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	<title>The Flowers Are Gone &#187; Fundsachen</title>
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		<title>Mohren, Inuit und Schuhhersteller</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Jul 2009 15:00:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Irrtümer]]></category>
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		<category><![CDATA[Political Correctness]]></category>
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		<description><![CDATA[Im Zuge der &#8220;Mohr im Hemd&#8221;-Debatte ist auch &#246;fters der Aspekt beleuchtet worden, dass schon der Firmennamen &#8220;Eskimo&#8221; ja eigentlich nicht ganz koscher sei &#8211; immerhin wei&#223; heutzutage bereits jedes Kind politisch korrekter Eltern, dass es sich dabei in Wirklichkeit um eine b&#246;se Diskriminierung n&#246;rdlicher V&#246;lker als &#8220;Rohfleisch(fr)esser&#8221; handelt. In unseren Kreisen wird demzufolge das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Zuge der <a href="http://www.theflowersaregone.at/2009/07/zum-schwarzen-sommerloch/"  target="_blank">&#8220;Mohr im Hemd&#8221;-Debatte</a> ist auch &#246;fters der Aspekt beleuchtet worden, dass schon der Firmennamen &#8220;Eskimo&#8221; ja eigentlich nicht ganz koscher sei &#8211; immerhin wei&#223; heutzutage bereits jedes Kind politisch korrekter Eltern, dass es sich dabei in Wirklichkeit um eine b&#246;se Diskriminierung n&#246;rdlicher V&#246;lker als &#8220;Rohfleisch(fr)esser&#8221; handelt. In unseren Kreisen wird demzufolge das Wort &#8220;Inuit&#8221; als entsprechende Bezeichnung angeraten.</p>
<p>Interessant wird es f&#252;r den aufgekl&#228;rten Menschen jedoch, wenn er sich ein wenig auf Wikipedia umsieht. Dort ist n&#228;mlich Folgendes zu lesen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Eskimo&#8221; ist eine urspr&#252;nglich von Cree- und Algonkin-Indianern verwendete Sammelbezeichnung f&#252;r die mit ihnen nicht verwandten V&#246;lker im n&#246;rdlichen Polargebiet. Das Wort soll sich nach Auffassung von Ives Goddard [...] etymologisch aus dem Cree-Wort &#8220;aayaskimeew&#8221; = &#8220;Schneeschuhmacher&#8221; herleiten.</p>
<p>Der Linguist Jose Mailhot aus Québec, der die Sprache Innu-Montagnais beherrscht, ver&#246;ffentlichte 1978 eine Untersuchung, in der er den Begriff aus dieser Sprache ableitet und mit &#8220;Menschen, die eine andere Sprache sprechen&#8221; &#252;bersetzt.</p>
<p>Die fr&#252;here linguistische Herleitung aus der Sprache der Anishinabe &#8220;ashkipok&#8221; = Rohfleischesser gilt heute als widerlegt und l&#228;sst sich daher nicht mehr vertreten. Diese fr&#252;here Worterkl&#228;rung f&#252;hrte bei den Inuit zur Ablehnung des Wortes &#8220;Eskimo&#8221;, da sie &#8220;Rohfleischesser&#8221; als abwertend empfanden.</p></blockquote>
<p>(<a rel="nofollow" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eskimo"  target="_blank">Quelle mit weiteren Quellangaben</a>)</p>
<p>Aber selbst unter den n&#246;rdlichen V&#246;lkern scheint man sich mit der politisch korrekten Bezeichnung nicht ganz einig zu sein. So hei&#223;t es im Eintrag zu &#8220;<a rel="nofollow" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Inuit"  target="_blank">Inuit</a>&#8220;:</p>
