dem Boden bleiben und Gegenmeinungen gelassener gegen&#252;ber treten?</p>
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		<title>Die Buskampagne dreht sich</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Jul 2009 14:01:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
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Nun gibt es sie also doch, die Atheisten-Kampagne in &#214;sterreich, wenngleich entgegen des gefl&#252;gelten Wortes nicht mehr als &#8220;Buskampagne&#8221;, sondern auf den City Lights der GEWISTA. Auch das entsprechende Echo lie&#223; nicht lange auf sich warten &#8211; so tituliert die Gratis-Postille heute bereits diesen Morgen ihre aktuelle Ausgabe mit der (rhetorischen?) Frage: &#8220;Plakate gegen Gott: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:center;"><img src="http://www.theflowersaregone.at/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/Kampagne.jpg" alt="Kampagne.jpg" border="0" width="495" height="150" /></div>
<p>Nun gibt es sie also doch, die Atheisten-Kampagne in &#214;sterreich, wenngleich entgegen des gefl&#252;gelten Wortes nicht mehr als &#8220;Buskampagne&#8221;, sondern auf den <i>City Lights</i> der GEWISTA. Auch das entsprechende Echo lie&#223; nicht lange auf sich warten &#8211; so tituliert die Gratis-Postille <i>heute</I> bereits diesen Morgen ihre aktuelle Ausgabe mit der (rhetorischen?) Frage: &#8220;Plakate gegen Gott: Darf das denn sein?&#8221; und schreibt mit der gewohnt fehlenden Objektivit&#228;t von einer Kampagne &#8220;F&#220;R Atheismus und GEGEN Gott&#8221;. Zu Wort kommen l&#228;sst sie einen der &#8220;Hunderten ver&#228;rgerten Wiener&#8221;, der den Initiatoren r&#228;t, doch mit &#8220;&#8216;Allah ist tot&#8217;-Plakaten durch Bagdad zu fahren&#8221; und dabei unbewusst die religi&#246;se Ignoranz einer Theokratie mit dem Klima hierzulande vergleicht. Zugute halten kann man <i>heute</i> nur, dass sie den &#8220;sch&#228;rfsten&#8221; Slogan (&#8221;Es gibt keinen Gott &#8211; Gutes tun ist menschlich&#8221;) gro&#223;formatig neben der Geschichte abdruckt und somit f&#252;r weitere direkte Werbung sorgt.<br />
Besser sieht es schon in der Presse aus &#8211; zwar gibt es auch dort vor allem <a href="http://diepresse.com/blog/politikerbeschimpfung/entry/ist_gott_doof"  target="_blank">intelligenzfreie H&#228;me</a> von Chefredakteur Michael Fleischhacker, der entsprechende <a href="http://diepresse.com/home/panorama/religion/495678/index.do?from=suche.intern.portal"  target="_blank">Artikel</a> ist aber zumindest einer Qualit&#228;tszeitung w&#252;rdig und obendrein findet sich gleich daneben ein zutraulicher <a href="http://diepresse.com/home/meinung/feuilleton/spieglerkunstlicht/495679/index.do?from=suche.intern.portal"  target="_blank">Kommentar</a> von Almuth Spiegler. Der Standard h&#228;lt sich ungewohnterweise mit der Berichterstattung zur&#252;ck, aber vielleicht kommt da noch was.</p>
<p>Welche Bilanz l&#228;sst sich also zur Kampagne ziehen?<br />
