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Sozial / Sozialistisch

18. Februar 2009 von Mathias · Kurze Gedanken

Glauben Sozialisten eigentlich an das Soziale im Menschen?
Ihrer Politik zufolge kaum. Anderenfalls müssten sie die Sozialität im Menschen nicht mit Zwang und Gewalt durchsetzen, sondern würden an das Gute (Mitmenschliche, Empathische) im Menschen glauben und forcierte Gleichmachung sowie Umverteilungsambitionen ruhen lassen.
Was ist der Mensch nun – soziales Wesen oder Egomane? Diese Frage hätte ich gerne von einem Sozialisten (Sozialdemokraten) beantwortet.

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Bisher 2 Kommentare ↓

  • Syd

    Auch wenn ich schon einige Jahre kein (stark) Linker (im wirtschaftlichen Sinne) mehr bin, denke ich doch, dass ich so antworten kann, wie ich es anno 2004 getan hätte.

    Es gibt natürlich verschiedene Anschauungen zu diesem Thema, aber die bekannteste ist wohl die, dass die Wirtschaftsordnung Einfluss auf das Leben und Verhalten des Einzelnen nimmt. Wie das genau gemeint ist, variiert von Ideologie zu Ideologie. Ein moderner Sozialdemokrat würde eventuell argumentieren, dass Reichtum und Macht den an sich schon altruistischen Menschen korrumpiert und dadurch einen wesentlichen Pfeiler der privaten Wohlfahrt unbrauchbar macht. Hier soll dann eben ein Sozialstaat eine Pflicht-Wohlfahrt, gegen den Willen der Hauptspender, einführen, um ein ’soziales Gefälle’ (oder irgendetwas anderes) zu verhindern. Andere Ideologien, vorzüglich die der radikal Linken wie den Marxisten und den ‘klassischen’ Anarchisten, würden vielleicht auch behaupten, dass das ‘System’ die Menschen insgesamt korrumpiert, sie in der (freien) Marktwirtschaft nur egoistisch handeln können und erst in einem sozialistischem, klassenlosem System wirklich freie, selbstlose und altruistische Menschen sein werden. Die Überwindung des Klassen-, Schicht- und Milieudenkens wird ja auch oft als der zu überwindende soziale Missstand angeprangert, der Schuld an allen möglichen sozialen Erscheinungen ist und deswegen auch mit sozialstaatlichen und andere Maßnahmen bekämpft werden darf um Staat und Gesellschaft stabil und gesund zu halten. Die komplette Überwindung dieses ‘Missstands’ haben ja auch schon allerlei ’soziale’ Ideologien im Praxistest probiert. Am erfolgreichsten dabei dürfte wohl der Nationalsozialismus gewesen sein, mit seiner geplanten Vereinigung aller Klassen im deutschen Volkskörper.

    Es gibt aber sicher auch genug Befürworter des Sozialstaates, die ehrlich zugeben, dass es unter den Befürwortern viele Leute gibt, die diese Position einfach aus reinem Egoismus, Missgunst oder Ärger über die eigene Stellung in der Gesellschaft einnehmen.

  • Sezession, Rezession und der reine Markt | ars libertatis

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