<blockquote><p>Die Bezeichnung Eskimo(s) wird zwar h&#228;ufig im selben Wortsinn angewandt, doch handelt es sich streng genommen hierbei um einen Oberbegriff, der auch entfernter verwandte arktische Volksgruppen mit einbezieht. Hingegen ist der Begriff &#8220;Inuit&#8221; deshalb f&#252;r &#252;bergeordnete Verwendung wenig geeignet, weil er nicht im Wortschatz aller im Umkreis des Nordpols lebenden eskimoischen Volksgruppen enthalten ist.</p>
<p>[...]</p>
<p>Die Verwendung des Begriffs &#8220;Eskimo&#8221; ist r&#252;ckl&#228;ufig, &#8220;Inuit“ ist jedoch kein Synonym. Daher hat sich &#8220;Inuit&#8221; als alternative Vokabel im nordwestlichen Kanada, in Alaska und auf der Tschuktschen-Halbinsel bislang nicht durchgesetzt: Die dort lebenden Volksgruppen haben die Vokabel nicht in ihrem Wortschatz; sie bezeichnen sich zwar ebenfalls als &#8220;Mensch(en)&#8221;, doch je nach Sprachgruppe mit den W&#246;rtern &#8220;Inupiat&#8221;, &#8220;Sugpiaq&#8221; und &#8220;Yupik“. Die Inupiat z. B. sehen sich nach wie vor als &#8220;Eskimo(s)&#8221; an und halten das keineswegs f&#252;r herabsetzend. Bei den im mittleren Norden und im Nordosten Kanadas lebenden Inuit sind die Auffassungen in dieser Frage dagegen unterschiedlich: W&#228;hrend die einen die Bezeichnung &#8220;Eskimo&#8221; als politisch inkorrekt einstufen und sich ausschlie&#223;lich als &#8220;Mensch(en)&#8221; (= Inuk/Inuit) bezeichnet sehen m&#246;chten, nennt sich die in Inuit-Besitz befindliche, international durch den Vertrieb von Inuit-Kunst bekannte Kooperative von Cape Dorset im Territorium Nunavut seit ihrer Gr&#252;ndung unver&#228;ndert &#8220;West Baffin Eskimo Cooperative&#8221;.</p></blockquote>
<p>Man merke: Als nicht betroffener Europ&#228;er kann man sich mit vermeintlich politischer Korrektheit ganz sch&#246;n vertun. W&#252;rde man hier dieselbe Taktik anwenden, die bei der Untermauerung von &#8220;Mohr im Hemd&#8221; als diskriminierende Bezeichnung verwendet wurde &#8211; n&#228;mlich die alleinige Berufung auf einen Sprecher der Black Community -, k&#228;me man, je nach Pr&#228;ferenz, zu zwei v&#246;llig verschiedenen Resultaten: Einerseits zu dem, dass &#8220;Eskimo&#8221; diskriminierend ist, andererseits zu jenem, dass es v&#246;llig in Ordnung ist, &#8220;Eskimo&#8221; als &#220;berbegriff zu verwenden und f&#252;r die einzelnen Volksgruppen dann spezielle Begriffe wie eben &#8220;Sugpiaq&#8221; oder &#8220;Yupik&#8221; einzusetzen.</p>
<p>Wie immer ist es also von Vorteile, verschiedene Meinungen einzuberufen und den Blick f&#252;r das Gesamte zu wahren. In dieser Hinsicht w&#228;re es also interessant, w&#252;rden sich andere Mitglieder der (sehr offenen) Black Community hinsichtlich des Mohrs im Hemd zu Wort melden. Erst dann l&#228;sst sich vern&#252;nftig debattieren, ob man &#252;berhaupt von einem &#8220;Diskriminierungsgef&#252;hl der Betroffenen&#8221; sprechen kann.</p>
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		<title>GVW</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Apr 2009 11:55:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fundsachen]]></category>
		<category><![CDATA[Internet & Computer]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