Zuallererst muss festgehalten werden, dass es bisher lediglich drei Sujets sind, die am unteren Ende der Mariahilferstra&#223;e ausgestellt wurden &#8211; und dennoch eine enorme Wirkung zeigen. Ob die gew&#252;nschte, ist eher fraglich, denn leider zeigt die Initiative vor allem, dass das Gros der &#214;sterreicher noch nicht reif genug ist, sich mit als kontrovers empfundenen Weltanschauungen auseinanderzusetzen. Von einer &#8220;Beleidigung&#8221; ist oftmals die Rede, einem intoleranten Angriff auf religi&#246;se Gef&#252;hle. Dabei wird nichts anderes getan, als mit Bestimmtheit und Witz eine Meinung zu glaubensbezogenen Sachverhalten zu publizieren &#8211; also genau dasselbe, was Kardinal Sch&#246;nborn und seine Kirche zu Weihnachten und Ostern gro&#223;fl&#228;chig getan haben. Es ist bezeichnend, dass sich damals nicht nur kaum jemand beschwert hat, sondern auch der &#246;sterreichische Werberat sich erst durch die Atheisten-Kampagne dazu bem&#252;&#223;igt gef&#252;hlt hat, k&#252;nftig die Kompatibilit&#228;t ver&#246;ffentlichter Inserate mit den religi&#246;sen Befindlichkeiten der Allgemeinheit zu &#252;berpr&#252;fen. Immerhin stimmte &#8211; noch &#8211; eine knappe Mehrheit f&#252;r das Prinzip der Religionsfreiheit, das &#8211; man m&#246;chte fast sagen gn&#228;digerweise &#8211; auch die Meinung von Atheisten betrifft.</p>
<p>Interessant in diesem Zusammenhang sind auch die Aussagen diverser Kirchenvertreter. Ein oft zitierter Satz ist derzeit jener von Erich Leitenberger, dem Sprecher der Erzdi&#246;zese Wien, der sich auf Friedrich Nietzsches &#8211; wie immer missverstandenen &#8211; Ausspruch &#8220;Gott ist tot&#8221; bezieht und dabei feststellt, dass &#8220;sich mittlerweile herausgestellt hat, Nietzsche ist tot und Gott lebendig.&#8221; Abgesehen davon, dass es von Gott ebensowenig ein Lebenszeichen gibt wie von Nietzsche (und bei einer Ber&#252;cksichtigung des Prinzips, wonach das lebendig ist, wor&#252;ber gesprochen wird, Nietzsche wiederum sehr wohl am Leben ist), ist ein anderer Satz in Wirklichkeit von viel gr&#246;&#223;erer Bedeutung &#8211; n&#228;mlich jener britischer Methodisten, die von sich gaben, dass &#8220;unser Gegner nicht der Atheismus, sondern die Apathie [ist]&#8220;.<br />
Damit d&#252;rften sie wohl Recht haben, denn sobald niemand mehr &#252;ber Gott spricht, respektive sich f&#252;r diese Idee interessiert, kann man tats&#228;chlich von einer Beerdigung des Glaubens sprechen. Dass dies aber nicht im prim&#228;ren Interesse &#246;sterreichischer Atheisten liegt, wird schnell deutlich, h&#246;rt man sich zur Abwechslung auch einmal deren Erl&#228;uterungen an. Ihnen geht es n&#228;mlich vor allem um eine rechtliche Gleichstellung Gl&#228;ubiger, Ungl&#228;ubiger und solcher, die einen staatlich nicht anerkannten Glauben pflegen. Diese ist selbst im angeblich s&#228;kularen &#214;sterreich mitnichten gegeben, denkt man beispielsweise an die Subventionierung von Religionslehrern, glaubensbasierten Lehrg&#228;ngen oder ganz allgemein kirchlichen oder kirchennahen Vereinen. Dass die Beleidigung &#8220;religi&#246;ser Gef&#252;hle&#8221; mit bis zu sechs Monaten Gef&#228;ngnis geahndet werden kann, ist dabei nur der Tropfen, der das Fass zum &#220;berlaufen bringt.</p>
<p>Spannend bleibt, wie sich die Causa entwickelt. Um einen nachhaltigen Effekt zu erzielen, m&#252;sste &#8211; trotz der schon jetzt vergleichsweise &#252;berw&#228;ltigenden Resonanz &#8211; deutlich mehr &#214;ffentlichkeitsarbeit erfolgen. Diese kostet in den meisten F&#228;llen Geld, eine offensive Spendenkampagne wurde jedoch noch nicht eingerichtet.<br />
