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	<title>The Flowers Are Gone &#187; Politik</title>
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		<title>Zum schwarzen Sommerloch</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Jul 2009 21:21:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Sommerloch f&#252;llt derzeit eine Debatte, wie sie typischer nicht sein k&#246;nnte. Ansto&#223; des multimedial verbreiteten Aufregers ist eine Kampagne des Eisherstellers Eskimo, der seine neue Sorte &#8220;Mohr im Hemd&#8221; mit dem Spruch &#8220;I will mohr&#8221; vor allem &#252;ber Plakate bewirbt. (Der &#8220;Mohr im Hemd&#8221; ist eine in &#214;sterreich weit verbreitete S&#252;&#223;speise und nicht etwa [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Sommerloch f&#252;llt derzeit eine Debatte, wie sie typischer nicht sein k&#246;nnte. Ansto&#223; des multimedial verbreiteten Aufregers ist eine Kampagne des Eisherstellers Eskimo, der seine neue Sorte &#8220;Mohr im Hemd&#8221; mit dem Spruch &#8220;I will mohr&#8221; vor allem &#252;ber Plakate bewirbt. (Der <a rel="nofollow" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mohr_im_Hemd"  target="_blank">&#8220;Mohr im Hemd&#8221;</a> ist eine in &#214;sterreich weit verbreitete S&#252;&#223;speise und nicht etwa eine Kreation der Eisfirma.) Die obersten Moralw&#228;chter der Nation attestieren dem Mutterkonzern Unilever deswegen nun &#8220;Rassismus&#8221; &#8211; und ihre Thesen von der &#8220;sprachlichen Unterdr&#252;ckung&#8221; st&#252;tzen sie vor allem auf die Aussage eines selbsternannten Sprechers der Black Community, Simon Inou, der darin &#8220;eine der schwersten Beleidigungen&#8221; sieht. Auch die heimische Bloggergemeinschaft hat dementsprechend reagiert; so schrieb etwa Andreas Lindinger einen <a href="http://www.andreaslindinger.at/?p=792"  target="_blank">offenen Brief</a> an die Werbeverantwortlichen, den er mit S&#228;tzen wie &#8220;gerade in Zeiten steigender rassistischer und rechtsextremistischer Vorf&#228;lle in diesem Land w&#252;rde ich mir [...] erhoffen, dass [Unilever] den Mut aufbringt, sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung zu stellen.&#8221; Also so, als ob das Unternehmen quasi mit schuld daran w&#228;re, dass in &#214;sterreich echte rassistische Verbrechen geschehen oder aber diese tolerieren oder f&#246;rdern w&#252;rde.<br />
Das Kritische an dieser Debatte ist also weniger, dass der Rassismus-Vorwurf ins Spiel gebracht wird und die Werbekampagne auf ihre politische Korrektheit hin angezweifelt wird. Das ist schlie&#223;lich das gute Recht eines jeden freien B&#252;rgers. Kritisch und hinterfragenswert ist blo&#223;, dass die Entsprechenden wieder einmal mit der Nazi-Keule nur so um sich schlagen &#8211; ganz nach dem Motto &#8220;Zweifler sind doch alles Faschisten!&#8221;</p>
<p>Denn gute Zweifel an der Sinnhaftigkeit dieser Gegenkampagne gibt es durchaus. Der ist meines Erachtens nach vor allem auf sprachlicher Ebene zu lokalisieren, konkret in der &#220;berbewertung von Konnotation bei gleichzeitiger Unterbewertung von Intonation und Kontext: Das Wort &#8220;Mohr&#8221; wird f&#252;r sich stehend als abwertende Bezeichnung kritisiert, ohne jedoch den eindeutig nicht rassistischen Zusammenhang zu ber&#252;cksichtigen. Schlie&#223;lich f&#228;hrt Unilever ja keinen Affront gegen Mitb&#252;rger schwarzer Hautfarbe oder ist gar bewusst auf Beleidigung aus, sondern bewirbt mittels einer g&#228;ngigen