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		<description><![CDATA[Auch ich komme nicht umhin, noch etwas zu den &#8220;Gr&#252;nen Vorwahlen&#8221; zu schreiben &#8211; obwohl sich die Kunde ohnehin wie ein Lauffeuer nicht nur im Web 2.0, sondern sogar &#252;ber den Standard verbreitet. Vielleicht wird durch das Lesen hier der Eine oder Andere trotzdem noch angesprochen/davon &#252;berzeugt/zumindest informiert:
Alles dreht sich um eine Klausel in den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.theflowersaregone.at/wordpress/wp-content/uploads/2009/04/vorwahlen.jpg" alt="Vorwahlen" title="Vorwahlen" width="460" height="120" class="aligncenter size-full wp-image-649" />Auch ich komme nicht umhin, noch etwas zu den &#8220;Gr&#252;nen Vorwahlen&#8221; zu schreiben &#8211; obwohl sich die Kunde ohnehin wie ein Lauffeuer nicht nur im Web 2.0, sondern sogar &#252;ber den <a href="http://derstandard.at/?url=/?id=1237229018219"  target="_blank">Standard</a> verbreitet. Vielleicht wird durch das Lesen hier der Eine oder Andere trotzdem noch angesprochen/davon &#252;berzeugt/zumindest informiert:</p>
<p>Alles dreht sich um eine Klausel in den Statuen der Wiener Gr&#252;nen, die nicht nur Parteimitglieder, sondern auch freie &#8220;Unterst&#252;tzer&#8221; dazu berechtigt, bei der Abstimmung der Kandidatenliste f&#252;r die kommende Gemeinderatswahl mitzumachen. Unterst&#252;tzerIn hei&#223;t in dem Fall lediglich, dass der oder die ein Formular an die Wiener Gr&#252;nen schickt, in dem er/sie sich zu den Grunds&#228;tzen der Partei bekennt, gleichzeitig aber kein Mitglied wird und auch nirgenwo anders ist. Verpflichtungen werden dadurch keine eingegangen, lediglich besagtes Abstimmungsrecht wird erworben.</p>
<p>Wozu aber das Ganze? Nun, die Initiative der &#8220;Gr&#252;nen Vorwahlen&#8221; dreht sich letztendlich darum, f&#252;r mehr Offenheit, Transparenz und Zuwendung zur eigenen W&#228;hlerschaft bei den Spitzenkandidaten zu pl&#228;dieren. Dadurch, dass nun nicht mehr nur Parteimitglieder, sondern auch &#8220;einfache&#8221; B&#252;rger es zumindest zu einem Teil in der Hand haben, wer zuk&#252;nftig im Gemeinderat sitzen k&#246;nnte und wer nicht, werden die potentiellen Kandidaten sanft dazu gezwungen (© <a href="http://zurpolitik.com/2009/04/01/grune-vorwahlen-jetzt-wird-mitbestimmt/"  target="_blank">Tom Schaffer</a>), sich mehr nach Au&#223;en hin zu pr&#228;sentieren und mehr Leute als nur die eigenen Parteikollegen davon zu &#252;berzeugen, dass gerade sie es sind, die den Platz auf der Liste verdient haben.</p>
<p>Selbstverst&#228;ndlich geht die Aktion theoretisch noch weiter &#8211; wer will, kann sich auch selbst zur Wahl aufstellen lassen und zeigen, dass er mit seinen politischen Vorstellungen, seinen Ideen und nicht zuletzt seiner Publicity f&#252;r das Amt des Gemeinderatsmitglieds geeignet w&#228;re. Vorerst und prim&#228;r geht es aber nur darum, mehr direkte Demokratie dort zu initiieren, wo dies m&#246;glich ist &#8211; und die Gr&#252;nen sind nun mal die einzige Partei, bei der so etwas explizit und unumst&#228;ndlich m&#246;glich ist (abgesehen davon, dass sie auch die einzig w&#228;hlbare der relevanten Parteien ist).</p>