Obwohl Niko Alm als Hauptfinancié und -orgnisator der Aktion sicherlich zurecht die Entscheidungen trifft, w&#228;re auch ein wenig mehr Mitspracherecht von Unterst&#252;tzerinnen und Unterst&#252;tzern w&#252;nschenswert &#8211; also in etwa so, wie es die deutsche Buskampagne mit ihrer Slogan-Wahl vorgemacht hat.<br />
Und zu guter Letzt m&#252;ssen nat&#252;rlich alle Bef&#252;rworter der Bestrebungen am Ball bleiben &#8211; auf dass sich die Thematik nicht so schnell wieder verliert, wie sie an die &#214;ffentlichkeit getreten ist.</p>
<p><strong>Links</strong><br />
» <a href="http://www.buskampagne.at/"  target="_blank">Atheist Bus Campaign Austria</a><br />
» <strong><a href="http://www.zwischenruf.at/?p=3214"  target="_blank">Auch der Zwischenrufer meldet sich zu Wort</a></strong></p>
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		<title>Da hat man sich schon gefreut&#8230;</title>
		<link>http://www.theflowersaregone.at/2009/06/da-hat-man-sich-schon-gefreut/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Jun 2009 12:13:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
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&#8230; und dann wird es doch nichts mit der Atheist Bus Campaign in &#214;sterreich.
Dabei hat alles vielversprechend angefangen: Auf dem PolitCamp09 in Graz lie&#223; Niko Alm, Gesch&#228;ftsf&#252;hrer der Werbeagentur Super-Fi, der auch einer der Initiatoren der Laizismus-Kampagne ist, verlautbaren, dass in Zukunft in Kooperation mit der AG-ATHE, dem Freidenkerbund und der Allianz f&#252;r Humanismus und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:center;"><img src="http://www.theflowersaregone.at/wordpress/wp-content/uploads/2009/06/schnappschuss070.jpg" alt="Schnappschuss070.jpg" border="0" width="490" height="125" /></div>
<p>&#8230; und dann wird es doch nichts mit der <a href="http://www.buskampagne.at/"  target="_blank">Atheist Bus Campaign in &#214;sterreich</a>.<br />
Dabei hat alles vielversprechend angefangen: Auf dem PolitCamp09 in Graz lie&#223; Niko Alm, Gesch&#228;ftsf&#252;hrer der Werbeagentur Super-Fi, der auch einer der Initiatoren der <a href="http://www.laizismus.at/"  target="_blank">Laizismus-Kampagne</a> ist, verlautbaren, dass in Zukunft in Kooperation mit der <a href="http://www.ag-athe.at/"  target="_blank">AG-ATHE</a>, dem <a href="http://www.freidenker-oesterreich.at/"  target="_blank">Freidenkerbund</a> und der <a href="http://www.atheisten.at/"  target="_blank">Allianz f&#252;r Humanismus und Atheismus</a> (AHA) &#8220;Atheisten-Busse&#8221; (d.h. normale Verkehrslinien mit einem Hinweis auf die wahrscheinlich fehlende Existenz eines Gottes) durch Wien fahren w&#252;rden. Weltweit bekannt ist die von Ariane Sherine und Richard Dawkins in Gro&#223;britannien gestartete <a href="http://www.theflowersaregone.at/2009/01/macht-den-atheismus-salonfahig/"  target="_blank">Aktion</a> ja bereits &#8211; nachdem dort alles glatt lief, &#8220;expandierte&#8221; das Vorhaben (dann nat&#252;rlich nicht mehr unter der direkten Leitung von Sherine und Dawkins) u.a. nach Spanien, Italien, Kanada und sogar Amerika. Nur in Deutschland stellten sich die Verkehrsbetriebe verschiedener St&#228;dte quer, obwohl dort in einer gro&#223; angelegten Aktion und mit Unterst&#252;tzung diverser humanistischer und atheistischer Verb&#228;nde sogar &#252;ber verschiedene Slogans abgestimmt und dabei gleichzeitig Spenden gesammelt wurden. Als &#8220;Kompromiss&#8221; schickt man mit dem Geld nun einen eigenen Bus auf Deutschland-Tour, der nicht nur mit den Spr&#252;chen bedruckt auf den Atheismus hinweisen soll, sondern auch Leute zum direkten Gespr&#228;ch sowie zu Stadtf&#252;hrungen einl&#228;dt. (Mehr Infos f&#252;r Interessierte auf der <a href="http://www.buskampagne.de/"  target="_blank">offiziellen Kampagnenseite</a>.)</p>