Bezeichnung eine neue Eissorte, die laut der Pressesprecherin bei einer vorhergehenden &#220;berpr&#252;fung auch &#8220;ausschlie&#223;lich&#8221; mit der &#246;sterreichischen Mehlspeise assoziiert wurde. Etwas anderes h&#228;tte mich auch gewundert, da einerseits dieser Zusammenhang (als Teil von &#8220;Mohr im Hemd&#8221;) kaum eine andere geistige Verkn&#252;pfung zul&#228;sst, andererseits Eskimo bzw. Unilever nicht f&#252;r rassistische &#220;bergriffe (auch sprachlich gesehen) bekannt sind. Zugunsten der &#252;berbewerteten historisch-negativen Konnotation werden also die beiden anderen genannten Faktoren &#8211; Intonation des Sprechers sowie der Kontext, in den der Begriff eingebunden ist &#8211; bewusst ausgeblendet. Diese Versteifung auf &#8220;Mohr&#8221; als &#8220;b&#246;ses Wort&#8221; l&#228;sst aber an der ernsthaften Betroffenheit zweifeln, ebenso wie am Differenzierungsverm&#246;gen jener, die sich als R&#228;cher der Entrechteten aufspielen.</p>
<p>&#8220;Was beleidigend ist, definiert immer noch der Beledigte selbst&#8221; &#8211; <a href="http://phsblog.at/wer-a-tschusch-ist-bestimmen-no-immer-miar/"  target="_blank">meint Philipp Sonderegger</a>, Pressesprecher von SOS Mitmensch, womit er prinzipiell nat&#252;rlich Recht hat. Nur: Ob die restliche Gesellschaft das Beleidigtsein auch anerkennt, ist eine ganz andere Frage. Und genau um die geht es, wenn von Eskimo verlangt wird, sie m&#246;gen die Kampagne beenden, sowie von s&#228;mtlichen B&#252;rgern, die Bezeichnung &#8220;Mohr im Hemd&#8221; aus ihrem Sprachschatz zu streichen. Eine demokratische Gesellschaft funktioniert aber ganz und gar nicht nach dem Prinzip, wonach s&#228;mtliche W&#252;nsche beliebiger Minderheiten von der Mehrheit auch akzeptiert werden m&#252;ssen. (Das gilt umgekehrt nat&#252;rlich genauso, ist hier aber nicht relevant.) Es steht au&#223;er Frage, dass die Betroffenen ihre Anliegen an die Mehrheitsgemeinschaft &#228;u&#223;ern d&#252;rfen. Bei einer Nichtakzeptanz aber gleich mit &#8220;Rassismus&#8221; und &#8220;Faschismus&#8221; anzutanzen, ist eine Hysterie, die im politischen Diskurs nichts zu suchen hat. Die Schuld kann man hier absurderweise aber nicht einmal den Black-Community-Vertretern geben, sondern ihren wei&#223;en Mitk&#228;mpfern, die eine derart irrelevante Debatte an die Spitze treiben.</p>
<p>Um zum Schluss aber noch ein paar Dinge klarzustellen: Es geht mir nicht um die zwanghafte Erhaltung eines bestimmten Begriffes. Wenn die gesamte Sprachgemeinschaft bzw. ein Gro&#223;teil beschlie&#223;t, das Wort &#8220;Mohr&#8221; vollst&#228;ndig zu verwerfen, ist das kein &#220;bel. Auch soll der Anspruch einer bestimmten Gruppierung auf respektvolle Behandlung durch die restliche Bev&#246;lkerung nicht untergraben werden.<br />
Nichts anfangen kann ich aber einerseits mit &#252;bertriebenen Kampfbegriffen, um eine vermeintlich moralische &#220;berlegenheit zu untermauern, andererseits mit der bewussten Ignoranz und Diffamierung plausibler Argumente, wenn sie dem Political-Correctness-Mainstream, der mittlerweile so gut wie alle Linken erfasst hat, entgegenlaufen. Genau das ist aber leider die g&#228;ngige Herangehensweise bei diesem und &#228;hnlichen Themen: Vom Zeitgeist getrieben wird versucht, es allen Minderheiten m&#246;glichst recht zu machen, ohne die Bed&#252;rfnisse der Mehrheitsgesellschaft zu ber&#252;cksichtigen. Dabei sollte das Ziel doch eine Aufhebung dieser spaltenden Umst&#228;nde sein, nach der niemand mehr oder weniger Rechte besitzt, weil er einer bestimmten Gruppierung angeh&#246;rt. Ohne es zu bemerken verst&#228;rken die Gutmenschen die derzeitigen Verh&#228;ltnisse aber noch: Und zwar indem sie nicht nur einen k&#252;nstlichen Aufreger provozieren, der einfach gestricktere Geister (von denen es viel zu viele gibt) vor allem entz&#252;rnt, sondern zus&#228;tzlich noch eine umgekehrte Privilegisierung forcieren, die sie eigentlich aufheben wollen.</p>