<p>Eingeleitet wurde das Projekt &#252;brigens von drei Bloggern: <a href="http://www.helge.at/2009/04/ein-experiment-gruene-vorwahlen/"  target="_blank">Helge Fahrnberger</a>, <a rel="nofollow" href="http://digiom.wordpress.com/2009/04/01/gruene-vorwahlen-now/"  target="_blank">Jana Herwig</a> und <a href="http://martin.schimak.at/2009/04/nicht-nur-motschkern-sondern-was-tun/"  target="_blank">Martin Schimak</a> zeigen sich daf&#252;r verantwortlich, betonen aber explizit, dass sie sich weder bei der Bloggergemeinde, noch bei den Gr&#252;nen selbst irgendwie profilieren wollen, sondern lediglich die M&#246;glichkeit ergriffen haben, &#8220;wirklich was zu tun&#8221;. Letztendlich, und das ist ja auch Sinn und Zweck der ganzen Sache, geht die &#8220;Macht&#8221; ja ohnehin von jedem/r einzelnen der Unterst&#252;tzerInnen aus &#8211; und das sind nach drei Tagen, zumindest auf <a rel="nofollow" href="http://www.facebook.com/pages/Grune-Vorwahlen/62236464203"  target="_blank">Facebook</a>, immerhin schon 159.</p>
<p>Ich rate also jedem, der sich auf recht gem&#252;tliche, aber dennoch bedeutsame Weise politisch engagieren m&#246;chte und zudem ein potentieller Gr&#252;nw&#228;hler ist (wie gesagt: keine Verpflichtungen, auch nicht zur Wahl), das <a href="http://www.gruenevorwahlen.at/vorwaehler-werden/"  target="_blank">Formular</a> auszuf&#252;llen, abzuschicken und bei der Wiener Landesversammlung, die voraussichtlich am 15. November stattfindet, seine Stimme abzugeben.<br />
Schaden kann mehr direkte Demokratie n&#228;mlich nie.</p>
<p><strong>Links</strong><br />
» <a href="http://www.gruenevorwahlen.at/"  target="_blank">Offizielle Website mit News, FAQs, Registrierungsformular etc.</a><br />
» <a href="http://franzjoseph.twoday.net/stories/5621769/"  target="_blank">Franz Joseph: Mitbestimmen ist babyleicht. Du musst es nur tun!</a><br />
» <a rel="nofollow" href="http://thinkoutsideyourbox.wordpress.com/2009/04/02/die-grunen-her-mit-der-basisdemokratie/"  target="_blank">Oliver Ritter: &#8220;Die Gr&#252;nen: Her mit der (Basis)demokratie&#8221;</a><br />
» <a href="http://www.alm.at/2009/04/02/grune-vorwahlen-ohne-die-grunen/"  target="_blank">Niko Alm: &#8220;Gr&#252;ne Vorwahlen ohne Die Gr&#252;nen&#8221;</a><br />
» <a href="http://chorherr.twoday.net/stories/5620279/"  target="_blank">Christoph Chorherr: &#8220;Gr&#252;ne Vorwahlen&#8221;</a></p>
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		<title>Sprachgesetze</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Apr 2009 22:36:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fundsachen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[&#220;ber das Blog von Oliver Ritter (der &#252;brigens eine neue URL besitzt) bin ich auf einen Initiativantrag der FP&#214; unter dem Nationalratsabgeordneten Dr. Gerhard Kurzmann gesto&#223;en, mit dem ein &#8220;Bundesgesetz, mit dem ein Bundesgesetz zum Schutz und Erhalt der deutschen Sprache geschaffen wird&#8221; beschlossen werden soll. Konkret schweben den FP&#214;lern einige durchaus abstruse Punkte vor:
