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Rinks? Lechts? Freiheit.

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“Meinungsfreiheit” aux Nazis

2. März 2009 von Mathias · Fundsachen

“Freiheitliche Partei Österreichs” – so nennt sich ausgeschrieben die FPÖ, wodurch man als Außenstehender glauben könnte, sie hätte sich die Freiheit auf die Fahnen geschrieben. In den 80er-Jahren, als noch ein so genannter “Liberaler Flügel” unter Heide Schmidt innerhalb der Partei existierte, war das vielleicht sogar noch so, obwohl auch damals die Deutschnationalen einen mindestens ebenso großen Anteil innehatten. Heutzutage weiß jeder Österreicher, dass man es viel eher mit einer sozialistisch-erzkonservativen “Heimatpartei” zu tun hat, die lediglich dann ihre Fühle auf “Freiheit” stellt, wenn es um das Lieblingsthema von Strache, Graf, Mölzer und ihren Burschenschafter-Kollegen geht: Das NS-Verbotsgesetz bzw. dessen Abschaffung, weil eine Demokratie ja “schwachsinnige Meinungen” (O-Ton Strache) aushalten müsse. Geht es hingegen um Arbeitsverbote für Asylwerber, Moscheenverbote oder Managergehälter ist man plötzlich nicht mehr so liberal wie in Hinblick auf die Meinungsfreiheit vorgegeben, aus dem Adjektiv “freiheitlich” wird plötzlich “opportunistisch”.

Da steht die FPÖ nicht alleine. Auch die vom NPD-Vorsitzenden Andreas Molau geleitete “Gesellschaft für freie Publizistik” mischt bei dieser kruden Taktik gerne mit: Die “Durchsetzung der Meinungsfreiheit” wolle man erzielen, was sich zumeist in der Bekämpfung der politischen Korrektheit, im Verharmlosen des Holocaust sowie der Anfechtung diverser NS-Verbotsgesetze ausdrückt.
Interessant wird es allerdings, wenn die GfP auf einen Film wie “Inglorious Basterds” stößt, der neue Tarantino-Streifen, der Mitte August in den amerikanischen und wenig später hoffentlich auch in den deutschen Kinos erscheinen wird. Der Plot ist bis dato simpel: Eine Gruppe von acht jüdischen Soldaten soll im Nazi-besetzen Frankreich unter der Leitung eines von Brad Pitt gespielten Lieutenant diesem möglichst viele “Nazi-Skalps” bringen, sprich: so viele Nazis wie möglich über den Jordan schicken. (Trailer) Von der zu erwartenden Brutalität kann man halten was man will – die GfP gibt sich allerdings nicht mit bloßen Meinungsäußerungen zufrieden, sondern möchte “nicht tatenlos zusehen” wenn “diese primitive Hetze” im Kino anläuft und fordert dazu auf, sie “auf allen Ebenen sabotier[en]“. Durchsetzung der Meinungsfreiheit – das klingt in meinen Ohren eigentlich anders.
So sieht also das Demokratieverständnis der Neonazis aus: revisionistische Meinungen – ja, bitte; Nazi-Skalps im Kino – sofort verbieten! Es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis die FPÖ hiervon Wind bekommt und mit ähnlichen Forderungen antanzt, auf dass die Deutschtümelei noch lange anhält. Die Freiheit ist schließlich nur bei Rosa Luxemburg jene der Anderen – und die war immerhin Kommunistin.
via: redok

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