<p><strong>Siehe auch</strong><br />
» <a href="http://www.baeck.at/blog/2009/07/23/pc/"  target="_blank">B&#228;ckBlog: PC</a><br />
» <a href="http://feuerhaken.org/2009-07-22/captain-gutmensch-retttet-die-welt-1/"  target="_blank">Feuerhaken: Captain Gutmensch rettet die Welt</a><br />
» <a href="http://www.zwischenruf.at/?p=3278"  target="_blank">Zwischenruf: Geht&#8217;s bald auch den Schwedenbomben an den Kragen?</a><br />
» <a href="http://www.alteknacker.at/2009/07/24/200e-furs-sommerloch.html"  target="_blank">200€ f&#252;rs Sommerloch!</a></p>
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		<title>Von Steuern und Initiativen</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 21:07:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach neuesten Studien flie&#223;e derzeit bereits mehr als eine Milliarde Euro via online-gaming ins Ausland. Resultat ist, dass das Volumen an Steuern und Abgaben aus dem Gl&#252;ckspielmonopol massiv schrumpft. Bis 2012 wird bereits eine Summe von bis zu sechs Milliarden Euro an Geldabfluss ins Ausland durch online-gaming prognostiziert. Dar&#252;ber hinaus verzichtet der Finanzminister auf j&#228;hrlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Nach neuesten Studien flie&#223;e derzeit bereits mehr als eine Milliarde Euro via online-gaming ins Ausland. Resultat ist, dass das Volumen an Steuern und Abgaben aus dem Gl&#252;ckspielmonopol massiv schrumpft. Bis 2012 wird bereits eine Summe von bis zu sechs Milliarden Euro an Geldabfluss ins Ausland durch online-gaming prognostiziert. Dar&#252;ber hinaus verzichtet der Finanzminister auf j&#228;hrlich rund 300 Millionen Euro an Steuern und Abgaben nur im Bereich des Automatengesch&#228;fts, weil eine dringend notwendige Regulierung nach wie vor fehlt.</p></blockquote>
<p>schreibt Peter Westenthaler in einer <a href="http://www.ots.at/presseaussendung.php?schluessel=OTS_20090702_OTS0111&amp;ch=politik"  target="_blank">Presseaussendung</a> bez&#252;glich des neuen Gl&#252;cksspielgesetzes.</p>
<p>Das ist bezeichnend, denn der BZ&#214;-Politiker tut hier so, als h&#228;tte &#214;sterreich ein <em>Anrecht</em> auf die Steuern der hier lebenden Spieler, als w&#228;re so etwas wie ein internationaler Markt entweder nicht vorhanden oder eine Art Unrecht, das es zu beseitigen gilt. Das zeugt allerdings nicht so sehr davon, dass der gute Mann den Lauf der Zeit verschlafen h&#228;tte, sondern eher von einem Symptom, an dem jeder Politiker krankt: Geldgier.<br />
Dabei geht es auch, aber nat&#252;rlich nicht nur um das eigene Geld. Der monatliche Bezug eines jeden angestellten Politikers ist immerhin fix und daf&#252;r sind (klarerweise) immer finanzielle Mittel vorhanden. Die Sache betrifft vielmehr den Etat, die Geldsummen, die jeder Volksvertreter zur Verwirklichung der von ihm angestrebten Projekte zur Verf&#252;gung hat. Und hierbei gilt: Umso weniger der Fiskus insgesamt hat, desto weniger bleibt auch jedem Einzelnen &#252;brig. Klar, dass da eine gewisse Form des Neids aufkommt, wenn pl&#246;tzlich Millionenbetr&#228;ge in andere L&#228;nder abflie&#223;en, man selbst aber mit immer weniger auskommen muss.</p>