So [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#220;ber das <a rel="nofollow" href="http://thinkoutsideyourbox.wordpress.com/2009/03/31/die-vielen-angste-der-heimatpartei-fpo/"  target="_blank">Blog von Oliver Ritter</a> (der &#252;brigens eine neue URL besitzt) bin ich auf einen <a href="http://www.parlament.gv.at/PG/DE/XXIV/A/A_00404/imfname_147910.pdf"  target="_blank">Initiativantrag</a> der FP&#214; unter dem Nationalratsabgeordneten Dr. Gerhard Kurzmann gesto&#223;en, mit dem ein &#8220;Bundesgesetz, mit dem ein Bundesgesetz zum Schutz und Erhalt der deutschen Sprache geschaffen wird&#8221; beschlossen werden soll. Konkret schweben den FP&#214;lern einige durchaus abstruse Punkte vor:</p>
<p>So soll beispielsweise die Verwendung der deutschen Sprache bei &#8220;Bezeichnung, Angebot, Pr&#228;sentation [...] sowie bei Rechnungen&#8221; eines &#8220;Handelsguts&#8221; verpflichtend sein, ebenso gilt dies &#8220;f&#252;r jegliche Werbung in geschriebenen, gesprochenen oder audiovisuellen Medien&#8221;; auch m&#252;ssen dem potentiellen Gesetz nach &#8220;Aufschriften und Anzeigen, die im &#246;ffentlichen Raum verwendet werden&#8221; auf Deutsch verfasst werden. Kontrollieren soll diese Verbote ein &#8220;Sprachbeirat&#8221;, der dann auch &#8220;entsprechende Verwaltungsstrafen&#8221; aussprechen kann. Dieser soll zudem &#8211; und hier wird es besonders lustig &#8211; j&#228;hrlich einen &#8220;Bericht zur Lage der deutschen Sprache&#8221; erstellen, in dem zus&#228;tzlich die &#8220;Verletzung der deutschen Sprache im Sinne dieses Bundesgesetzes&#8221; und Dementsprechendes aufzeigt werden sollen.</p>
<p>Aus der Sicht eines Germanisten, aber auch eines jeden normaldenkenden B&#252;rgers, ist dieses &#8220;Sprachgesetz&#8221; nichts anderes als ein &#8220;grober Unfug&#8221;, wie mein Literaturgeschichte-Professor zu sagen pflegt &#8211; und das aus mehreren Gr&#252;nden:</p>
<p>Zuerst einmal stellt er einen immensen Eingriff in die Freiheit von Privatpersonen und Unternehmern dar. Werbetexter w&#252;rden gezwungen, ihre Slogans auf Deutsch zu verfassen, Dienstleistungsangebote d&#252;rften ebenfalls nur auf Deutsch pr&#228;sentiert werden, selbst der Staat selbst m&#252;sste bei der Beschriftung &#246;ffentlichen Guts auf das Einhalten der &#8220;Deutschregel&#8221; achten, was letztendlich nat&#252;rlich auch wieder die Wirtschaft betrifft. Ob Graffitik&#252;nstler, die ihre Tags nicht germanisieren, dann auch beim Besprayen von daf&#252;r vorgesehenen Objekten ein Bu&#223;geld zahlen m&#252;ssten, will ich mir gar nicht ausdenken.</p>
<p>Davon abgesehen erschlie&#223;t sich mir allerdings gar nicht erst der Grund f&#252;r diese Ma&#223;nahme. <a href="http://derstandard.at/?url=/?id=1237228735702"  target="_blank">Einige Impressionen u.a. aus dem blauen Parlamentskader</a>:</p>
<p>» &#8220;Wenn junge Menschen mit Anglizismen um sich werfen, um zu zeigen, wie gescheit sie sind, dann wollen wir das nicht.&#8221; (Kurzmann) &#8211; Aha. Die beleidigte Leberwurst Kurzmann &#8220;will&#8221; also nicht, dass Andere so sprechen wie diesen das gef&#228;llt und es ihnen demzufolge mit staatlicher Gewalt verbieten. Ein feines Demokratieverst&#228;ndnis der &#8220;Freiheitlichen&#8221;, das hier wieder einmal zur Schau gestellt wird.</p>