<p>Und in &#214;sterreich?<br />
Tja, da sah vorerst alles gut aus. Man bekleckerte sich nicht mit Aussagen wie &#8220;Die Werbung unserer Betriebe bleibt ideologiefrei&#8221; <a href="http://www.rolleyes.de/blog/2009/03/16/buskampagne-verkehrsverbunde-lehnen-plakate-ab/"  target="_blank">und lie&#223; gleichzeitig f&#252;r Jesus werbende Plakate zu</a>, wie das bei den deutschen Verkehrsbetrieben der Fall war, und auch sonst scheint es keinerlei Widerstand gegeben zu haben. Sogar auf der deutschen Kampagnen-Seite wurde schon guten Mutes verk&#252;ndet: &#8220;<a href="http://www.buskampagne.de/?p=1238"  target="_blank">In Wien fahren bereits die ersten Busse!</a>&#8221; &#8211; nur, dass das leider nicht so ganz stimmt.<br />
Denn: Obwohl die Sujets bereits ans Stadtwerbungsmonopol Gewista ausgeliefert wurden und seit dem 1. Juni auf den Linien 13A und 14A angebracht sein sollten, tat sich vorerst &#252;berhaupt nichts. Die Begr&#252;ndung folgte nun heute und betrifft die Wiener Linien selbst: Diese h&#228;tten n&#228;mlich ihre <a href="http://www.buskampagne.at/2009/06/08/wiener-linien-ziehen-zustimmung-zuruck/"  target="_blank">Zustimmung zur&#252;ckgezogen</a> und demzufolge k&#246;nne da auch die Gewista nicht viel machen. Letzteres ist verst&#228;ndlich, Ersteres nicht. Denn die offizielle Begr&#252;ndung f&#252;r die Ablehnung seitens der Wiener Linien steht noch aus &#8211; sie wird laut Gewista &#8220;ausgearbeitet&#8221; und sollte im Laufe des Tages bei Niko Alm eintreffen.</p>
<p>Da bin ich mal gespannt &#8211; ich vermute jedoch, nicht nur die &#246;sterreichischen Atheisten, sondern auch deren Verkehrsbetriebe (nat&#252;rlich Monopolunternehmen) haben sich ein deutsches Vorbild genommen und lehnen die Werbung entweder wegen &#8220;glaubensbeleidigendem/&#8217;-verachtendem&#8217;&#8221; Inhalt ab, oder behaupten schlichtweg, man wolle keine weltanschaulich Position beziehende Werbung auf den hauseigenen Bussen. Gut, jesusverherrlichende Plakate habe ich im Rahmen der Wiener Linien wirklich noch nie gesehen. Aber ist z.B. Wahlwerbung, wie sie durchaus auf Bussen der st&#228;dtischen Verkehrsbetriebe zu sehen ist, nicht ebenso ideologisch und weltanschaulich eindeutig? Welcher vern&#252;nftige Grund sollte eine private und uneigenn&#252;tze Gruppierung denn dann daran hindern, f&#252;r das (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) Fehlen eines Gottes zu werben? (&#220;ber die Sinnhaftigkeit des Spruchs unterhalte ich mich ein ander Mal, obwohl ich ihn nicht so &#252;bel finde wie viele andere.)</p>
<p>Letztendlich zeigt diese Wende, dass auch &#214;sterreich ein Land der provizialen Kleingeister ist, in dem man zwar mit Aufdrucken wie &#8220;Zu Ostern ist Jesus Christus auferstanden &#8211; ein Fest f&#252;r die Menschen!&#8221; bel&#228;stigt wird, eine dem kontr&#228;r entgegenstehende Meinung aber nicht toleriert wird. Ob da nicht der Reaktion&#228;r vom Dienst, Kardinal Sch&#246;nborn, seine Finger im Spiel hatte?</p>