<p>Doch genau dieses Denken ist schlichtweg falsch und das, was mir Politiker so unsympathisch erscheinen l&#228;sst. Sicher: Sie meinen es alle gut, jeder aus seiner eigenen, subjektiven Sicht. Nur ist das Hantieren mit eigentlich fremden Geldsummen, die noch dazu mit Gewalt in den eigenen Besitz gebracht wurden, f&#252;r sich schon etwas zutiefst unmoralisches, das sich durch noch so hehere Gr&#252;nde kaum rechtfertigen l&#228;sst. Jeder einzelne Politiker will irgendwie die Welt ver&#228;ndern und braucht daf&#252;r nat&#252;rlich auch ein Budget, doch warum begibt er sich &#8211; statt das g&#228;ngige System auszunutzen &#8211; nicht einfach auf die Suche nach einer Basis von Freiwilligen, die das mit ihm gemeinsam anpacken wollen und dazu auch bereit sind, einen Teil ihres Einkommens daf&#252;r zu opfern? Man k&#246;nnte jetzt einwenden, dass dieses System durch Wahlen bereits etabliert ist und man quasi durch seine Stimme all die Projekte unterst&#252;tzt, die sich die jeweilige Partei auf die Fahnen geschrieben hat. Allerdings sollte jedem schnell einleuchten, dass dies eine sehr indirekte, intransparente und vor allem willk&#252;rliche Sache ist. Immerhin garantiert mir niemand, dass Wahlversprechen einerseits eingehalten werden, andererseits die von mir pr&#228;ferierte Gruppierung &#252;berhaupt Teil einer entscheidungsf&#228;higen Mehrheit wird. Und im schlimmsten Fall wird mein Steuergeld f&#252;r Dinge verwendet, die ich grunds&#228;tzlich moralisch oder auch nur in ihrer tats&#228;chlichen Umsetzung ablehne.</p>
<p>Damit muss man leben. Muss man damit leben? Oder w&#228;re die Idee eines Minimalsstaats, der sich gerade um das &#8220;Notwendigste&#8221; k&#252;mmert (m&#252;sste nat&#252;rlich individuell definiert werden), gleichzeitig aber durch viele Privatinitiativen unterst&#252;tzt wird, nicht eine weitaus zukunftstr&#228;chtigere?<br />
Sicher &#8211; die Privilegienreiter h&#228;tten damit wohl alles andere als ihre Freude. Immerhin w&#252;rde der Beamtenstand drastisch reduziert und die Initiatoren diverser Belange k&#246;nnten sich nicht mehr einfach aus dem Steuertopf bedienen, sondern m&#252;ssten tats&#228;chlich Menschen finden, die ihre Anliegen nicht nur k&#246;rperlich bzw. geistig, sondern vor allem finanziell unterst&#252;tzen.<br />
Aber ist nicht gerade das Demokratie? Es muss ja nicht immer die Mehrheit sein, die gefunden wird &#8211; auch eine kleine Gruppe kann versuchen, die Welt zu verbessen. Mit dem Unterschied, dass jeder in ihr dies dann freiwillig, selbstbestimmt und somit auch mit dem bestm&#246;glichen Engagement tut.</p>
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		<title>Postler bei der Polizei &#8211; warum nicht?</title>
		<link>http://www.theflowersaregone.at/2009/06/postler-bei-der-polizei-warum-nicht/</link>
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		<pubDate>Thu, 25 Jun 2009 13:25:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich h&#228;tte es ja wirklich nicht erwartet, aber Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek von der roten Gewerkschafts-Partei ist tats&#228;chlich zu etwas f&#228;hig, das man gemeinerhin wohl als &#8220;rationales Wirtschaften&#8221; bezeichnen w&#252;rde. Okay, auch Josef Pr&#246;ll beansprucht die Idee grunds&#228;tzlich f&#252;r sich. Aber wer auch immer drauf gekommen ist, verdient jedenfalls mein Lob.