<p>» &#8220;[In der Werbung macht] die &#220;berflutung mit Anglizismen die Sprache f&#252;r &#228;ltere Menschen unverst&#228;ndlich.&#8221; (Ebd.) &#8211; Nun, solange die Werbung ihre wom&#246;glich angepeilte Zielgruppe mit Anglizismen verwirrt, ist es lediglich deren Problem, wenn daraus Absatzeinbr&#252;che resultieren. Ansonsten ist es nicht die Aufgabe der Werbung, ihre potentielle Kundschaft zu erleuchten und mit ad&#228;quatem Deutsch zu versorgen. Wer damit ein Problem hat, soll die Werbung einfach ignorieren.</p>
<p>» &#8220;Ich finde das einfach l&#228;cherlich, was sich da abspielt. Im ORF die &#8216;Primetime&#8217; und was wei&#223; ich, wie die alle hei&#223;en, das ist ja nicht mehr auszuhalten.&#8221; (Heidemarie Unterreiner, FP&#214;) &#8211; Ich habe ja wirklich Mitleid mit Fr. Unterreiner, wenn sie die angeblich &#252;berbordenden Anglizismisierung im ORF nicht mehr &#8220;aush&#228;lt&#8221;, doch genauso wie s&#228;mtliche andere &#214;sterreicherInnen, die sich daran st&#246;ren, kann sie auch einfach ihren Fernseher ausschalten und sich beispielsweise der Lekt&#252;re eines Sprachgeschichte-Sachbuchs widmen.</p>
<p>» &#8220;Die Chinesen gehen da ja auch v&#246;llig eigene Wege, man muss nicht alles von den USA &#252;bernehmen.&#8221; (Kurzmann zur &#8220;Sprachpflege&#8221; des Internets) &#8211; Wenn es nach Dr. Kurzmann geht, wird das deutschsprachige Internet also demn&#228;chst nach chinesischem Vorbild in Hinblick auf &#8220;deutsche&#8221; und &#8220;undeutsche&#8221; bzw. &#8220;denglische&#8221; Webseiten <strike>zensiert</strike> gefiltert, respektive werden Seitenbesitzer dazu gen&#246;tigt, nur ja keine Anglizismen oder sonstige b&#246;se Worte zu publizieren &#8211; daf&#252;r g&#228;be es ja das tolle Sprachgesetz. Dazu kein weiterer Kommentar.</p>
<p>» &#8220;&#8216;Windloch&#8217; f&#252;r &#8216;Fenster&#8217; habe sich eben nicht durchgesetzt, aber es spreche &#252;berhaupt nichts dagegen, &#8216;E-Post&#8217; statt &#8216;E-Mail&#8217; zu sagen.&#8221; (Werner Pfannhauser, Vorsitzender der IG Muttersprache, w&#246;rtlich zitiert) &#8211; Es spricht aber auch nichts dagegen, einfach &#8220;E-Mail&#8221; zu sagen. Wenn man bedenkt, dass gerade das Internet seinen Ursprung in den USA hat bzw. von Tim Berners-Lee, einem Briten, weiterentwickelt wurde und gro&#223;e Teile des Webs in der englischen Sprache angeboten werden, ist diese L&#246;sung sogar viel naheliegender.</p>
<p>Die Grundsatzfrage, die sich mir bei der ganzen Sache allerdings stellt, ist, was mit diesem Sprachgesetz bezweckt werden sollte. Gerade Sprache ist in seinen Wandlungsvorg&#228;ngen unglaublich komplex und nur mit viel Druck und Gewalt daran zu hindern. Deutlich wird dies beispielsweise durch die unz&#228;hligen Latinismen, Gallizismen und Gr&#228;zismen, die die deutsche Sprache seit Jahrhunderten besitzt, die sich dabei immer weiter vermehrt haben und nun eben auch vermehrt durch englischsprachige Einfl&#252;sse erweitert werden. Daran ist nichts Falsches, sondern im Gegenteil etwas sehr Nat&#252;rliches und Normales, wodurch die urspr&#252;ngliche Sprache enorm an Vielfalt und nicht zuletzt auch &#196;sthetik gewinnt. Letzteres ist nat&#252;rlich subjektiv und auch ich h&#246;re allzu &#8220;verenglischte&#8221; &#196;u&#223;erungen nicht gerne (bei der Gelegenheit weise ich gerne augenzwinkernd auf <a rel="nofollow" href="http://www.youtube.com/watch?v=9XUiLtvKqns"  target="_blank">dieses Video</a> hin), w&#252;rde aber dennoch niemals auf die Idee kommen, diese per Gesetz zu verbieten.</p>