<p><strong>Ein Update gibt es jedenfalls, sobald eine Stellungnahme der Wiener Linien bekannt ist.</strong> Die Laizismus-Gruppe auf Facebook rief bereits zu Protesten auf &#8211; ich werde mich diesem Aufruf nat&#252;rlich anschlie&#223;en, sobald N&#228;heres &#252;ber die Ablehnungs-Motivation der Verkehrsbetriebe verlautbart ist.</p>
<p><strong>Nachtrag:</strong> Wie <a href="http://derstandard.at/?url=/?id=1244460160988"  target="_blank">derStandard.at berichtet</a>, begr&#252;ndet ein Sprecher der Wiener Linien die Ablehnung mit einem der Grunds&#228;tze des Verkehrsbetriebs, wonach &#8220;keine Werbung f&#252;r politische Parteien oder religi&#246;se Glaubensgemeinschaften auf den Fahrzeugen der Wiener Linien&#8221; zuzulassen w&#228;ren. &#8220;Auch bei Werbung f&#252;r atheistische Gruppen oder Glaubenstendenzen greift dieser Unternehmensgrundsatz&#8221;, hei&#223;t es weiter.</p>
<p>Damit ist klar, was von Anfang an allerseits bef&#252;rchtet wurde: Anstatt zu einer offenen Diskussionskultur beizutragen und dabei noch Geld zu verdienen, verschlie&#223;t sich der Staatsbetrieb lieber vor etwaigen Unangenehmheiten mit der christlichen Kirche (die ja traditionell als erste auf die Barrikaden steigt, wenn man es wagt, deren dogmatische Lehre anzufechten) und versteckt sich hinter angeblichen &#8220;Grunds&#228;tzen&#8221;. Komisch nur, dass so etwas die Verkehrsbetriebe in Spanien oder Kanada &#8211; nicht gerade atheistische L&#228;nder &#8211;  nicht n&#246;tig haben und aus der Zulassung der Sujets selbstverst&#228;ndlich auch keine Sch&#228;den bezieht.<br />
Die Vorstellung von &#214;sterreich als weltoffener Staat wird damit einmal mehr dezimiert.</p>
<p><strong>Siehe auch:</strong> <a href="http://www.politwatch.at/stories/wiener-linien-drehen-atheisten-buskampagne-ab/"  target="_blank">Politwatch &#8211; Wiener Linien drehen Atheisten-Buskampagne ab</a> und <a href="http://feuerhaken.org/2009-06-08/wiener-linien-machen-sich-ins-hemd/" >Feuerhaken.org &#8211; Wiener Linien machen sich ins Hemd</a>.</p>
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		<title>Free speech is my religion</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Mar 2009 18:35:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da man es weder besser und energischer ausdr&#252;cken, noch oft genug wiederholen kann, gibt es auch hier den neusten Rant von &#8220;Internetaktivist&#8221; (Wikipedia) Pat Condell &#252;ber die drohenden UNO-Beschl&#252;sse, die die Meinungsfreiheit zugunsten von &#8220;religi&#246;sen Gef&#252;hlen&#8221; beschneiden wollen:

via: Zwischenruf.at
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Da man es weder besser und energischer ausdr&#252;cken, noch oft genug wiederholen kann, gibt es auch hier den neusten Rant von &#8220;Internetaktivist&#8221; (Wikipedia) Pat Condell &#252;ber die drohenden UNO-Beschl&#252;sse, die die Meinungsfreiheit zugunsten von &#8220;religi&#246;sen Gef&#252;hlen&#8221; beschneiden wollen:</p>
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<p><font size="1">via: <a href="http://www.zwischenruf.at/?p=2726"  target="_blank">Zwischenruf.at</a></font></p>