Es geht um das Einsetzen nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich h&#228;tte es ja wirklich nicht erwartet, aber Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek von der roten Gewerkschafts-Partei ist tats&#228;chlich zu etwas f&#228;hig, das man gemeinerhin wohl als &#8220;rationales Wirtschaften&#8221; bezeichnen w&#252;rde. Okay, auch Josef Pr&#246;ll beansprucht die Idee grunds&#228;tzlich f&#252;r sich. Aber wer auch immer drauf gekommen ist, verdient jedenfalls mein Lob.</p>
<p>Es geht um das Einsetzen <a href="http://derstandard.at/1245820005380/Post--und-Telekombeamte-sollen-Personalnot-loesen" >nicht mehr ben&#246;tigter Post- und Telekommitarbeiter bei der Polizei</a>. In unserem sch&#246;nen Land bekommt man als Beamter ja eine lebenslange Job-Garantie, die zwar mit marktwirtschaftlichen Prinzipien nicht vereinbar ist und auch sonst eher wenig Konkurrenzf&#228;higkeit zul&#228;sst, aber f&#252;r die Betroffenen sicherlich eine recht angenehme Sache ist. Was aber, wenn der &#8211; gar nicht so unwahrscheinliche &#8211; Fall eintritt, dass f&#252;r die entsprechenden Angestellten ganz einfach keine Verwendung mehr vorhanden sind? Dem jeweiligen Staatsbetrieb bleibt nichts anderes &#252;brig, als sie entweder mit &#252;bertrieben hohen Abfertigungen sanft aus ihrer Anstellung zu begleiten, sie in Fr&#252;hpension zu schicken oder eben umzuschichten. Meistens landen die Beamten dann in so etwas, was sich &#8220;Karriere- und Entwicklungscenter&#8221; nennt, also eine Art AMS-Kurscenter f&#252;r Staatsangestellte. Ob dort etwas Sinnvolles gelehrt wird, ist mehr als fraglich, aber es k&#228;me eben auch nicht besonders gut an, wenn unz&#228;hlige Menschen f&#252;rs Nichtstun bezahlt w&#252;rden. Dann lieber Ausbildungskurse, die ihrerseits wieder Geld kosten und als Besch&#228;ftigungstherapie dienen.</p>
<p>Aber zur&#252;ck zu Heinisch-Honsek. Deren Vorschlag, bis zu 1.200 besch&#228;ftigungslose Beamte bei der Polizei unterzubringen, mag zun&#228;chst f&#252;r Erstaunen sorgen. Immerhin ist der Beruf eines Polizisten kein einfacher und ben&#246;tigt einer langen und aufw&#228;ndigen Ausbildung &#8211; und daf&#252;r dann einen Haufen Postler einsetzen? Das hat sich wohl auch Peter Pilz gedacht, als er &#252;ber eine <a href="http://www.ots.at/presseaussendung.php?schluessel=OTS_20090625_OTS0242"  target="_blank">APA-Presseaussendung</a> zynisch die Bewaffnung von M&#252;llm&#228;nnern und den Einsatz von Pr&#228;senzdienern im Gemeindebau forderte. Das zeugt vielleicht von Humor, allerdings auch davon, dass sich der gute Herr Pilz mit dem Thema nicht wirklich auseinandergesetzt hat.<br />
Es geht n&#228;mlich mitnichten um den Einsatz von Postlern als Streifenpolizisten, sondern rein um Verwaltungst&#228;tigkeiten innerhalb der Dienststellen &#8211; durch dessen Delegierung dann mehr Polizisten auf die Stra&#223;e und zu Eins&#228;tzen k&#246;nnten. Die Schreibtischarbeit, die jetzt also unn&#246;tigerweise von den Exekutivbeamten &#252;bernommen wird, w&#252;rde dann einfach auf Beamte zur&#252;ckfallen, die sich damit ohnehin auskennen sollten.</p>
<p>Wozu also die Aufregung? Im Gegenteil ist genau so ein Vorhaben das, was ein &#252;berlebensf&#228;higes Unternehmen (hier der Staat) von Zeit zu Zeit machen muss: Rationalisieren, umschichten und Kosten einsparen. Das kommt letztendlich allen zugute, da nicht nur unn&#246;tige Geldausgaben vermieden werden, sondern auch die Exekutive einen ohnehin allseits geforderten Aufschub im verf&#252;gbaren Personal erhielte.<br />
Ich sage es nochmal: Man kann den entsprechenden Politikern &#8211; ganz ohne Zynismus &#8211; nur gratulieren.</p>