<p>Auch dieser &#8220;Bericht zur Lage der deutschen Sprache&#8221; ist, wie bereits angemerkt, ein Absurdum schlechthin. Mehr als Gejammere &#252;ber den &#8220;Sprachverfall&#8221; und entsprechende Sanktionen k&#246;nnen dabei nicht herauskommen, etwas Konstruktives auf keinen Fall. Welchen praktischen Vorteil erhofft man sich auch dadurch, &#8220;Sprachfehler&#8221; und dergleichen anzuprangern und damit in den nat&#252;rlichen Lauf der Sprachdinge einzugreifen?<br />
Au&#223;er erneute Profilierungssucht in Richtung Deutscht&#252;melei ist seitens der FP&#214; wie immer nichts erkennbar, objektive Argumente fehlen, daf&#252;r mangelt es nicht an trotzigem Gemeckere. Ein einziger, grober Unfug eben.</p>
<p><strong>Nachtrag:</strong><br />
Eine sehr sch&#246;ne &#8220;Compilation&#8221; verschiedenster Beitr&#228;ge von Sprachwissenschaftlern als Reaktion auf a-typische Krone-Leserbriefe findet man im <a href="http://www.krone-blog.at/index.php?/archives/1295-Wo-wird-unsere-schoene-Sprache-enden.html"  target="_blank">Krone-Blog</a>.</p>
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		<title>Free speech is my religion</title>
		<link>http://www.theflowersaregone.at/2009/03/free-speech-is-my-religion/</link>
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		<pubDate>Sat, 21 Mar 2009 18:35:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da man es weder besser und energischer ausdr&#252;cken, noch oft genug wiederholen kann, gibt es auch hier den neusten Rant von &#8220;Internetaktivist&#8221; (Wikipedia) Pat Condell &#252;ber die drohenden UNO-Beschl&#252;sse, die die Meinungsfreiheit zugunsten von &#8220;religi&#246;sen Gef&#252;hlen&#8221; beschneiden wollen:

via: Zwischenruf.at
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Da man es weder besser und energischer ausdr&#252;cken, noch oft genug wiederholen kann, gibt es auch hier den neusten Rant von &#8220;Internetaktivist&#8221; (Wikipedia) Pat Condell &#252;ber die drohenden UNO-Beschl&#252;sse, die die Meinungsfreiheit zugunsten von &#8220;religi&#246;sen Gef&#252;hlen&#8221; beschneiden wollen:</p>
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<p><font size="1">via: <a href="http://www.zwischenruf.at/?p=2726"  target="_blank">Zwischenruf.at</a></font></p>
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		<title>&#8220;Meinungsfreiheit&#8221; aux Nazis</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Mar 2009 04:47:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Freiheitliche Partei &#214;sterreichs&#8221; &#8211; so nennt sich ausgeschrieben die FP&#214;, wodurch man als Au&#223;enstehender glauben k&#246;nnte, sie h&#228;tte sich die Freiheit auf die Fahnen geschrieben. In den 80er-Jahren, als noch ein so genannter &#8220;Liberaler Fl&#252;gel&#8221; unter Heide Schmidt innerhalb der Partei existierte, war das vielleicht sogar noch so, obwohl auch damals die Deutschnationalen einen mindestens [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Freiheitliche Partei &#214;sterreichs&#8221; &#8211; so nennt sich ausgeschrieben die FP&#214;, wodurch man als Au&#223;enstehender glauben k&#246;nnte, sie