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		<title>Der Schnitzel-Eklat</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Feb 2009 00:45:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einigen Tagen erreichte mich eine Twitter-Nachricht des Zwischenrufers mit einem Link: &#8220;Aufreger: Schnitzel f&#252;r Moslems an Wiener Fachschule&#8221; lautet die &#220;berschrift des &#214;24-Artikels und es geht um Beschwerdebriefe in der t&#252;rkischen Zeitung Zaman, die sich darum drehen, dass die Kinder der schreibenden Eltern in ihrer Schule f&#252;r Restaurantfachkr&#228;fte mit Schweinefleisch kochen und dieses sowie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einigen Tagen erreichte mich eine <a href="http://twitter.com/zwischenruf/status/1227596047"  target="_blank">Twitter-Nachricht</a> des Zwischenrufers mit einem Link: &#8220;<a href="http://www.oe24.at/oesterreich/chronik/wien/Schnitzel_fuer_Moslems_an_Wiener_Fachschule_434001.ece"  target="_blank">Aufreger: Schnitzel f&#252;r Moslems an Wiener Fachschule</a>&#8221; lautet die &#220;berschrift des <em>&#214;24</em>-Artikels und es geht um Beschwerdebriefe in der t&#252;rkischen Zeitung <em>Zaman</em>, die sich darum drehen, dass die Kinder der schreibenden Eltern in ihrer Schule f&#252;r Restaurantfachkr&#228;fte mit Schweinefleisch kochen und dieses sowie alkoholische Getr&#228;nke verkosten (d.h.: daran nippen) m&#252;ssen. Dies widerspreche den &#8220;Menschenrechten und der &#246;sterreichischen Verfassung&#8221;, gleicherma&#223;en wie das Ablegen des Kopftuches bei M&#228;dchen, wenn diese das Servieren &#252;ben.</p>
<p>Als es um die angebliche Penetranz von Kopft&#252;chern im &#246;ffentlichen Dienst ging, habe ich dem Zwischenrufer noch <a href="http://www.theflowersaregone.at/2008/12/und-wenn-sie-einen-ritterhelm-tragen-wurde/"  target="_blank">widersprochen</a>. Ich sehe auch weiterhin keinen Grund, weswegen das Tragen von religi&#246;sen Symbolen im &#246;ffentlichen Dienst verboten werden sollte, da sie in den meisten F&#228;llen das korrekte Aus&#252;ben der Arbeitst&#228;tigkeit nicht behindern &#8211; aber das soll hier nicht Diskussionsstoff sein. Diskutabel ist n&#228;mlich der hier vorhandene &#8220;Konflikt&#8221;, und zwar wegen zweierlei Gr&#252;nden:</p>
<p>Zum einen ist es nat&#252;rlich &#228;u&#223;erst fragw&#252;rdig, seine religi&#246;se Weltanschauung penibel &#252;ber einen allgemeinverbindlichen Lehrplan zu stellen &#8211; erst recht, wenn etwa das Verkosten von Wein oder das k&#246;rperschmucklose Servieren in &#214;sterreich Usus und im sp&#228;teren Wirtschaftsberuf ohnehin unabdinglich ist. Wer seine Kinder in der Ausbildung davon abh&#228;lt (und ich gehe davon aus, dass diese Initiative in 90% der F&#228;lle lediglich dem Wunsch der Eltern entspricht) tut ihnen nicht gerade einen Gefallen, denn die Unterbringung aller muslimischer Sch&#252;ler in rein t&#252;rkischen oder arabischen Restaurants scheint angesichts des vorhanden Angebots und der wirtschaftlichen Lage als nicht sonderlich realistisch. Auch tun sich f&#252;r das Lehrpersonal Probleme auf: Eine Seperation zwischen muslimischen und den anderen Sch&#252;lern beim Kochen mit Fleisch w&#228;re die einzig praktikable L&#246;sung, was wiederum nicht gerade die Klassengemeinschaft st&#228;rkt &#8211; die durch den Religionsunterricht und kulturelle Differenzen ohnehin schon entstehende Kluft w&#252;rde weiter vergr&#246;&#223;ert.</p>