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		<title>Das Budget schl&#228;gt zur&#252;ck</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Jun 2009 22:37:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Staatsschulden]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Ist dieses Szenario wirklich verwunderlich? Nachdem als blinde &#8220;Gegenma&#223;nahme&#8221; zur Finanzkrise allerorts &#8211; angefangen bei den USA &#252;ber Deutschland und &#214;sterreich &#8211; Millionen in insolvente Unternehmen zur k&#252;nstlichen Arbeitsplatzerhaltung gepumpt und Banken &#8220;gerettet&#8221; wurden, die diese Rettung eigentlich gar nicht n&#246;tig gehabt h&#228;tten, aber dennoch Milliardenkredite erhielten, kommt man urpl&#246;tzlich drauf, dass darunter ja das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ist dieses Szenario wirklich verwunderlich? Nachdem als blinde &#8220;Gegenma&#223;nahme&#8221; zur Finanzkrise allerorts &#8211; angefangen bei den USA &#252;ber Deutschland und &#214;sterreich &#8211; Millionen in insolvente Unternehmen zur k&#252;nstlichen Arbeitsplatzerhaltung gepumpt und Banken &#8220;gerettet&#8221; wurden, die diese Rettung eigentlich gar nicht n&#246;tig gehabt h&#228;tten, aber dennoch Milliardenkredite erhielten, kommt man urpl&#246;tzlich drauf, dass darunter ja das Budget leiden k&#246;nnte und der Staatsverschuldung von mittlerweile &#252;ber 183 Milliarden Euro (das sind ca. 24.500 Euro pro Kopf) kaum zugute kommen k&#246;nnen.</p>
<p>Was ist also die kongeniale L&#246;sung unserer Politiker? Richtig, Steuererh&#246;hung! Allerdings nicht eine seltsame und ohnehin noch nicht konkret definierte Verm&#246;genssteuer, sondern eine &#8220;<a href="http://orf.at/ticker/332280.html"  target="_blank">Massensteuer</a>&#8220;, wie das Bernhard Felderer, der Vorsitzende des Staatsschuldenausschusses, formuliert. Damit meint er nat&#252;rlich die Mehrwertsteuer, die derzeit bei maximal 20% liegt und auf bis zu 25 Prozent erh&#246;ht werden soll.<br />
Die Deutschen machen es Felderer gleich, zumindest der Pr&#228;sident des Deutschen Instituts f&#252;r Wirtschaftsforschung, Klaus Zimmermann. Er fordert <a rel="nofollow" href="http://de.news.yahoo.com/2/20090624/tpl-diw-praesident-haelt-mehrwertsteuer-ee974b3.html"  target="_blank">ebenfalls</a> eine Erh&#246;hung der Steuer auf Ums&#228;tze auf 25%.</p>
<p>Nicht bedenken tun dabei sowohl Felderer als auch Zimmermann, dass exakt diese Vorgehensweise einer Ankurbelung der Wirtschaft diametral entgegen steht. Glauben diese Herren wirklich, dass die B&#252;rger zu mehr Konsum verleitet werden k&#246;nnen (und damit zu wieder mehr Produktion und Arbeitspl&#228;tzen beitragen), indem die Endpreise so eklatant erh&#246;ht werden? Wie stellen sie sich den Ausgang der Krise vor &#8211; noch mehr Staatsinvestitionen und -interventionen, auf dass wir bald wieder in der DDR angelangt sind, wo alle gleich arm sind?<br />
Sicher, das Szenario ist &#252;berspitzt. Aber es ist schon bedenklich, wenn bedeutsamen Stimmen der (Staats-)Wirtschaft nichts anderes einf&#228;llt, als fragw&#252;rdige &#246;ffentliche Geldgebung mit noch mehr Diebstahl am B&#252;rger auszugleichen. Wo liegt da die nachhaltige, effektiv wirksame L&#246;sung versteckt?</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Demokratiefeindlichkeit genau betrachtet</title>
		<link>http://www.theflowersaregone.at/2009/06/demokratiefeindlichkeit-genau-betrachtet/</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Jun 2009 19:04:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die neue Wertestudie &#8220;Die &#214;sterreicher innen&#8221; wurde k&#252;rzlich ver&#246;ffentlich und ein Aufschrei geht durch die journalistische Landschaft. Demokratiefeindlich seien die &#214;sterreicher, politikdesinteressiert und ausl&#228;nderfeindlich sowieso. Auch das &#8220;profil&#8221; hat es sich nicht nehmen lassen, die Studie ausf&#252;hrlich zu analysieren und schreibt &#8211; polemisch wie leider so oft &#8211; &#8220;50% ausl&#228;nderfeindlich, 50% demokratiekritisch&#8221; auf ihre Titelseite.
