Diesen Sonntag ist es bereits soweit: Der letzte Tag, an dem EU-weit das multinationale Parlament gewählt wird, bricht an und damit auch der in Österreich traditionelle Wahlsonntag. Der Wahlkampf hierzulande war nicht sonderlich intensiv und wurde vielmehr von inländischen Vorfällen wie den Aussagen Martin Grafs, den Morden in einem indischen Tempel oder einer Anti-Moschee-Demo überschattet. Konstruktives ist dabei wenig herausgekommen, erst recht was EU-Politik betrifft. (Einen guten Überblick über diesen Nicht-Wahlkampf bietet Polilog.)
Viel bedeutsamer und bedenkenswert ist jedoch, dass Umfragen zufolge bloß 21% der Österreicher wählen gehen wollen und damit einen rekordwürdigen Tiefstand bei der Wahlbeteiligung auslösen würden. Da jedoch geschätzte 99% der Wahlberechtigten regelmäßig über die EU diskutieren – ob konstruktiv oder nicht sei mal dahingestellt -, kann dies entweder nur an der Faulheit des Nichtwählers, oder an der Intransparenz dessen, wofür man da eigentlich seine Stimme abgibt, liegen.
Deshalb ist es gut, dass es Videos wie das folgende gibt. Die österreichische Instant Design GmbH hat sich die Mühe gemacht und ein in leicht verständlicher Sprache und mit erklärenden Grafiken versehenes Video erstellt, das nicht nur die Geschichte der EU ein wenig beleuchtet und was in Brüssel eigentlich so passiert, sondern vor allem aufzeigt, was das EU-Parlament konkret für Einflussmacht hat und wie diese durch die neue EU-Verfassung (”Lissabon-Vertrag”) noch gestärkt werden kann. Auch wird klar gemacht, dass Herr und Frau Österreicher mit ihrer Stimme nicht nur einen lieb lächelnden Hannes Swoboda oder Ernst Strasser ins Parlament bringen, sondern damit auch eine bestimmte EU-Partei bzw. -Fraktion stärken, die schon bald um einiges bedeutsamer sein könnten als die nationalen Parteien im Moment.
Kurzum: Jeder Wahlberechtigte sollte sich die knapp 10 Minuten Zeit nehmen und das Video ansehen – und am Sonntag am besten noch mal 10 Minuten für ein Kreuz in der Wahlkabine (und sei es auch nur über den ganzen Stimmzettel).



Bisher kein Kommentar ↓
Noch niemand hat was geschrieben - sei der/die Erste!