<p>Abgesehen von diesen innerschulischen Problemen, die nat&#252;rlich auch mit dem Prinzip eines f&#252;r alle verbindlichen Lehrplans an &#246;ffentlichen Schulen kollidieren, halte ich eines f&#252;r noch viel relevanter: Durch solche Vorw&#252;rfe sinkt das ohnehin schon ziemlich angeknackste Verh&#228;ltnis der &#214;sterreicher zu muslimischen Immigranten oder eingeb&#252;rgerten Landsleuten nah&#246;stlicher Herkunft nur noch weiter ins Bodenlose &#8211; und ausnahmsweise kann man nicht mal ersteren den Vorwurf machen. Denn nat&#252;rlich erscheint die Forderung nach einem schweinefleischfreien Kochunterricht f&#252;r einen hier geborenen, nicht muslimischen &#214;sterreicher nicht nur befremdlich, er f&#252;hlt sich auch schnell angegriffen und in seinen Grundmanifesten ersch&#252;ttert. Dazu kommt: W&#252;rde es sich bei den sich beschwerenden Eltern um Vegetarier handeln, w&#252;rde es h&#246;chstens Spott &#252;ber &#8220;die &#214;kos wieder&#8221; setzen. Dass sich hingegen Muslime beschweren, verh&#228;rtet die Sache gesellschaftspolitisch schon um einiges mehr &#8211; dies sollte eigentlich jedem klar sein, der die &#246;sterreichische Mentalit&#228;t kennt (und dabei muss man sich nicht mal nur auf die stramm rechte Seite beziehen).<br />
Es ist nat&#252;rlich in Ordnung, wenn man das Thema aufbringt und kritisch zur Sprache stellt &#8211; doch gleich mit &#8220;Menschenrechtsverletzung&#8221; anzutanzen zeugt nicht gerade von einem wohlwollenden diskutablen Zugang und wird von den meisten Leuten auch gleicherma&#223;en goutiert: Mit pauschalisierenden, ablehnenden Beschimpfungen (man betrachte die Kommentarsektion des Artikels).</p>
<p>Es ist im Grunde dasselbe wie mit dem von mir <a href="http://www.theflowersaregone.at/2008/11/warum-wir-keine-menschinnen-brauchen/"  target="_blank">bereits behandelten</a> Binnen-I bei der Gender-Diskussion: Ein marginales und eigentlich nicht zielgerichtetes Thema wird k&#252;nstlich aufgebauscht, geht erwarteterweise den ohnehin schon vorurteilsbehafteten Kontrahenten auf die Nerven und sorgt statt f&#252;r Akzeptanz und vern&#252;nftige Auseinandersetzung f&#252;r H&#228;me und Ablehnung. Geholfen ist damit niemandem, die Fronten verh&#228;rten sich.</p>
<p>Die L&#246;sung? Ein Ausbau des Privatschulwesens kommt mir in den Sinn. Wer seine Kinder zum Koch oder Kellner erziehen und dabei muslimische Grunds&#228;tze nicht eingeschr&#228;nkt sehen will, muss sie auf eine entsprechende private Schule schicken, wo auf einzelne Bed&#252;rfnisse umfassend R&#252;cksicht genommen werden kann. Dass sich allerdings die &#246;ffentlichen Schulen aufgrund von &#8211; von den Meisten als solche wahrgenommenen &#8211; Kleinigkeiten anpassen m&#252;ssen, kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein, auch wenn ich der Ansicht bin dass die &#214;ffentlichkeit die W&#252;nsche m&#246;glichst aller Menschen befriedigen muss. In so einem Fall f&#228;llt f&#252;r mich der Konflikt zwischen der Vermittung von n&#252;tzlichem Wissen und der Obacht vor religi&#246;sen Gef&#252;hlen aber eindeutig zugunsten der ersten Variante aus &#8211; aus eigentlich naheliegenden Gr&#252;nden.</p>
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