Ohne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die neue Wertestudie &#8220;Die &#214;sterreicher innen&#8221; wurde k&#252;rzlich ver&#246;ffentlich und ein Aufschrei geht durch die journalistische Landschaft. Demokratiefeindlich seien die &#214;sterreicher, politikdesinteressiert und ausl&#228;nderfeindlich sowieso. Auch das &#8220;profil&#8221; hat es sich nicht nehmen lassen, die Studie ausf&#252;hrlich zu analysieren und schreibt &#8211; polemisch wie leider so oft &#8211; &#8220;50% ausl&#228;nderfeindlich, 50% demokratiekritisch&#8221; auf ihre Titelseite.</p>
<p>Ohne auf jeden Aspekt der immerhin 300 Seiten starken Untersuchung eingehen zu wollen, st&#246;ren mich insbesondere zwei Er&#246;rterungen der weitl&#228;ufig gestellten Analyse. Vorneweg: Dass ein F&#252;nftel (21%) der Bev&#246;lkerung einen &#8220;starken Mann&#8221; an der Spitze will, ist nat&#252;rlich besonders bedenkenswert. Hier m&#252;sste man nat&#252;rlich weiter fragen und feststellen m&#252;ssen, ob damit ein echter Diktator oder &#8220;nur&#8221; so etwas wie ein Monarch, der mit einem Vetorecht ausgestattet ist, gemeint ist.<br />
Interessanter ist allerdings die angebliche Demokratiefeindlichkeit. Zun&#228;chst muss festgehalten werden, dass es nicht 50, sondern 46 Prozent sind, die mit der Demokratie in &#214;sterreich unzufrieden sind und sich dabei noch in die 35%, die &#8220;ziemlich unzufrieden&#8221;, und die 11%, die &#8220;sehr unzufrieden&#8221; sind, aufteilen. Davon abgesehen steckt in dieser n&#228;heren Beschreibung bereits das Crux der ganzen Sache: Erw&#228;hnte 46 Prozent der Befragten sind n&#228;mlich mitnichten prinzipiell Demokratiemuffel, sondern nur mit der <em>derzeitigen Praxis</em> dieses Systems unzufrieden. Und das ist auch wenig verwunderlich, immerhin beschr&#228;nkt sich der demokratische Einfluss des Volks hierzulande mehrheitlich auf Demonstrationen, unverbindliche Unterschriftenlisten und ein Kreuzchen, das einer Liste der Wahl f&#252;r f&#252;nf Jahre das Vertrauen zur repr&#228;sentativen Machtaus&#252;bung schenkt. Da kann man eigentlich sogar erwarten, dass der Souver&#228;n auf Dauer recht unzufrieden wird.</p>
<p>Die L&#246;sung steckt selbstverst&#228;ndlich nicht in der jetzt vollzogenen moralischen Entr&#252;stung und einer Schuldzuweisungen an die antidemokratischen Rechtsparteien, sondern in der Schaffung mehr partizipatorischer M&#246;glichkeiten wie etwa Volksbefragungen, die dann auch tats&#228;chlich politisches Gewicht haben. Oder, im Kleinen, auch die F&#246;rderung von Initiativen wie der <em>Gr&#252;nen Vorwahlen</em>, anstatt diesen &#228;ngstlich und mit dem Vorwand obskurer Verschw&#246;rungsvorw&#252;rfen gegen&#252;bertreten. Richtig liegt &#8220;profil&#8221; also mit der Aussage, dass die Parteien selbst ihr Vertrauen, das bei lediglich 14% liegt, wieder herstellen m&#252;ssen. Als inh&#228;rente Elemente der demokratischen Republik gilt dies allerdings gleicherma&#223;en f&#252;r die Aufrechterhaltung und vor allem Verbesserung des Systems.</p>