h&#228;tte sich die Freiheit auf die Fahnen geschrieben. In den 80er-Jahren, als noch ein so genannter &#8220;Liberaler Fl&#252;gel&#8221; unter Heide Schmidt innerhalb der Partei existierte, war das vielleicht sogar noch so, obwohl auch damals die Deutschnationalen einen mindestens ebenso gro&#223;en Anteil innehatten. Heutzutage wei&#223; jeder &#214;sterreicher, dass man es viel eher mit einer sozialistisch-erzkonservativen &#8220;Heimatpartei&#8221; zu tun hat, die lediglich dann ihre F&#252;hle auf &#8220;Freiheit&#8221; stellt, wenn es um das Lieblingsthema von Strache, Graf, M&#246;lzer und ihren Burschenschafter-Kollegen geht: Das NS-Verbotsgesetz bzw. dessen Abschaffung, weil eine Demokratie ja &#8220;schwachsinnige Meinungen&#8221; (O-Ton Strache) aushalten m&#252;sse. Geht es hingegen um Arbeitsverbote f&#252;r Asylwerber, Moscheenverbote oder Managergeh&#228;lter ist man pl&#246;tzlich nicht mehr so liberal wie in Hinblick auf die Meinungsfreiheit vorgegeben, aus dem Adjektiv &#8220;freiheitlich&#8221; wird pl&#246;tzlich &#8220;opportunistisch&#8221;.</p>
<p>Da steht die FP&#214; nicht alleine. Auch die vom NPD-Vorsitzenden Andreas Molau geleitete &#8220;Gesellschaft f&#252;r freie Publizistik&#8221; mischt bei dieser kruden Taktik gerne mit: Die &#8220;Durchsetzung der Meinungsfreiheit&#8221; wolle man erzielen, was sich zumeist in der Bek&#228;mpfung der politischen Korrektheit, im Verharmlosen des Holocaust sowie der Anfechtung diverser NS-Verbotsgesetze ausdr&#252;ckt.<br />
Interessant wird es allerdings, wenn die GfP auf einen Film wie &#8220;Inglorious Basterds&#8221; st&#246;&#223;t, der neue Tarantino-Streifen, der Mitte August in den amerikanischen und wenig sp&#228;ter hoffentlich auch in den deutschen Kinos erscheinen wird. Der Plot ist bis dato simpel: Eine Gruppe von acht j&#252;dischen Soldaten soll im Nazi-besetzen Frankreich unter der Leitung eines von Brad Pitt gespielten Lieutenant diesem m&#246;glichst viele &#8220;Nazi-Skalps&#8221; bringen, sprich: so viele Nazis wie m&#246;glich &#252;ber den Jordan schicken. (<a href="http://www.ingloriousbasterds.at/ingloriousbasterds/"  target="_blank">Trailer</a>) Von der zu erwartenden Brutalit&#228;t kann man halten was man will &#8211; die GfP gibt sich allerdings nicht mit blo&#223;en Meinungs&#228;u&#223;erungen zufrieden, sondern m&#246;chte &#8220;nicht tatenlos zusehen&#8221; wenn &#8220;diese primitive Hetze&#8221; im Kino anl&#228;uft und fordert dazu auf, sie &#8220;auf allen Ebenen sabotier[en]&#8220;. Durchsetzung der Meinungsfreiheit &#8211; das klingt in meinen Ohren eigentlich anders.<br />
So sieht also das Demokratieverst&#228;ndnis der Neonazis aus: revisionistische Meinungen &#8211; ja, bitte; Nazi-Skalps im Kino &#8211; sofort verbieten! Es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis die FP&#214; hiervon Wind bekommt und mit &#228;hnlichen Forderungen antanzt, auf dass die Deutscht&#252;melei noch lange anh&#228;lt. Die Freiheit ist schlie&#223;lich nur bei Rosa Luxemburg jene der Anderen &#8211; und die war immerhin Kommunistin.<br />
<font size="1">via: <a href="http://www.redok.de/content/view/1331/36/"  target="_blank">redok</a></font></p>
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