<p>Ein andere Sache ist die der Individualit&#228;t. So sehen sich 76% der &#214;sterreicher dem Individualismus hingewandt, was f&#252;r &#8220;profil&#8221; und auch Studienautor Christian Friesl offensichtlich ein Grund zur Sorge ist. So sehr, dass dieser Wert in einer Grafik sogar der Ausl&#228;nderfeindlichkeit gegen&#252;ber gestellt wird, die mit 55% tats&#228;chlich bedenklich hoch ist. Doch dass aus der einen Haltung zwangsl&#228;ufig die andere resultiert, ist zu behaupten ziemlich m&#252;&#223;ig. Individualismus bedeutet schlie&#223;lich nicht Egozentrismus und auch nicht unbedingt Egoismus, sondern vor allem autonome Selbstverwirklichung mithilfe starke Pers&#246;nlichkeitsrechte. Ein Individualist ist kein Chauvinist, der andere Individuen zwangsl&#228;ufig ausschlie&#223;t &#8211; im Gegenteil, es gibt auch soziale Individualisten, die sich f&#252;r ihre Mitmenschen einsetzen (ob Ausl&#228;nder oder nicht), dabei aber deren und ihre eigene Unabh&#228;ngigkeit gewahrt sehen wollen.<br />
Auf die Frage &#8220;Sind Sie Individualist?&#8221; w&#252;rde zumindest ich ganz klar mit &#8220;Ja&#8221; antworten &#8211; ohne dass darin irgendeine Form der Ablehnung anderer Menschen mitschwingt. Auf die Studie bezogen m&#252;sste man nat&#252;rlich die konkrete Fragestellung kennen, doch in dieser Form ist es sogar eine sehr positive Sache, dass sich drei Viertel der &#214;sterreicher zum Individualismus bekennen. Denn das Gegenteil, ein Kollektivismus &#8211; wom&#246;glich sogar noch auferzwungen &#8211; ist nicht gerade die Einstellung, die man sich als selbstbestimmter Mensch von seinem Umfeld w&#252;nschen kann.</p>
<p>Nat&#252;rlich gibt es immer noch genug Resultate, die Grund zur Sorge aufkommen lassen, zum Beispiel dass der Typ des &#8220;Ichbezogenen Autorit&#228;ren&#8221; (obwohl alleine in dieser Bezeichnung wieder der vemeintliche Zusammenhang zwischen Individualismus und Chauvinismus mitschwingt) mit 29% am st&#228;rksten in der Bev&#246;lkerung vertreten ist, gleich gefolgt vom &#8220;Familienzentrierten Konservativen&#8221; mit 27%. Oder dass 42 Prozent nur dann Zuwanderung wollen, wenn zun&#228;chst einmal f&#252;r Arbeitspl&#228;tze der Inl&#228;nder gesorgt ist.<br />
Doch wie bei jeder Studie gilt es, Fragestellungen und Befragte genauesten zu betrachten. Denn aus einer vermeintlich repr&#228;sentativen Masse eine derart weitl&#228;ufige Bev&#246;lkerungstendenz abzuleiten, kann leicht daneben gehen &#8211; wobei man hier die Schuld nicht den Studienleitern, sondern vielmehr hysterischen Analysen geben darf.</p>
<p><strong>Passend dazu gibt es bei mir eine neue Umfrage, die sich mit der angeblichen Demokratieproblematik auseinandersetzt. &#220;ber diesbez&#252;gliche Kommentare w&#252;rde ich mich nat&#252;rlich ebenfalls freuen.</strong></p>
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